Gastspiel zu spät angemeldet

Zirkus darf in Gunzenhausen nicht spielen

10.7.2021, 14:07 Uhr
Der „Maskottchen-Zirkus Remos Trolle“ wollte bis Sonntag, 11. Juli, am Katzenwasen im Gunzenhäuser Stadtteil Schlungenhof gastieren. Doch dem hat nun das Rathaus einen Strich durch die Rechnung gemacht. 

 

Der „Maskottchen-Zirkus Remos Trolle“ wollte bis Sonntag, 11. Juli, am Katzenwasen im Gunzenhäuser Stadtteil Schlungenhof gastieren. Doch dem hat nun das Rathaus einen Strich durch die Rechnung gemacht.    © e-nn-gun-20210624_115528-1.jpg, NN

Der „Maskottchen-Zirkus Remos Trolle“ wollte ab Freitag mit einem dreitägigen Gastspiel in Schlungenhof die Herzen der Kinder erfreuen. Doch dann sei, so sieht es zumindest Ehrenfried Liske, der dem Schausteller-Unternehmen nach eigenen Worten als Sozialberater zur Seite steht, die Stadt Gunzenhausen dazwischengegrätscht – und habe dem Zirkus den Auftritt untersagt. Begründung, so Liske: Die Anmeldung sei zu kurzfristig erfolgt, man brauche dafür eine Woche Vorlauf

Rechtzeitig angemeldet?

Der Berater behauptet nun in seinem Schreiben an Fitz, das dem Altmühl-Boten vorliegt, dass sein Schützling Remo Frank jr. bereits am 23. Juni seine Veranstaltung beim Ordnungsamt telefonisch angemeldet habe. Zudem habe er eine Plakatierungsaktion beantragt und dafür sogar 25 Euro bezahlt. Die Stadt habe also von dem Gastspiel gewusst, die jetzt erfolgte Absage sei „ein ungutes Beispiel“ für den Umgang mit von Corona gebeutelten Zirkusunternehmen. Fitz solle die Absage „überdenken“ und dem Zirkus erlauben, in Gunzenhausen zu gastieren.

Eine Nachfrage des Altmühl-Boten bei der Stadt ergab freilich ein anderes Bild: „Es trifft nicht zu, dass die Stadt Gunzenhausen seit längerem Bescheid weiß“, stellte Stadtsprecher Manuel Grosser klar. „Außerdem wurde weder grünes Licht signalisiert noch kurzfristig die Erlaubnis versagt.“ Die Veranstaltung sei erstmals am 7. Juli bei der Stadt angezeigt worden – als es nämlich Beschwerden von Anwohnern gab und ein Rathaus-Mitarbeiter die Lage vor Ort kontrolliert hat.

Dabei konnte das Unternehmen keine vollständigen Unterlagen vorlegen, wie es für die Genehmigung notwendig sei. Die Behauptung, das Landratsamt habe das Hygienekonzept des Zirkus abgesegnet, habe die Kreisbehörde zudem nicht bestätigt. „Letztlich konnte aufgrund unzureichender und teilweise widersprüchlicher Angaben und fehlender Unterlagen bis dato keine Erlaubnis erteilt werden.“

Falls also nicht noch ein Wunder geschieht, wird es also erst einmal keine Zirkusvorstellungen in Schlungenhof geben.

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