Corona zwingt die vhs zu kleineren Kursen

2.9.2020, 07:00 Uhr
Gut lächeln haben vhs-Chef Oliver Kundler (rechts) und seine Stellvertreterin Fabienne Geißdörfer: Trotz der durch die Pandemie bedingten Einschränkungen haben sie ein ansprechendes Herbstprogramm auf die Beine gestellt – allerdings mit weniger Kursteilnehmern und höherem Online-Anteil.

Gut lächeln haben vhs-Chef Oliver Kundler (rechts) und seine Stellvertreterin Fabienne Geißdörfer: Trotz der durch die Pandemie bedingten Einschränkungen haben sie ein ansprechendes Herbstprogramm auf die Beine gestellt – allerdings mit weniger Kursteilnehmern und höherem Online-Anteil. © Foto: Hans von Draminski

Dafür kann man im Unterricht derzeit auf die Maskenpflicht verzichten. Wobei vhs-Leiter Oliver Kundler und seiner Stellvertreterin Fabienne Geißdörfer durchaus bewusst ist, dass sich die staatlichen Vorgaben schnell ändern können, wenn steigende Infektionszahlen dies erfordern.

Keine "Erfindung" der Corona-Zeit, aber während des Lockdowns intensiviert und optimiert wurden die Digitalangebote der vhs. Der Zusatz "Online" prangt nicht nur auf Sprach-, Qigong- und Kochkursen, sondern unter anderem auch auf zwei Bildvorträgen. "Wir haben festgestellt, dass so etwas sehr gut angenommen wird", sagt Oliver Kundler. Wer nun fürchtet, der 176-seitige Kurskatalog für Herbst und Winter, der in 13 600 Exemplaren gedruckt wurde, sei nurmehr mit virtuellen Angeboten gefüllt, wird von Kundlers Stellvertreterin Fabienne Geißdörfer beschwichtigt: "Online-Unterricht ist nicht immer sinnvoll und kann auch nur Stück für Stück ausgebaut werden." Zudem habe der soziale Kontakt, das persönliche Miteinander-Umgehen bei der vhs weiterhin einen hohen Stellenwert.

Darum werden, wo es möglich ist, größere Räume genutzt, um die Mindestabstände zuverlässig einhalten zu können. Dennoch, so fürchtet Oliver Kundler, werde vor allem bei manchen Bestandskursen das Los entscheiden müssen, weil die Kapazität nicht für alle bisherigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausreiche. Corona geschuldet ist auch die Verkürzung der Unterrichtseinheiten. Diese wurden hauptsächlich im Gesundheitsbereich auf 60 Minuten eingedampft, um "Begegnungsverkehr" weitgehend zu vermeiden und außerdem Gelegenheit zu haben, die Kursräume ausreichend durchzulüften.

Chatrooms eingerichtet

40 Kurse wurden laut Fabienne Geißdörfer komplett auf Online-Schulung umgestellt; damit der Austausch untereinander nicht zu kurz kommt, wurden kursbezogene Chatrooms eingerichtet. Vorkehrungen, die auch dann nützlich werden könnten, wenn eine zweite Corona-Welle dazu zwingen sollte, aus "Hybrid-Kursen", bei denen sich Präsenz- und Online-Teile gegenseitig ergänzen, wieder reine Online-Angebote zu machen.

Reale Diskussionen mit realen Menschen soll die Reihe "Das geht uns alle an" beinhalten. Unter Gesprächsleitung von Eric Seuberth geht es um zentrale Themen wie Glaube kontra Vernunft, Lernen, Bildung und Wissen und ganz aktuell darum, ob die Demokratie hierzulande in Gefahr ist. Maja Göpels Vortrag unter dem Motto "Unsere Welt neu denken – eine Einladung" (Montag, 9. November, 19 bis 20.30 Uhr) ist im Netz verfügbar, der Zugang kostenfrei.

Duzfreund des Dalai Lama

Als besondere Highlights des vhs-Programms dürfen Sondertermine betrachtet werden: Am Sonntag, 11. Oktober, gibt es in Kooperation mit der vhs Erlangen eine Exkursion ins frühere KZ-Außenlager Hersbruck (www.vhs-erlangen.de), am Freitag, 20. November, referiert Polizeipressesprecher Bert Rauenbusch im Fürther Kriminalmuseum über wahre Verbrechen in Mittelfranken. Und am Mittwoch, 25. November, kommt mit Prof. Dr. Michael von Brück ein Duzfreund des Dalai Lama ins Herzogenauracher Vereinshaus.

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