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Höchstadt: Frauen gaben Karriere-Ratschläge

"Ladies Night" der IHK: "Ohne Strukturen keine Veränderung möglich" - 21.10.2018 16:10 Uhr

Powerfrauen auf dem Podium. Dabei auch (v.l.) Hannah Winkler von Mohrenfels, Anne Wedel-Klein, Renate Schmidt, Corinna Schittenhelm. © Foto: Baumgärtner


Oliver Brehm, Vorsitzender des IHK-Gremiums Herzogenaurach, begrüßte über 50 Erfolgsfrauen aus dem Landkreis ERH in der Fortuna Kulturfabrik. Dirk von Vopelius, Präsident der IHK Nürnberg für Mittelfranken, richtete sein Grußwort an die Teilnehmerinnen mit der Anregung, Eigeninitiative zu ergreifen und die Aufstiegschancen ins Management zu nutzen. Powerfrauen seien auf der Überholspur, hätten enorm an Qualifikationen aufgeholt.

Gastrednerin Christine Bruchmann, Vizepräsidentin der IHK Nürnberg für Mittelfranken und erfolgreiche Unternehmerin, erzählte aus ihrem Leben, wie sie es an die Firmenspitze schaffte. In der Moritz Fürst GmbH & Co. KG ist sie für mehr als 4000 Mitarbeitende verantwortlich.

Ziel der Veranstaltung war die Vernetzung von Powerfrauen. Diskutiert wurden Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Karriere, Chancengleichheit und Erfolgsfaktoren in einer bislang geglaubten Männerdomäne. Selbst in der Technik seien die Männer von den Powerfrauen überholt worden. Männer sollten sich heutzutage "warm anziehen", erklärte Dirk von Vopelius, insbesondere im Hinblick auf Digitalisierung und vernetztes Denken, "denn hier sind uns Männern die Frauen überlegen".

Die weiblichen Erfolgsgeschichten der Diskussionsteilnehmerinnen erzählten über unterschiedliches Führungsverhalten, Ausbildung von Nachwuchs und das schlummernde weibliche Potenzial, welches nur darauf warte geweckt zu werden. Erfolg entstehe unter anderem auch durch Mut zum Selbstmarketing, welches vielen Frauen noch fehle, erklärte Kristine Lütke.

Auch örtliche Flexibilität sei nötig, ein Partner an der Seite, der die Karriere der Frau unterstützt und hohe Leistungsbereitschaft sowie Einsatzfreude. Das Aufbrechen tradierter Strukturen sei notwendig. Die Verfestigung von Rollenbildern beginne schon in Kindergarten und Grundschule, denn dort seien fast nur Frauen zu finden, so Renate Schmidt in ihrem flammenden Beitrag.

"Einfach mal machen"

Wie junge Unternehmerinnen das Thema Karriere und Familie unter einen Hut bringen, zeigten Anne Wedel-Klein und Hannah Winkler von Mohrenfels auf. "Es ist wichtig, auch einfach mal zu machen und was zu riskieren", so Hannah Winkler von Mohrenfels, die diesjährige IHK-Gründerpreisträgerin. Nebenher noch Familie und Kinder würde gut funktionieren, wenn man die notwendigen Zeiten für Mutterschutz gut einplane und die Arbeitszeit flexibel gestalte – was sich im eigenen Familienunternehmen naturgemäß leichter gestalten lasse, argumentierte Anne Wedel-Klein.

Schaeffler-Spitzenmanagerin Corinna Schittenhelm hatte sich schon früh auf die Karriere ausgerichtet, war weltweit für Großkonzerne in unterschiedlichen Positionen unterwegs. Da ihr Mann ebenfalls berufstätig ist, entschieden sie sich dafür, eine eigene Kinderbetreuerin zu beschäftigen, um Karriere und Familie unter einen Hut zu bekommen. Die Investition sei sicher nicht für jede Frau eine Lösung, in ihrem Fall jedoch sinnvoll.

"Ich war nie ein Fan von einer Frauenquote, aber sie scheint notwendig, um eine Veränderung in den Strukturen herbeizuführen", so Schittenhelm. Sie ist eine von acht Prozent Vorstandsfrauen in deutschen Großkonzernen. Die Diskutantinnen waren sich einig, dass man auch im eigenen Unternehmen Strukturen schaffen müsse, um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Neben dem Aufbau interner Netzwerke für weibliche Führungskräfte brauche es Coaching und Mentoring sowie Schulungen und quantitative Ziele, berichtete Wedel-Klein.

Renate Schmidt, Bundesministerin a. D., gab den Teilnehmerinnen mit auf den Weg: "Macht nicht zu lange Pause, sondern versucht nach der Geburt der Kinder gleich wieder in den Beruf zurückzukehren, um selbstständig und selbstbestimmt zu sein".

bba

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