Aurachtalbahn: Brief an Bürgermeister

25.2.2019, 07:00 Uhr
Die Gegner der Stadt-Umalnd-Bahn wollen die stillgelegte Aurachtalbahn aktivieren, deren Schienen hier zu sehen sind.

Die Gegner der Stadt-Umalnd-Bahn wollen die stillgelegte Aurachtalbahn aktivieren, deren Schienen hier zu sehen sind. © Matthias Kronau

Als Vertreter der Initiative schreiben Peter Dittrich und Martin Harrer, die Entscheidung des Herzogenauracher Stadtrats gegen das Bürgerbegehren für eine Reaktivierung der Aurachtalbahn entspreche nicht "dem Demokratieverständnis größerer Teilen der Bevölkerung".

Das Verhalten insbesondere der Fraktion "Bündnis90/Die Grünen" gebe dabei Rätsel auf. "Die Bürger dieser Stadt fragen sich, was will die Fraktion der Grünen überhaupt? Die Fraktionsvorsitzende der Grünen und der 3. Bürgermeister haben unser Bürgerbegehren mit ihren Unterschriften unterstützt und dann in der Stadtratssitzung am 29. Januar 2019 dagegen gestimmt. Da stellt sich schon die Frage: Wissen sie nicht, was sie tun?"

Dittrich und Harrer sind der Meinung, es gäbe Hinweise, dass die StUB an den Kosten scheitern könne. "Die Stadt Erlangen wird die für sie anfallenden Kosten nicht stemmen können beziehungsweise nur mit der Aufnahme von weiteren Schulden aufbringen – eine Situation, die schon 1998 einen Stopp durch die Regierung von Mittelfranken bewirkt hat. Falls die Regierung erneut nicht zustimmt, wäre das Projekt Stadt-Umland-Bahn zum Scheitern verurteilt."

Die Initiatoren befürchten: "Wenn die StUB nun nicht kommt und gleichzeitig die Reaktivierung der Aurachtalbahn verhindert wird, steht Herzogenaurach mit leeren Händen da."

Forderung weiter verfolgen

Der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn habe die Aurachtaltrasse als Straßenbahn von Herzogenaurach bis Erlangen-Bruck, nur als Teil eines Paketes, mit anderen Strecken untersucht. Grob verfälschend sei dies unter anderem auf der Kostenseite. "Hier wurden zum Beispiel als größter Einzelposten, zirka 25 Prozent von Gesamtkosten, für eine mögliche Entwässerung der Trasse angesetzt, obwohl eine Entwässerung bei einer bereits bestehenden Trasse nicht notwendig ist."

Auch bei den Nutzer-Daten sprechen Peter Dittrich und Martin Harrer von Fehler. Hier sei festzustellen, dass nur eine Straßenbahn bis Erlangen-Bruck untersucht wurde, die möglichen Fahrgastzahlen der Haltestellen der S-Bahn Erlangen-Paul-Gossen-Straße – mit dem Siemens Campus mit 14 000 Beschäftigten – und Bahnhof Erlangen wurden nicht berücksichtigt. "Die Option S-Bahn wurde noch nie untersucht. Von einer objektiven Untersuchung als S-Bahn durch den Zweckverband Stadt-Umland-Bahn kann deshalb keine Rede sein", meinen die Absender des offenen Briefes. Am Ende des Schreibens teilen sie mit, "dass wir unsere Forderung, dass ein unabhängiges Planungsbüro mit der Durchführung des Standardisierten Bewertungsverfahren für die Aurachtaltrasse als S-Bahn beauftragt wird, weiter verfolgen werden". Herzogenaurach brauche einen Anschluss an das S-Bahnnetz. "Dafür werden wir als Bürgerinitiative weiter kämpfen." nn

 

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