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Montag, 20.01.2020

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Mit Herzenswärme in Höchstadt

Wie die Trägerinnen und Träger der Ehrenspange sich für Menschen einsetzen - 14.01.2020 08:57 Uhr

Sie füllen die deutsch-russische Partnerschaft mit Leben: Dafür erhalten Elena Dildina (links) und Sibylle Menzel eine Ehrenspange. © Foto: Claudia Freilinger


20 Jahre lang hat Günter Dresel viel dafür getan, dass andere abtauchen, losrennen und in die Pedale treten. Der Sport- und Techniklehrer der Ritter-von-Spix-Mittelschule hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten den Schüler-Triathlon in Höchstadt organisiert. Dafür erhielt er beim Neujahrsempfang die Ehrenspange der Stadt Höchstadt.

Strahlender Träger der Ehrenspange: Günter Dresel. © Foto: Claudia Freilinger


Der Schülertriathlon, diese "herausragende Sportveranstaltung", wie Bürgermeister Gerald Brehm es formulierte, habe deutschlandweit Modellcharakter. Dresel sei ein "Organisationstalent" und habe in Tausenden von ehrenamtlichen Arbeitsstunden alles "mit Herzenswärme" bis ins Detail geplant.

Nachdem er jahrelang Volleyball gespielt hatte, war Günter Dresel vor mehr 20 Jahren zum Triathlon gekommen. In Regensburg erledigte er die Disziplinen Schwimmen, Laufen und Radfahren in Bestzeit. "Bis heute hat er die Stoppuhr nicht wieder benutzt, damit die Zeit nicht verschwindet", plauderte Bürgermeister Gerald Brehm aus dem Nähkästchen.

Sie verkörpern die Städtepartnerschaft Höchstadt-Krasnogorsk: Sibylle Menzel und Elena Dildina haben ebenfalls Ehrenspangen erhalten. Sibylle Menzel wird, wie sie sagte, eine Sitzung des Elternbeirats im Jahr 1996 niemals vergessen. Sie war damals Vorsitzende und der Schulleiter brachte einen Brief aus Krasnogorsk mit dem Vorschlag für eine Schulpartnerschaft. "Endlich was mit Russland", habe sie gedacht, erzählte Sibylle Menzel beim Neujahrsempfang

Die Mutter von vier Kindern hat Anglistik und Russistik studiert und ist seit 2003 Vorsitzende des Freundeskreises Höchtadt-Krasnogorsk. Zahlreiche Reisen in die russische Partnerstadt hat sie organisiert. "Gerade wenn es Turbulenzen gibt auf der politischen Ebene, müssen wir den persönlichen Austausch pflegen", sagt auch Elena Dildina. Seit über zehn Jahren ist die Deutschlehrerin Ansprechpartnerin auf der russischen Seite und füllt unter anderem die Schul-Partnerschaft mit dem Gymnasium Opalicha in Krasnogorsk mit Leben.

Zahlreiche Austauschfahrten für alle Altersgruppen hat sie mitorgansiert. "Und sie hatte mit 2000 Kilometern definitiv die weiteste Anreise des heutigen Abends", bedankte sich der Bürgermeister.

Urkunden gab es beim Neujahrsempfang der Stadt für viele Sportler, die 2019 in Wettkämpfen Erfolge erzielen konnten. Unter anderem wurden die Fußballmannschaft und die Kickboxer des TSV Höchstadt ausgezeichnet, außerdem die Leichtathleten des LSC Höchstadt und die Volleyballerinnen des TC Höchstadt. Auch die Fußballer der SpVgg Etzelskirchen bekamen Urkunden.

Der Sportler Rudi Rippel bekam eine Auszeichnung für sein vielseitiges ehrenamtliches Engagement. Bürgermeister Gerald Brehm nannte unter anderem den Einsatz für die Basketballabteilung des TSV sowie als Coach der Alligator Baskets. Rippel hat darüber hinaus Aufgaben als Spielleiter und Schiedsrichter übernommen und organisiert Turniere und Aktionen für den Nachwuchs an Schulen.

Betty Biemüller ist „das Gesicht des LebensMittelPunkts Höchstadt“. 30 Stunden in der Woche investiert sie seit dem Jahr 2013 ehrenamtlich in die Lebensmittelausgabe und die Organisation vor Ort. Seit fünf Jahren kümmert sie sich außerdem um das Schulfrühstück für Mittelschüler, bei dem Jungen und Mädchen versorgt werden, die ohne Pausenbrot zum Unterricht kommen.

Mit einer „wahnsinnigen Begeisterung“ engagiert sich Johann (Fritz) Wüst seit vielen Jahren in Höchstadts größtem Verein, dem Obst- und Gartenbauverein. Dafür gab es Lob vom Bürgermeister. Viele Tausende ehrenamtliche Stunden hat der Gerätewart in den vergangenen zehn Jahren mit Reparaturen jeglicher Art verbracht und mit der Pflege und Betreuung der Mosterei.

Großen Applaus beim Neujahrsempfang bekam Ali Arabi, der aus dem Iran stammt und seit 38 Jahren in Höchstadt lebt. Der Moslem schmückt jedes Jahr selbstständig den Weihnachtsbaum der Stadt auf dem Marktplatz mit bunten Kugeln, für die er auch Sponsoren organisiert hat. In diesem Jahr wird er 80 Jahre alt und seine Frau und Tochter wollen nicht mehr, dass er auf die Hebebühne steigt.

 

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