Mittwoch, 20.01.2021

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Erlangen: StUB-Ostast rückt in greifbare Nähe

Nürnberger OB Marcus König als Zweckverbands-Vizevorsitzender bestätigt - 09.11.2020 17:33 Uhr

Die aktuellen „Avenio“-Straßenbahnzüge der Erlanger Firma Siemens dienen den StUB-Planern als „Bemessungsfahrzeuge“, die bis zu 54 Meter lang sein können. Dabei geht es um den allgemeinen Platzbedarf ebenso wie um Kurvenradien.

09.11.2020 © Siemens


 Dies wurde bei der jüngsten Sitzung des StUB-Zweckverbandes im Sitzungssaal des Herzogenauracher Interims-Rathauses deutlich. Nachdem im März die Stadt Nürnberg mit Marcus König einen neuen Oberbürgermeister gewählt hatte, war der CSU-Mann König nun an der Reihe, auch das Amt des Vize-Verbandsvorsitzenden im StUB-Zweckverband anzutreten, nachdem sein Amtsvorgänger Ulrich Maly (SPD) aus dem politischen Tagesgeschäft ausgeschieden ist. Die Stellvertreter-Funktion übt König gleichwohl nur noch für wenige Wochen aus, denn am 1. Januar 2021 übernimmt er turnusgemäß den Verbandsvorsitz von Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker. Zweiter Stellvertreter ist Erlangens OB Florian Janik (SPD).

Gemeinden machen den Weg frei

Nach einer aktuellen Erhebung des Zweckverbandes hat inzwischen die überwiegende Mehrheit der betroffenen Umlandgemeinden im Erlanger Stadtosten per "Grundsatzbeschluss pro StUB im Schwabachtal" in den jeweiligen Räten den Weg für realitätsnahe Ostast-Planungen frei gemacht. Zur Erinnerung: Als sich der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn gründete, ging man noch vom sogenannten L-Netz aus, das in Form einer Überland-Straßenbahn Nürnberg über Erlangen mit Herzogenaurach verbinden soll.

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"Seku" und H-Bahn: Die historischen Vorläufer der StUB

Die Stadt-Umland-Bahn ist das Thema in der Region. Doch wer kann sich noch an die H-Bahn oder die "Seku" erinnern? Warum die Erlanger Hochbahn heute in Dortmund fährt und der SPIEGEL damals über die Hugenottenstadt lästerte, erfahren Sie in unserer Bildergalerie.


Inzwischen ist aber auch der rechte, östliche Ast des dann "T-Netz" genannten Systems in umsetzbare Nähe gerückt, weil sich nicht nur die staatlichen Fördervoraussetzungen geändert haben, sondern durch geplante Ausweitungen unter anderem bei Siemens und der Friedrich-Alexander-Universität auch ein massives Anwachsen der Ein- und Auspendler nach beziehungsweise von Erlangen erwartet wird.

Positive Auswirkungen des Ostastes

Eine Entwicklung, die von den Zweckverbandsmitgliedern sichtlich erfreut registriert wird, denn die Anbindung der StUB an die Gräfenbergbahn und damit in den Landkreis Forchheim hinein könnte auch positive Auswirkungen auf die restlichen Teilstrecken der Stadt-Umland-Bahn haben. Im Nachbarlandkreis Forchheim wird sich der Mobilitätsausschuss am Mittwoch, 18. November, mit dem Thema beschäftigen, ehe es im Forchheimer Kreisausschuss zur Abstimmung kommt.

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Alles, was Sie über die StUB wissen müssen

Die StUB ist das wohl meistdiskutierte Großprojekt in der Metropolregion, und das schon seit Jahren. Doch worum wird eigentlich so sehr gestritten? Wohin soll die StUB einmal fahren, wer bezahlt das Vorhaben - und was wären die Alternativen? Unsere Bildergalerie hat die Antworten.


Konkrete Planungen wurden im Zweckverband ebenfalls diskutiert. So stellt sich etwa auf Erlanger Stadtgebiet die Frage, ob die StUB die A 73 über- oder unterqueren soll. Zwar sei eine Überquerung "aus ingenieurtechnischer Sicht leichter umzusetzen", so die Verbandsplaner, man wolle aber nicht zuletzt aus städtebaulicher Sicht – Stichwort Sichtachsen – die Unterquerung der Autobahn favorisieren.

Siemens-Triebzug als Maßstab

Konkretisiert wurde auch die Auswahl des "Bemessungsfahrzeugs", nach dem sich unter anderem Kurvenradien und Lichtraumprofile richten werden. Die Antwort auf die Frage, wie viel Platz die Stadt-Umland-Bahn im Straßenraum einnimmt, wird mit den aktuellen "Avenio"-Straßenbahnzügen der Firma Siemens fürs Erste beantwortet: Der sechsteilige Triebzug ist 54 Meter lang und damit deutlich länger als beispielsweise ein normaler D-Zugwagen der "großen Bahn".

