Mit 10.000 Euro dotiert

Höchstadts Spix-Museum erhält den Bayerischen Museumspreis

24.9.2021, 14:11 Uhr
Das Höchstadter Spix-Museum darf sich über 10.000 Euro freuen.

Das Höchstadter Spix-Museum darf sich über 10.000 Euro freuen. © Edith Kern-Miereisz

Die Höchstadter waren in der Kategorie der ehrenamtlich geführten Häuser an den Start gegangen. Der Preis wird von der Versicherungskammer Bayern mit 10.000 Euro dotiert.

Herbert Fiederling, der Vereinsvorsitzende, wusste zunächst gar nicht so recht, wo er das Geld am liebsten hineinstecken würde. Die erst vor zwei Jahren runderneuerte Ausstellung passt wie sie ist, findet er. Erst vor einem halben Jahr kam ein Kabinett mit 20 präparierten Tieren aus dem brasilianischen Urwald dazu. Es ist eine Leihgabe vom Münchner Museum Mensch und Natur.

Also wollen Fiederling und auch Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm als Hausherr an dem arbeiten, woran es dem Haus Nummer 7 in der Badgasse am meisten fehlt: Am Bekanntheitsgrad.

"Ein zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Naturforscher"

Nach ihrem Geschmack dürften ruhig mehr als die jährlich zwischen 500 und 1000 Besucher kommen. Ausbaubare Bekanntheitswerte hat das Spix-Museum mit seinem Namensgeber gemein. Johann Baptist Ritter von Spix führte die erste und bedeutendste Expedition, die je von bayerischem Boden ausgegangen ist, weiß Herbert Fiederling.

Zusammen mit dem in Erlangen geborenen Carl Friedrich Philipp von Martius bereiste er von 1817 bis 1820 Brasilien. „Ein rühriger Museumsverein hat es sich zur Aufgabe gemacht, an den zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Naturforscher und Zoologen zu erinnern, der auch als ,bayerischer Humboldt' bezeichnet wird“, so steht es auf der Urkunde, die Fiederling am Donnerstag beim 21. Bayerischen Museumstag in Friedberg entgegennahm.

„Auf kleiner Fläche gelingt es der Ausstellung mit ihren Präparaten, Text-Bild-Tafeln und Medieneinheiten, ein spannendes Bild von Spix' Wirken und vor allem seiner Reise (…) zu zeichnen“, heißt es weiter im Text. Das Museum ist im Geburtshaus des nach den Worten des Bürgermeisters „berühmtesten Sohnes unserer Stadt“ untergebracht.

Hochkarätige Experten in der Jury

Die mit hochkarätigen Experten besetzte Jury wusste auch das zu würdigen. Es sei festgehalte worden, dass nirgendwo anders die Amazonasexpedition hautnah und unmittelbar erlebt werden kann, sagte Fiederling beim Pressetermin im Haus. Klein, aber schön hergerichtet und weit über Höchstadt hinaus bedeutend sei sein Museum, bekam der Vereinschef von den Bewertern zu hören. Gerald Brehm lobte Fiederling und seine Mitstreiter für „das Leben und das Herzblut“, mit dem sie sich um das historische Gebäude im Herzen der Stadt kümmerten. Im kommenden Jahr will er in der Stadt eine Spix-Woche ausrufen.

Info:

Das Spix-Museum in der Badgasse 7 öffnet jeweils am ersten und dritten Sonntag jeden Monat, von 14 Uhr bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Näheres unter: www.spix-museum.de/

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