„Oberreichenbacher Rotbier“ zum Festjahr gebraut

20.1.2011, 18:27 Uhr
Rotbier, von den Geyers direkt aus dem Kessel gezapft: Jochen (v.l.), Reinhard und Andreas Geyer, die den Gerstensaft brauten.

Rotbier, von den Geyers direkt aus dem Kessel gezapft: Jochen (v.l.), Reinhard und Andreas Geyer, die den Gerstensaft brauten. © Günter Distler

Ein Vorgeschmack auf weitere Feiern ist ab sofort im Brauereigasthof Geyer zu erleben. Braumeister Reinhard Geyer und seine Söhne Andreas und Jochen brauten fürs Festjahr ein eigenes „Oberreichenbacher Rotbier“ gemäß altem Familienrezept von 1661. Die Komposition von Pilsener, Münchener und Wiener Malz, dem Spalter und Hallertauer Aromahopfen beigefügt wurden, wurde acht Wochen in den Kellern gelagert.

Was herauskam beurteilten die Kenner vom Stammtisch, eine Herrenrunde aus Weisendorf und Reuth, mit Kommentaren wie: „Des is net schlecht“, was für einen Franken praktisch schon fast Euphorie bedeutet, wie man meinte. Und, unter Gelächter: „Mit Brotzeit tät‘s noch besser schmecken“.

Braumeister Geyer, auch an Heimat- und Familienhistorie interessiert, stieß bei seinen Forschungen über die Vorväter auch auf den Wunsch nach einem „guten gerechten Trunk Rotbier“, welches das übliche „weiße“, sprich: dünne Bier im 17. Jahrhundert ersetzen sollte.

Das Flaschenbier auf Grundlage dieses Rezepts wurde nun auch von Oberreichenbachs Bürgermeister Klaus Hacker als „süffig“ bezeichnet. Mit 4,9 Prozent Alkohol sei es nicht zu stark. 4000 Liter der Rarität wurden zunächst einmal gebraut, ausgeschenkt wird der Gerstensaft in speziellen Gläsern. Kredenzt soll er vor allem bei den Festivitäten werden, die sich durchs Jahr ziehen. Ein Teil davon sind Reichenbacher Klassiker wie die Sportlerkirchweih (13. und 15. Mai), der Tanzenhaider Weiherlauf (9. Juli) und der Weihnachtsmarkt (11. Dezember), die in Zusammenhang mit dem Festjahr gestellt werden.

Nach dem Auftakt zum Jahreswechsel steht am 4. März der Faschingsumzug an. Von April bis November präsentiert der Seniorenclub bei seinen Theaterabenden Unterhaltung.

„Musik aus den 60ern“ wird am 2. April auf der Bühne der Freyung zu hören sein. Es tritt die Cover-Band „Simon und Garfunkel“ auf.

Für den 21. Mai ist eine Sommerserenade anberaumt, ein Freiluftkonzert mit der Jugendkapelle Aurachtal. Der Reichenbacher Graffelmarkt steht am 29. Mai im Kalender. Noch ohne genauen Termin im Mai und Juni gibt es ein Seifenkistenrennen der Feuerwehr und den Freiluftgottesdienst auf den Felsenkellern der Brauerei Geyer.

Der Partnerschaftsverein mit Saint Robert veranstaltet am 3. Juli ein Petanque-Turnier. Beim Tanzenhaider Weiherlauf wird auch die Dorfmeisterschaft ausgetragen. Zum Dorffest veranstaltet die Gemeinde ein zweitägiges Mittelalter-Spektakulum samt Markt im Ortskern.

Außerdem wird es auf den Felsenkellern ein Sommernachtsfest geben (5. August), einen Crepes-Abend, die Kirchweih (2. bis 5. September) und den Goldenen Oktober (2. Oktober) des Gartenbauvereins. Das Ziel des Jubeljahres ist jedenfalls die Stärkung des „Wir-Gefühls“. -eke