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Bald ist Winter im Bienenstock

Sommer mit magerer Honig-Ausbeute - 13.07.2016 08:55 Uhr

Klaus Becker (links) hatte Kinder aus der Villa Herzolino am Zeidlerhaus zu Gast. © Foto: Villa Herzolino


Das sagt Imker-Kreisvorsitzender Klaus Becker auf Anfrage unserer Zeitung und fasst den Bienen-Sommer dabei als nicht besonders ertragreich zusammen. Jedenfalls sei die Sommertracht, also die Honig-Ausbeute aus den sommerlichen Blüten, „sehr sehr schwach“ gewesen. Becker hat dieser Tage erst Honig geschleudert und schiebt das magere Ergebnis auf das verregnete späte Frühjahr mit den viel zu kalten Temperaturen, bei denen die fleißigen Insekten zu oft nicht ausfliegen konnten.

Schon im frühen Frühjahr, so Becker über das Bienenjahr 2016, habe er wegen der sehr früh einsetzenden Rapsblüte Angst gehabt, die Bienen könnten dieses Nektar-Angebot verpassen, was auch die Frühjahrstracht hätte mager ausfallen lassen. Andernorts, so verlautete beispielsweise bei der vergangenes Wochenende stattgefundenen Imkertagung in Veitshöchheim, haben die Völker im Frühling regelrecht Hunger gelitten. Einige Bienenzüchter verloren Völker.

Nicht so um Herzogenaurach, wo unter anderem Klaus Beckers Bienenvölker Nektar sammeln. Ihr sprichwörtlicher Fleiß lohnte sich, denn es gab eine versetzte Rapsblüte und auch, als die Obstbäume blühten, herrschte gutes Flugwetter für die Insekten.

So haben laut Becker auch die Imker eine „halbwegs gute Ernte“ an Frühlingshonig aus Raps und Obstbau-Nektar eingefahren.

Jetzt, nach der Sommer-Sonnenwende, wenn die Tage wieder kürzer werden, geht für die Bienen das Jahr schon wieder zu Ende. Die männlichen Bienen, die Drohnen, werden laut Becker bereits aus den Stöcken hinausgeworfen, die mit fünf bis sieben Wochen recht kurze Lebenszeit der Sommerbienen geht zu Ende, die Winterbienen mit einer Lebenserwartung von sechs bis sieben Monaten werden eingefüttert.

Den Bayerischen Imkertag, der am 3. und 4. September in Herzogenaurach und in Erlangen stattfindet und gleichzeitig das 125-jährige Bestehen des Herzogenauracher Imkervereins begeht, werden die sechsbeinigen Nutztiere fast schon im Winter-Modus erleben. Klaus Becker hofft, dass letzterer nicht, wie im warmen Winter 2015/2016, bis Weihnachten hinausgeschoben wird, was Zufüttern durch die Imker zur Folge hatte.

Becker hatte dieser Tage die Kinder aus der „Villa Herzolino“ an seinem Zeidlerhaus zu Gast und erklärte ihnen, wie wichtig für die Natur und für die Menschen die befruchtenden Aktivitäten der Bienen sind.

Die Kinder durften in einen Imkeranzug schlüpfen, die Waben aus dem Bienenstock nehmen, anfassen und daran riechen, den „Smoker“ betätigen und die Honigschleuder ankurbeln.

Die Tätigkeit des Imkers bildete den Abschluss auch des KiTa-Jahres, das diesmal unter dem Thema: „Berufe – was ich einmal werden will“ stand.

rg/nn

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