BN warnt vor Baugebiet in Röttenbach

19.7.2016, 19:15 Uhr

© Foto: Silvia Schulte

Mit diesem neuen Areal will die Kommune laut einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Machbarkeitsstudie Platz schaffen für rund 100 Bauwillige.

Entschieden wandte sich der Röttenbacher BN-Vorsitzende Wolfgang Schwering gegen den seiner Meinung nach „unnötigen Flächenverbrauch“ dieses neuen Baugebietes. So wurden im Jahr 2014 in Bayern 10,8 Hektar Freiflächen in Siedlungs- oder Verkehrsflächen umgewandelt.

Ziel der bayerischen Staatsregierung sei deshalb, diesen Flächenverbrauch deutlich zu senken. Auch der BN stehe hinter diesen Zielen der Staatsregierung.

In der Vergangenheit seien zwar wiederholt Baugebiete in Röttenbach ausgewiesen worden. Aber es habe keinen Bauzwang für die im Privatbesitz befindlichen Grundstücke gegeben, erläuterte das BN-Vorstandsmitglied und der früherer Gemeinderat Hubert Ammon. „Diese Grundstücke heben Großeltern oft für ihre Enkel auf.“ Sie würden also nicht auf dem freien Markt angeboten.

Außerdem gebe es „unbebaute Inseln“ im inneren Ortsbereich. Diese Flächen waren aus den Bebauungsplänen herausgenommen worden, Hier bestehe ein „großes Potenzial“ zu einer innerörtlichen Bauverdichtung.

Diese Flächen würden laut BN-Ortsgruppe ausreichen für die gesuchten 100 Grundstücke. Bevor man also ein neues Baugebiet ausweise, sollte man zuerst dieses Potenzial heben, um dem „Siedlungsdruck“ entgegen zu wirken.

Laut bayerischem Baugesetz von 2013 solle „städtebauliche Entwicklung vorrangig durch Maßnahmen der Innenentwicklung erfolgen. Will heißen: keine neuen Baugebiete, sondern Nachverdichtung.

Für das geplante Baugebiet fehle außerdem noch eine Umwelt-Verträglichkeitsprüfung. So sei die freie Natur im westlichen Ortsgebiet Brutstätte der Feldlerche — immerhin auf der roten Liste bedrohter Tierarten. Auch weitere bedrohte Tiere wie Rebhuhn und Feldhase seien dort anzutreffen.

Doch damit nicht genug: Im südlichen Bereich würde die Nahrungsgrundlage für das Röttenbacher Storchenpaar durch das künftige Baugebiet berührt.

Gefahr von Hochwasser

Wenig Freude hat der BN auch an einer eventuell durch Bauplätze und Bevölkerungswachstum nötigen Umgehungsstraße. Diese würde zum „Verlust des ländlichen Charmes“ von Röttenbach führen. Der BN-Vorstand: Ein neues Baugebiet samt möglicher Umgehungsstraße „stellt einen untragbaren Landschaftsverbrauch dar“. Von einer verstärkten Hochwassergefahr sprach BN-Mitglied und Ex-Gemeinderat Helmut Eisfeld.

Laut eigener, überschlägiger Berechnung für das 7,5 Hektar große Baugebiet und bei einer Bodenversiegelung von 50 Prozent fielen bei einem Starkregen mit 40 Litern pro Quadratmeter rund 1500 Kubikmeter Wasser an. „Die müssen erst einmal abgeführt werden.“

Große Probleme seien auch durch die verkehrsmäßige Erschließung des Neubaugebietes Richtung Hauptstraße zu erwarten, glaubt der BN-Vorsitzende. „Wie will man diesen Verkehr auf die Hauptstraße bringen?“, fragt Schwering. Verschärft würden diese Schwierigkeiten zusätzlich durch den verkehrsberuhigten Ausbau der Schulstraße. Der BN wartet jetzt auf ein neues Verkehrsgutachten.

An einen langfristigen Bevölkerungszuwachs in Röttenbach mochten die BN-Vertreter auch nicht so recht glauben. Laut Prognose des Statistischen Landesamtes blieben die Einwohnerzahlen bis 2029 stabil. Schon heute gebe es Leerstände in der Hauptstraße.

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