Hohe Kosten: Wasserrohre an der A3 müssen verlegt werden

13.5.2021, 18:00 Uhr
Es geht um die Verlegung von Wasserrohren: Die Versorgungsleitung bei Kosbach ist seit Längerem mit den Fundamenten der neuen Brücke überbaut.

Es geht um die Verlegung von Wasserrohren: Die Versorgungsleitung bei Kosbach ist seit Längerem mit den Fundamenten der neuen Brücke überbaut. © Foto: Max Danhauser

Der Vermögenshaushalt sinkt hingegen deutlich. Das Gesamtvolumen des Etats beläuft sich heuer auf 2,623 Millionen Euro (2020 waren es rund 2,44 Millionen). Die größte Einnahmequelle sind weiterhin die Wasserverbrauchsgebühren. Rund 1,1 Mio. Euro spülen sie für das laufende Jahr in die Kassen.

Entgegen der aus Heßdorf jüngst geäußerten Vermutungen muss der Verband nicht seine gesamten Rücklagen aufbrauchen. Gut 487 000 Euro waren es zu Jahresbeginn, rund 270 000 Euro werden nach derzeitigem Stand für 2021 entnommen. Das Gremium genehmigte den Haushalt in der jüngsten Sitzung einstimmig.

Ein weiterer Punkt, für den der Verband im Vergleich zu den Vorjahren mehr Kosten trägt, ist die Rufbereitschaft für den Zweckverband. Die Neuregelung dazu war in der Februar-Sitzung vertagt worden.

Dritte Kraft zu teuer

Grund dafür war, dass großen Teilen des Verbandsgremiums die genaue Ausgestaltung nicht klar war. Hintergrund für die Neuregelung ist, dass beim Zweckverband bisher die zwei Verbandsmitarbeiter diese Rufbereitschaft ausübten. Arbeitsrechtlich sei das aber nicht zulässig. Eine dritte Kraft einzustellen komme zu teuer. Die Erlanger Stadtwerke, von denen der Zweckverband das Wasser bezieht, unterbreiteten daher ein Angebot.

Neben der Übernahme der Rufbereitschaft soll es für den Verband noch weitere Leistungen geben. So gibt es seitens des Stadtwerkepersonals Inspektionen, Messdatenanalysen und verwalterische Unterstützung. Gerade die Inspektion, die Mängeln und damit auch möglichen Schäden vorbeugen kann, stieß bei der Verbandsführung auf positive Reaktionen. Angelegt ist die Vereinbarung auf fünf Jahre. Thomas Ackermann (Bürgerblock Heßdorf) schlug zunächst vor, vielleicht nach einem Jahr im Verband zu diskutieren, ob die Leistungen im Verhältnis zu den Kosten stünden. Erst dann solle verlängert werden.

Nicht an- und ausknipsen

Von den Stadtwerken hieß es, für die Vereinbarung würde die Mitarbeiterorganisation teils umstrukturiert. Das seien keine Ressourcen, die man einfach an- und ausknipsen könne. Konsens war, dass man nach einem Jahr dennoch einen Rückblick wagen solle und die Vereinbarung auf einer Verbandssitzung bespricht. Deren Laufzeit bleibt aber bei fünf Jahren.

"Wenn Preis und Leistung nicht im Verhältnis stünden, würden wir auch von unserer Seite aus Anpassungen vornehmen", erklärte Matthias Exner, Verbandsrat und Vorsitzender der Stadtwerke. Das Gremium genehmigte mehrheitlich, die Leistungen für monatlich gut 12 600 Euro zu beziehen.

Die Verlegung der Rohre bei Hannberg und Kosbach waren dann noch einmal Thema im Gremium. Das Vorhaben bei Kosbach kann wie geplant durchgeführt werden, nur bei Hannberg muss die Querung etwas anders geplant werden als zunächst gedacht.

Bei einer Prüfung war nun eine Kollision mit dem neuen Brückendamm und der neuen Leitungstrasse festgestellt worden. Die muss nun weitere zwei Meter weichen. Die Planung wird angepasst, Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt. Dann kann ausgeschrieben werden.

Juristisch geprüft

Nach Meinung einiger Räte war bei der Abwägung im Planfeststellungsverfahren für die Brückenversetzung in Kosbach nicht genügend auf Belange des Zweckverbandes eingegangen worden. Denn Land- und Forstwirtschaftsvertreter wollten die Brücke auf dem Feldweg aufrechterhalten. Daher, so hieß es, wurde die Brücke auf die Rohre des Zweckverbandes gesetzt, der diese nun für viel Geld verlegen muss.

Da es Gestattungsverträge gebe, sei der Zweckverband wohl nicht als schutzbedürftig angesehen worden, hieß es von anwaltlicher Seite. Die juristische Prüfung der Verträge habe ergeben: Zweckverband (und Gemeinde Heßdorf) müssen die Kosten tragen.

Ausnahmen sind wohl Fälle, in denen die Rohre "außerhalb des bisherigen Straßengrundstückes liegen", hieß es seitens der Verwaltung. Der Verband sieht daher eine Gesprächsgrundlage für schnelle und faire Lösungen.

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