Kircheninitiative

Herzogenaurach: Kommunikationsplattform im Eigenbau

12.6.2021, 13:53 Uhr
Ein ehrenamtliches Team der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Herzogenaurach arbeitet an einem

Ein ehrenamtliches Team der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Herzogenaurach arbeitet an einem "Rad'tsch-Mobil", das als mobile Kommunikationsplattform dienen soll. Wilfried Büttner, Anna Vogt, Bernd Laska, Ute Manz und Günter Sachs (v. li.) werken zusammen. © Hans von Draminski, NN

"Es geht darum, Menschen in ihrer Einsamkeit abzuholen", erklärt Pfarrerin Karola Schürrle. Deshalb soll das "Rad’tsch Mobil" unter anderem regelmäßig auf den drei Herzogenauracher Friedhöfen eingesetzt werden. Ein mobiles Lastenfahrrad, dessen Anhänger "elektrifiziert" wird, damit man kein Radprofi sein muss, um die Fuhre zu bewegen. Immerhin wiegt der Aufbau einiges, denn die "Zutaten" umfassen nicht nur Stauraum für Tische, Stühle, Geschirr und Besteck, sondern unter anderem auch einen kleinen Kühlschrank und eine Mini-Spüle.

Eigene Konstruktion

Am Anfang war ein Modell in Originalgröße, mittlerweile sind die ersten

Am Anfang war ein Modell in Originalgröße, mittlerweile sind die ersten "realen" Aufbauteile fertig. © Hans von Draminski, NN

Ursprünglich wollte man ein entsprechendes Vehikel fertig erwerben - eine Firma in Freiburg stellt solche Verkaufsanhänger her -, aber im Team kam relativ schnell die Idee auf, eine eigene Konstruktion auf die Räder zu stellen. Nicht zuletzt, weil sich unter der Schar von Ehrenamtlichen mehrere Profis befinden, die genau wissen, wie man so etwas macht. Zum Beispiel Bernd Laska. Der Ingenieur ist in einem Erlanger Großkonzern für Schienenfahrzeugbau zuständig und hat für das "Rad’tsch Mobil" Stücklisten per CAD erstellt. Die Teile entstehen unter anderem auf 3-D-Druckern, allerdings "nicht aus Kunststoff, denn das würde auf Dauer nicht halten", betont Laska. So entsteht der Aufbau für das dreirädrige Fahrgestell aus Leichtmetall, der Rahmen wird mit genauso leichtem Holz beziehungsweise wasser-resistenten Faserplatten verblendet. Viele Abstimmungsgespräche liefen in den letzten Monaten per Videokonferenz.

Mehr Flexibilität

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Das  "Rad'tsch-Mobil" hat unter anderem eine Spüle und einen Kühlschrank. © Hans von Draminski, NN

"Vor Corona gab es das Kirchencafé an jedem Sonntag und an den meisten Feiertagen", erinnert Karola Schürrle. Die neue Mobillösung soll die Flexibilität erhöhen: "Am Radcafé kann man stehen bleiben, bekommt Kaffee und Kuchen und findet jemanden zum Zuhören", verspricht Karola Schürrle. Im Team sind mit Wilfried Büttner, Peter Kelm, Ute Manz, Wolfgang Niewelt, Günter Sachs, Reinhard Schulz und Anna Vogt, Herzogenauracherinnen und Herzogenauracher, die wissen, wie man anpackt. Konfessionelle Grenzen soll es dabei nicht geben. "Wir respektieren jede Weltanschauung, sind ökumenisch engagiert und möchten glaubwürdig handeln", beschreibt Karola Schürrle das Radcafé-Team.

Kirche schießt Fördergelder zu

Gegenfinanziert wird das Projekt - allein das elektrische Anhänger-Fahrgestell kostet um die 6000 Euro - aus Fördergeldern der evangelischen Kirche, die für solche der Kommunikation förderliche Vorhaben ein gewisses Budget vorhält. Würde das "Rad’tsch Mobil" allerdings nicht überwiegend in eigener Arbeitsleistung erstellt, wäre es dennoch kaum finanzierbar. Der Zeitplan dafür ist angesichts des hier getriebenen Aufwandes vergleichsweise sportlich: Bis zum Juli soll das mobile Radcafé fertig werden. Karola Schürrle und ihr Helferkreis sind zuversichtlich, dass das klappt.

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