Montag, 17.02.2020

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Firma adidas „weit entfernt von wahrer sozialer Nachhaltigkeit“

Christliche Initiative Romero kritisiert Preisverleihung an den Sportartikelhersteller — „Miserable Arbeitsbedingungen und Hungerlöhne ignoriert“ - 20.06.2013 16:24 Uhr

Harsche Kritik erntet adidas für einen Nachhaltigkeitspreis von der Christlichen Initiative Romero. © dpa


Laut CIR geschah das „ungeachtet der miserablen Arbeitsbedingungen und Hungerlöhne für die NäherInnen in den Zulieferfabriken des Sportartikelherstellers. Von der Auszeichnung profitieren adidas und RobecoSAM gleichermaßen – nachhaltig ausgerichtete InvestorInnen und die ArbeiterInnen weltweit bleiben auf der Strecke.“ Damit seien sowohl der Preisverleiher als auch der Empfänger von wahrer sozialer Nachhaltigkeit weit entfernt.

RobecoSAM gebe vor, nachhaltige Unternehmen zu identifizieren und diese in Form von Anlageprodukten potenziellen InvestorInnen anzubieten. Nun vergebe RobecoSAM an genau die Unternehmen einen Preis, die es längst in den eigenen angeblich nachhaltigen Finanzprodukten anbiete. Dadurch wolle RobecoSAM seine Anlageprodukte aufwerten. „Dass Fondsanbieter und Preisverleiher identisch sind, muss stutzig machen. Der Bock macht sich hier selbst zum Gärtner“, so Maik Pflaum, Referent für Arbeitsrechte bei der (CIR). Investoren, die auf nachhaltige Produkte setzen, würden so in die Irre geführt.

Ein aktuelles Zeichen für mangelhafte Unternehmensverantwortung bei adidas sei die Weigerung, das Gebäude- und Brandschutzabkommen für Bangladesch zu unterzeichnen. 50 Unternehmen, darunter auch der Herzogenauracher Konkurrent Puma, haben dies getan - adidas blocke ab.

adidas blockiere aber nicht nur, adidas gehe sogar noch viel weiter: Ländern, die beabsichtigen, die Mindestlöhne zu erhöhen – oder dies sogar tun -, werde mit einem Umzug in ein anderes, billigeres Produktionsland gedroht. Die Folge ist die Zahlung von Löhnen, die nicht ausreichen, um die elementarsten Bedürfnisse der ArbeiterInnen zu befriedigen.

ots

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