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Diebes-Trio leitete Betäubungsgas in Wohnwagen

Ermittlungen wegen Einbrüche auf Rastplätzen entlang der A 3 sind jetzt abgeschlossen — 20 Mal in Bayern zugeschlagen - 16.12.2015 08:57 Uhr

So ein Wohnwagen lädt ein zum friedlichen Schlafen. Auf Rastplätzen entlang der Autobahn rät die Polizei allerdings zur Vorsicht. Einem Diebes-Trio konnten die Ermittler jetzt 42 Taten nachweisen.

© Foto: colourbox.de


Insgesamt 20 Mal hatten die Täter zwischen Juni und August zugeschlagen, zum Teil auch als die Reisenden in ihren fahrenden Wohnmobilen oder Wohnwägen schliefen. In vier Fällen hatten ihre Opfer auf der Rastanlage Steigerwald Süd oder Nord geparkt.

Ende August hat die Polizei drei Tatverdächtige festgenommen, die bis heute in Untersuchungshaft sitzen. Dem Trio werden jetzt insgesamt 45 Taten im gesamten Bundesgebiet vorgeworfen. Damit sind die Ermittlungen der Kommission „WoMo“, die in enger Abstimmung mit der Würzburger Staatsanwaltschaft geführt wurden, abgeschlossen.

In die Falle getappt

Ab August 2105 hatte die unterfränkische Polizei umfangreiche Präventions- und Repressionsmaßnahmen eingeleitet, um die Tatverdächtigen dingfest zu machen. Neben der Verteilung von eigens entworfenen Flyern an Rastanlagen wurde auch operativ gearbeitet. Im Rahmen von gezielten Überwachungsmaßnahmen hatten die Ordnungshüter dann in der Nacht zum Freitag, 21. August, etwa gegen 4 Uhr Unbekannte bemerkt, die sich an einem Wohnmobil zu schaffen gemacht hatten. Dieses war im Bereich der Tankstelle der Rastanlage Haidt-Süd (Kleinlangheim, Landkreis Kitzingen) abgestellt.

Unverzüglich war eine Großfahndung nach den sofort flüchtenden Tätern eingeleitet worden, die einige Stunden später am Bahnhof Kitzingen von Erfolg gekrönt war. Bei einem 18- und zwei 42-jährigen dringend Tatverdächtigen klickten die Handschellen. Neben den Taten in Bayern ging es bei den weiteren Ermittlungen auch um Fälle im benachbarten Hessen, in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Baden Württemberg – insbesondere entlang der Autobahnen A 3, aber auch an der A 8 und A 9.

In enger Abstimmung mit der Würzburger Staatsanwaltschaft wird nunmehr wegen 42 Fällen des schweren Bandendiebstahls, in drei Raubstraftaten und vier Fällen des Computerbetrugs ermittelt.

Der bei allen Taten insgesamt entstandene Beuteschaden bewegt sich im Bereich von knapp 60 000 Euro. Der Sachschaden liegt bei etwa 15 000 Euro.

Die Masche der Täter

Zur Masche der Täter: Sie suchten meist in der zweiten Nachthälfte zwischen null und 5 Uhr vorrangig auf Rastanlagen entlang der A 3 geparkte Wohnwagen oder Wohnmobile von Touristen auf. Sie öffneten gewaltsam die Fahrer- oder Beifahrertüre und verschafften sich so Zutritt zu dem Innenraum. Dort ging es ihnen dann hauptsächlich darum, möglichst rasch Bargeld zu finden und wieder unerkannt zu entkommen. In einigen Fällen ließen die Diebe allerdings auch Handys, Tablets oder Laptops mitgehen.

Neben dem materiellen Schaden war für die Opfer belastend, dass sie teilweise während der Taten in ihren Wohnmobilen geschlafen hatten. es waren auch Familien mit Kindern betroffen.

In der Regel bekamen die Bestohlenen nichts von den Taten mit. Deshalb hat die Polizei auch überprüft ob Betäubungsgase zum Einsatz kamen. In den drei oben genannten Fällen wegen des Verdachts eines Raubdeliktes gibt es Anhaltspunkte dafür, dass die Täter tatsächlich Chloroform zum Betäuben in den Innenraum eingeleitet haben.

 

DIE POLIZEI RÄT:

*Lassen Sie keine Wertgegenstände offen im Fahrerhaus oder im Wohnbereich liegen, sondern sperren Sie diese in ein Wertbehältnis ein! Die Täter sind in der Regel auf den schnellen Erfolg aus.

*Schließen Sie ihre Fahrzeuge grundsätzlich ab! Auch wenn Sie ihr Reisemobil, ihr Zugfahrzeug oder ihren Caravan nur kurz verlassen.

*Ein Campingplatz oder Wohnmobilstellplatz ist ohne Zweifel der sicherste Ort für ein Wohnmobil oder Wohnwagen! Verlassen Sie deshalb die Autobahn und suchen Sie sich einen geschützten Übernachtungsplatz.

*Beim Übernachten auf unbewachten Stellplätzen senken Sie die Stützen am Fahrzeug nicht ab, damit mögliche Täter nicht erkennen können, dass Sie länger bleiben wollen.

*Rüsten Sie ihr Fahrzeug mit technischen Hilfs- und Warnmitteln wie Außenbeleuchtung oder elektronischen Überwachungs- und Meldeanlagen aus, um mögliche Einbrecher abzuschrecken.

*Melden Sie verdächtige Wahrnehmungen an die Polizei unter der Notruf-Nummer 110. Prägen Sie sich dabei möglichst viele Details ein, zum Beispiel das Auto-Kennzeichen, Fahrzeug, Aussehen der Person.

nn

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