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Wie verläuft die StUB auf der Herzo Base?

Bei einem "Lokalforum" des Zweckverbands Stadt-Umland-Bahn (StUB) ging es dieses Mal um den Streckenverlauf auf der Herzo Base in Herzogenaurach. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger waren gekommen, um zu sehen, die StUB fahren wird, und wo die Haltestellen liegen werden.


Dennoch kommt er durch den mehrgliedrigen Aufbau um viel engere Kurven herum. Das umfangreiche Platzangebot bemisst sich auch an dem Umstand, dass die Stadt-Umland-Bahn von Nürnberg (wo momentan noch die Haltestelle "Am Wegfeld" den Endpunkt im Nürnberger Norden markiert) nach Erlangen durchfährt und für viele damit das Umsteigen entfällt.

"Straßenbündige Gleiskörper"?

Auf einigen Gebieten geht es in naher Zukunft bereits in die Detailplanung, unter anderem um die Frage, ob die StUB-Gleise in bestimmten Straßen, wo sie sich den vorhandenen Platz mit dem übrigen Verkehr teilen müssen, rechts oder links verlegt werden. In diesem Zusammenhang wird berücksichtigt, dass auch "straßenbündige Gleiskörper" mittlerweile unter bestimmten Voraussetzungen förderfähig sind.

Am Dienstag, 17. November, werden die Planungen im Herzogenauracher Planungs- und Umweltausschuss behandelt; am Dienstag, 8. Dezember, im Erlanger UVPA, in Nürnberg am Donnerstag, 17. Dezember, im Verkehrsausschuss.

Quiz: Was wissen Sie über die Straßenumlandbahn?

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Testen Sie ihr Wissen über die StUB!

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Frage 1/10:

Seit wann laufen die Planungen für die StUB?

Bereits vor 1988 werden im Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Erlangen erste Vorstellungen zu einer Stadt-Umland-Bahn entwickelt. 1992 beauftragen die Stadt Erlangen und die Landkreise Erlangen-Höchstadt und Forchheim das Ingenieurbüro Obermeyer mit einer Machbarkeitsstudie.

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Frage 2/10:

Wie viel soll das Projekt kosten?

Für das regionale Infrastrukurprojekt sind etwa 300 Millionen Euro vorgesehen. Davon entfallen 40 Millionen auf die Planung.

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Frage 3/10:

Warum soll das Projekt realisiert werden?

Die Trasse soll den Anreiz für den ÖPNV erhöhen und somit CO2 einsparen. Der Autoanteil liegt in Erlangen trotz der Busse immer noch bei 60 Prozent. Zudem ist Herzogenaurach bisher nur mit dem Auto oder dem Bus zu erreichen.

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Frage 4/10:

Was spricht gegen die Trasse?

Aus Sicht der Kritiker bestehen noch zu viele Unsicherheiten. Der genaue Streckenverlauf und der finanzielle Eigenanteil der Kommunen befinden sich noch in der Schwebe. Zudem sei das Projekt ein Minusgeschäft, Elektrobusse könnten eine kostengünstigere Alternative darstellen.

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Frage 5/10:

Wieso zieht sich die Planung der StUB so lange?

Die Details zu klären, kann unter Umständen viel Zeit in Anspruch nehmen. Bei Protesten und Einwänden dauert es noch länger.

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Frage 6/10:

Welche Kommune trägt den Großteil der Kosten?

Der größte Abschnitt verläuft in Erlangen, daher ist die Stadt auch der größte Kostenträger. Das sind 42 Millionen an Investitions- und 24,5 Millionen an Planungkosten.

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Frage 7/10:

Welcher Landkreis stieg nach einem negativen Bürgerentscheid aus dem Projekt aus?

Ein Bürgerentscheid im Landkreis Erlangen-Höchstadt fiel 2015 mit 54,80 Prozent Nein-Stimmen durch, weshalb nun Herzogenaurach als dritte Kommune am Bord ist.

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Frage 8/10:

Welches Unternehmen machte die StUB zur Bedingung, um einen neuen Campus zu errichten?

Siemens kündigte im September 2016 an, auf dem Gelände des Forschungszentrums im Süden Erlangens für mehrere hundert Millionen Euro Arbeitsplätze und Wohnungen errichten zu wollen - ohne StUB aber keine Investitionen.

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Frage 9/10:

Welchen finanziellen Anteil übernimmt der Bund?

Der Bund trägt 60 Prozent, der Freistaat 30 Prozent der zuwendungsfähigen Baukosten.

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Frage 10/10:

Wie soll die Taktung der StUB zwischen Büchenbach-West und Herzogenaurach gestaltet werden?

Weil man an der Stadtgrenze Erlangen/Herzogenaurach nach einer aktuellen Prognose mit 10.800 statt zuvor mit 4900 Fahrgästen rechnet, wird dort künftig mit einem Zehn-Minuten-Takt geplant.

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HANS VON DRAMINSKI

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