Samstag, 16.11.2019

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Herzogenaurach: Orgeltage gehen glanzvoll zu Ende

„Orchester- und Orgelkonzert“ mit dem Collegium Musicum in der evangelischen Kirche - 08.08.2016 08:57 Uhr

Zum Abschluss der Herzogenauracher Orgeltage ließ Gerald Fink die Orgel in der evangelischen Kirche erklingen, dazu spielte ein Kammerorchester des Collegium Musicum unter der Leitung von Dankwart Schmidt. © Foto: Max Danhauser


Mit drei Orgelkonzerten in der evangelischen Kirche, in St. Otto und St. Magdalena ermöglichte die Stadt in Zusammenarbeit mit den Organisten der Kirchengemeinden eine außergewöhnliche Konzertreihe – und das nicht zum ersten Mal. Im Rahmen der Herzogenauracher Orgeltage 2016 konnte man wieder renommierte Musiker in die Stadt holen und eindrucksvoll die Kraft der drei historischen Kircheninstrumente zur Schau stellen.

Begonnen hatten die Orgeltage 2016 am 8. April mit dem „Orgelimprovisationsfest“ in St. Magdalena auf der Metzler-Orgel mit Domorganisten aus Bamberg, München und Regensburg. Im Juni dann das zweite Highlight: „Rezital für Orgel und Flöte“ hieß das Konzert in St. Otto, bei dem der Echo-Klassik-Preisträger Christian Schmitt an der Ahrend-Orgel performte, begleitet von Flötistin Tatjana Ruhland

Am Freitag konnte man sich dannvom „Orchester- und Orgelkonzert“ in der evangelischen Kirche begeistern lassen. Mit von der Partie war eine Delegation von rund 20 Musikerinnen und Musikern des Collegium Musicum von Schloss Weißenstein in Pommersfelden.

Nach einer Teilnahme des Herzogenauracher Kulturpreisträgers Gerald Fink an den Orgeltagen im vergangenen Jahr als Solist, gestaltete er nun zusammen mit dem Kammerorchester des Collegium Musicum (Leitung: Dankwart Schmidt) das Abschlusskonzert in Herzogenaurach mit. Talentierte junge Erwachsene aus vielen Nationen waren in der Orchesterauswahl am Freitag mit dabei und gaben ein glanzvolles Kammerkonzert zum Besten.

An der bereits 1976 erbauten und 2010 in den Chorraum verlegten Steinmeyer-Orgel wurde am Freitag von einem Kenner gespielt: Gerald Fink, der das Instrument gerne als „sein“ Instrument bezeichnet. Fink liebt die Orgel, nicht zuletzt, weil er sogar einen Studienabschluss für Orgel als Konzertfach hat. Eindrucksvoll zeigte er, was das zweimanualige Instrument hergeben kann. Die für einen ursprünglich kleineren Kirchenraum erbaute Orgel erfüllte unter den flinken Fingern von Fink das ganze Gebäude.

Professionelle Bedingungen

Das junge Ensemble der Pommersfeldener Sommerakademie glänzte dabei besonders. Schon bald wurde klar, dass hier Profis am Werk sind. Genau das sei auch das Ziel, berichtete Dirigent Dankwart Schmitt. Insgesamt vier große Orchesterprogramme in unterschiedlicher Besetzung, darunter das Kammerorchester, das am Freitag in Herzogenaurach auftrat, werden vom Collegium Musicum unterhalten. Vor allem möchte man den Teilnehmern – alles angehende Berufsmusiker – ein klassisches Repertoire unter professionellen Bedingungen vermitteln, so Schmitt.

Und das ist auch gelungen. Schmitt erscheint dabei als perfekter Leiter der Truppe. Jeder Dirigent entwickelt im Laufe der Zeit seine eigene Art zu dirigieren, er zählt wohl zu den ruhigeren seiner Zunft. So lässt er den jungen Talenten Freiraum zur Entwicklung, er selbst bleibt zurückhaltend, ist kein Selbstdarsteller.

Es war ein abwechslungsreiches Programm mit Komponisten vom Barock bis zur Romantik. Den Anfang machte das Orchester mit „Einzug der Königin von Saba“, anschließend spielte man mit der Orgel zusammen das „Orgelkonzert op. 7 Nr. 1 in B-Dur“ (beide von Georg Friedrich Händel).

Es folgte Finks Solo mit „Toccata und Fuge F-Dur“ von Johann Sebastian Bach auf der Orgel. Das Orchester setzte dann mit einer Streichersymphonie fort, anschließend war nochmal die Orgel als Soloinstrument an der Reihe.

Für das letzte Stück, „Konzert für Orgel und Orchester in F-Dur“ von Josef Gabriel Rheinberger, kamen dann auch noch einige Bläser hinzu. Für einen kurzen Moment lag noch ein Hauch Melancholie in der Luft, bis der Schlussakkord ertönte.

Laute Töne konkurrierten mit leisen, kraftvolle mit sanften, aber sicherlich konkurrierten sie nicht um die Gunst des Publikums, denn die hatten sie schon lange zuvor inne. Rhythmische Tonfolgen verleiteten zum Mitwippen, zartere Klänge um Innehalten.

mda

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