Antrag von JU und CSU war im Stadtrat Thema

Parken in Herzogenaurach bald Autos unter Solaranlagen?

Edith Kern-Miereisz
Edith Kern-Miereisz

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23.7.2021, 06:00 Uhr
Zwölf Stellplätze mit Anschlüssen für Reisemobile oder Wohnwagen existieren am Atlantis. Eine Installation von Photovoltaikanlagen hätte auch das Höhenhindernis der Wohnmobile zu berücksichtigen.  

© Foto: Eduard Weigert Zwölf Stellplätze mit Anschlüssen für Reisemobile oder Wohnwagen existieren am Atlantis. Eine Installation von Photovoltaikanlagen hätte auch das Höhenhindernis der Wohnmobile zu berücksichtigen.  

Schlussendlich kam das Kommunalparlament in der Juli-Sitzung vor der Sommerpause überein, den Vorschlag der oppositionellen Stadtratsfraktionen von CSU und JU im Hinblick auf die Parkplätze des Atlantis Freizeitbads noch einmal zu prüfen.

Vom Stadtplanungsamt geprüft wurden alle größeren Parkflächen im Stadtgebiet: Vereinshaus, Rahmbergparkplatz, Rathaus („Hubmannparkplatz“), An der Schütt, Aurachwiesen, Steinerne Brücke, Parkplätze an den Friedhöfen, Parkplatz an der Beethovenstraße, Grundschule Niederndorf, Parkplatz an der Straße Am Gemeindeweiher, Parkplätze an der Mittelschule und am Gymnasium, Parkplatz am Weihersbach-Gelände, Parkplatz am Spielplatz/bei den Kleingärten Nutzungsstraße und der Parkplatz am Atlantis.

Der Antrag der Ratsopposition verstand sich als Fortsetzung des in der Juni-Stadtratssitzung verabschiedeten Kriterienkatalogs für die Errichtung von Photovoltaik. Die Verwaltung prüfte alle genannten Standorte - gleichwohl mit meist abschlägigem Ergebnis.

Am Freitag, 9. Juli 2021 stieg die Aurach in Herzogenaurach über die Ufer und überschwemmte Parkflächen. Ein Grund, weshalb derartige Parkflächen für Photovoltaikanlagen als ungeeignet bewertet werden. 

Am Freitag, 9. Juli 2021 stieg die Aurach in Herzogenaurach über die Ufer und überschwemmte Parkflächen. Ein Grund, weshalb derartige Parkflächen für Photovoltaikanlagen als ungeeignet bewertet werden.  © Matthias Kronau, NN

Bürgermeister German Hacker nannte als Argumente gegen die Errichtung von Photovoltaik auf Parkplätzen Gründe der Wirtschaftlichkeit, gestalterische Vorgaben in der historischen Altstadt, den unverzichtbaren Baumbestand mit Schattenwirkung.

Auch das Parkhaus an der Schütt stand nach den Regenfällen am 9. Juli 2021 unter Wasser. 

Auch das Parkhaus an der Schütt stand nach den Regenfällen am 9. Juli 2021 unter Wasser.  © Matthias Kronau, NN

Kleine PV-Anlagen seien nur dann wirtschaftlich darstellbar, wenn die erzeugte elektrische Energie für die „Eigenstromnutzung“ in einem Gebäude oder anderweitig genutzt werden könne. Dies sei aber bei Parkflächen des öffentlichen Raums nie der Fall. Hinzu kämen aufwändige und notwendigerweise verkehrstaugliche Aufständerungen. Beim Parkhaus an der Schütt seien 14 geplante Ladeplätze für E-Autos noch nicht realisiert. Sobald dies der Fall sei, könnte sich Eigenstrom über PV-Anlagen rentieren. Freiflächenanlagen würden nur bei "Doppelnutzung" zugelassen.

Am Atlantis-Freizeitbad gibt es zwar einen großen Parkplatz. Dieser liegt außerhalb der Baugrenze des Bebauungsplanes, Carport-ähnliche bauliche Anlagen sind erstmal nicht zulässig. Dafür bräuchte es eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes. Der Wohnmobilstellplatz hätte darüber hinaus andere Höhenanforderungen.

Am Atlantis-Freizeitbad gibt es zwar einen großen Parkplatz. Dieser liegt außerhalb der Baugrenze des Bebauungsplanes, Carport-ähnliche bauliche Anlagen sind erstmal nicht zulässig. Dafür bräuchte es eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes. Der Wohnmobilstellplatz hätte darüber hinaus andere Höhenanforderungen. © Günter Distler

Die Parkplätze an den Friedhöfen und der Parkplatz an der Beethovenstraße liegen in oder in der Nähe von Baugebieten mit hohen gestalterischen Auflagen zu Dachformen und Dacheindeckung, sodass es in diesen Fällen einen Vorbildcharakter für die Gestaltung von baulichen Anlagen zu berücksichtigen gelte, führte Anja Wettstein vom Stadtplanungsamt aus.

SPD-Fraktionssprecher Holger Auernheimer äußerte sich "verwundert" über den Antrag der Opposition, nachdem erst in der Juni-Sitzung der Kriterienkatalog für Photovoltaik beschlossen worden war.

JU-Stadtrat Konrad Körner war "klar, dass es nicht einfach so geht". Den Rahmberg-Parkplatz und den Atlantis-Parkplatz ("6500 Quadratmeter") hielt er für möglich. Auch seien Bebauungspläne änderbar. Die Herzo Werke sollen die Angelegenheit überprüfen.

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