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Es summt am Zeidlerhaus auf der Herzo Base

Imkerverein Herzogenaurach stellt seine Arbeit vor - 04.09.2019 15:57 Uhr

Imker bei der Arbeit auf der Herzo Base. © Foto: Nadine Fürst


Das Zeidlerhaus steht zwischen Olympiaring und der Straße Zum Flughafen direkt hinter dem Kreisverkehr nach Haundorf im kleinen Wald. Dort leben die Carnica-Bienen, die auf den Blühwiesen sowie von den Linden und den Akazien ihren Nektar für den Honig ernten.

Durch das Volksbegehren Anfang des Jahres sei viel in den Köpfen passiert, sagt Vereinsvorstand Klaus Becker. Er spüre eine Veränderung. Die Leute kauften ihren Honig wieder eher beim Imker.

Im Herzogenauracher Imkerverein sind rund 90 Mitglieder registriert. Viele von ihnen haben als Probe-Imker angefangen.

Der Jüngste ist André Hack, gerade mal zehn Jahre alt. Er beherrscht "seinen Kasten" selbst vor Publikum wie ein Großer: Er prüft, ob sich Varroa-milben eingenistet haben, kontrolliert im Schubnest, wie viel Futter die Bienen noch haben, wie es mit der Brut aussieht und ob die Königin noch da ist.

Eher zufällig ist der junge Herzogenauracher zum Imkern gekommen: durch eine Freundin seiner Mutter. Zunächst hätten sie viel darüber gelesen und sich Videos dazu angeschaut, erzählt André Hack. Das war vor einem halben Jahr. Den Bienenkasten hat er sich dann selbst zusammengebaut. Inzwischen ist der erste Honig geerntet.

In seinem Kasten werden gerade die Winterbienen ausgebrütet. Sie erhalten die Königin und somit ihr Volk über die Wintermonate am Leben. Fünf bis sieben Monate dauert der Lebenszyklus einer Winterbiene, der einer Sommerbiene nur fünf bis sieben Wochen. Im Frühjahr legt die Königin um die 2000 Eier am Tag.

Im Winter bleibt die "Bien" – also die Gesamtheit des Bienenvolkes – im Stock. Das ihnen entnommene Futter, sprich der Honig, muss zwischen Mitte August und Mitte September ersetzt werden. Pro Volk kommen da bis zu zehn Kilogramm Zucker, aufgelöst in Flüssigkeit, zusammen. Damit ist die "Bien" den Winter über gut versorgt.

Seit zwei Jahren ist Thomas Winkler im Verein und demnach noch ein Probe-Imker. Inzwischen hat der Landschaftsarchitekt bereits über 70 unterschiedliche Blumenarten fotografiert, die rund um das Zeidlerhaus wachsen. Für sein Engagement ernennt ihn Vereinsvorstand Klaus Becker beim Kreisimkertag per Urkunde zum "Bien-Obergesellen". Die Blühwiesen an der Adidas Allround Reception werden im Frühjahr angesät und dienen als Futter für die Bienen und andere Insekten. Je mehr Arten auf den Blühwiesen wachsen, umso mehr Futter ist vorhanden. Seit drei Jahren wird das Feld angesät. Bunte Kronwicken, Hornklee, Cosmea, Ringelblumen, Hasenklee und Buchweizen sind nur einige Sorten, die rund um das Zeidlerhaus wachsen. Thomas Winkler kennt sie alle.

Eine derartige Artenvielfalt braucht dafür den richtigen Platz. Der Eingriff an Wald oder in Naturschutzgebieten durch die Ansaaten sei zu groß, erklärt Klaus Becker.

Das Zeidlerhaus ist eines von sechs Lehrbienenhäuser im Landkreis. Es steht für die 1000-jährige Tradition und Geschichte rund um die Bienenhaltung in Herzogenaurach. Diese Tradition lebt mit Nachwuchsimkern wie André Hack weiter.

NADINE FÜRST

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