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Dienstag, 07.07.2020

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OrgelZeit: "Endlich wieder ein richtiges Konzert"

Die Besucher freuten sich über die erste öffentliche Aufführung seit langem. Es folgt "Klangbad". - 18.06.2020 12:26 Uhr

Quasi volles Haus, auch wenn viele Stühle freibleiben mussten. Doch für Besucher wie auch für Kantor Gerald Fink war es ein Vergnügen, endlich wieder Musik live zu erleben oder zu gestalten. Die Mund-Nase-Bedeckung wurde gerne hingenommen. © Foto: Matthias Kronau


Vorher waren alle sehr gespannt. Nur 50 Personen durften corona-bedingt in die Kirche, die Ehrenamtlichen sorgten freundlich für die Einhaltung der Vorschriften. "Punktlandung", freute sich Fink dann. Es kamen knapp 50. "Wenn es mehr gewesen wären, hätten ich das Konzert halt zweimal hintereinander gespielt." Denn die Orgelzeit dauert in etwa eine Stunde, und das ist unter der Woche genau das Quantum Orgelmusik, das man schön genießen kann.

Zumal Fink immer auch kleine Referate hält, dieses Mal bei "Von Abstrakten und Trakturen" über den Aufbau einer Orgel. Dann ertönte Bach (BWV 651 und 652: "Komm Heiliger Geist, Herre Gott) sowie die Sonate 11 op. 148 d-Moll von Josef Gabriel Rheinberger. Mund-Nasen-Schutz während der Aufführung war für die Besucher Pflicht, doch der teils sanftmütige, teils furiose Atem der Orgelmusik war Balsam für die Seelen.

Kantor Gerald Fink freut sich über den gelungenen Neuanfang für die Konzertmusik. "Es muss aber vorsichtig und nicht übermütig weitergehen", sagt er.

Das große Interesse an Musikaufführungen hat die Kirchengemeinde aber dazu bewogen, in der nächsten Zeit eine weitere kleine Reihe anzubieten. "Klangbad" heißt sie, die immer sonntags um 18 Uhr in der evangelischen Kirche erklingen wird - erstmal an diesem Sonntag. "Sanfte Töne, volle Klänge - einfach schöne Orgelmusik" heißt die Devise. Die kleinen Konzerte in der evangelischen Kirche dauern jeweils etwa 45 Minuten, der Eintritt ist frei. Freiwillige Spenden sind erwünscht, sie sind für die Finanzierung der neuen Orgel bestimmt.

Vorsicht bei den Lockerungen gilt im Übrigen auch für die Chormusik, die bislang am meisten unter dem Proben- und Aufführungsverbot zu leiden hatte. Nun aber: Das Singen in Laienchören ist ab dem 22. Juni unter Einhaltung strenger Schutz- und Hygienemaßgaben wieder erlaubt. Voraussetzung für die Aufnahme des Probenbetriebs der Laienchöre ist unter anderem ein Mindestabstand der Beteiligten von zwei Metern, regelmäßige Lüftungsintervalle und eine Begrenzung der Probendauer. Nun warten die Chöre auf ein genaues Hygienekonzept. Das muss verantwortungsvoll vom einzelnen Chor umgesetzt werden. Fink: "Ob das nächste Woche schon klappt: Da bin ich unsicher. Aber vor den Sommerferien wird auf jeden Fall - in abgespeckter Version - wieder gesungen. Das ist eine echte Freude."

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