Herzogenaurach: Quirliger Jazz in der Kirche

10.11.2019, 17:34 Uhr
Drummerin Mareike Wiening, Stephanie Lottermoser (Gesang und Tenorsaxofon), Gee Hye Lee (Piano) und Judith Goldbach (Kontrabass) setzten mit ihrem Konzert den Schlusspunkt der Veranstaltungen des Zonta Clubs Herzogenaurach.

Drummerin Mareike Wiening, Stephanie Lottermoser (Gesang und Tenorsaxofon), Gee Hye Lee (Piano) und Judith Goldbach (Kontrabass) setzten mit ihrem Konzert den Schlusspunkt der Veranstaltungen des Zonta Clubs Herzogenaurach. © Foto: Margot Jansen

Mit einer monatlichen Eventreihe hatte der gemeinnützige Verein "100 Jahre Zonta, 100 Jahre Frauenwahlrecht" gefeiert. Das Jazz-Benefizkonzert beendete das Jubiläumsjahr. Für Wiening, Kulturförderpreisträgerin der Stadt Herzogenaurach und des Landkreises Erlangen-Höchstadt, war es ein Heimspiel, hat sie doch hier ihre Jugend verbracht und ihre Liebe zum Jazz durch ihren ehemaligen Klavierlehrer Thomas Fink entdeckt. Inzwischen ist sie längst in der ganzen Welt unterwegs, lebt in New York, hat ihre eigene Band "New York Quintet" und setzt mit eigenen Kompositionen wie etwa "For a good Day" neue musikalische Aspekte.

Drummerin Mareike Wiening, Stephanie Lottermoser (Gesang und Tenorsaxofon), Gee Hye Lee (Piano) und Judith Goldbach (Kontrabass) setzten mit ihrem Konzert den Schlusspunkt der Veranstaltungen des Zonta Clubs Herzogenaurach.

Drummerin Mareike Wiening, Stephanie Lottermoser (Gesang und Tenorsaxofon), Gee Hye Lee (Piano) und Judith Goldbach (Kontrabass) setzten mit ihrem Konzert den Schlusspunkt der Veranstaltungen des Zonta Clubs Herzogenaurach. © Foto: Margot Jansen

Auch ihre Mitspielerinnen sind gleichzeitig Komponistinnen und so eröffnete das Quartett den Abend mit dem "Gee-Song" der gebürtigen Südkoreanerin Gee Hye Lee. Die Jazzpianistin kann bereits auf eine Reihe von Auszeichnungen zurückblicken. 2012 war sie unter anderem Gewinnerin des Jazzpreises Baden-Württembergs. Nicht weniger hochkarätig: Stephanie Lottermoser, die Gewinnerin des Bayerischen Kulturförderpreises von 2013. Bei ihrem selbst komponierten Stück "Step ahead" nahm sie als Saxofonistin die Zuhörer mit auf eine groovige Reise. Als Sängerin brillierte sie mit ihrer gefühlvollen warmen Stimme bei "Crazy he calls me" von Billie Holiday.

Es war ein Abend voller Kontraste, mal quirlig, rockig, dann wieder verhalten, fast schwermütig wie die Volksweise aus Rumänien von Goldbach. Der Titel "Frühlingserwachen" passt zwar nicht ganz zur Jahreszeit, meinte die Komponistin, aber er war zeitlos schön. Obwohl die Musikerinnen an den verschiedensten Orten leben und sich nur selten treffen, klappte das Zusammenspiel bestens.

Aber was wäre ein Jazzkonzert ohne Soloeinlagen und Improvisation? Die gab es reichlich. Da kommunizierten etwa die Bassistin und die Drummerin in einem langen Dialog bei "Quodlibet" von Goldbach miteinander. Jazz, das ist ein Lebensgefühl: offen sein für alles und immer neue Wege gehen. Das Publikum war restlos begeistert und bedankte sich mit frenetischem Applaus.

Der Erlös des Abends geht an das Projekt: Die EinDollarBrille, das Inge Freitag im Kirchenraum vorstellte.

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