Pfarrer ermittelt mit „Garfield“ in mysteriösem Mordfall

29.5.2015, 11:14 Uhr
Pfarrer, Fußballfan, Musikliebhaber, Krimileser und nun auch Buchautor: Der Münchauracher Pfarrer Peter Söder legt mit „Die Kupferkönigin“ seinen ersten Roman vor.

© Foto: Athina Tsimplostefanaki Pfarrer, Fußballfan, Musikliebhaber, Krimileser und nun auch Buchautor: Der Münchauracher Pfarrer Peter Söder legt mit „Die Kupferkönigin“ seinen ersten Roman vor.

Ganz entspannt sitzt Pfarrer Peter Söder (39) unter den Bäumen in seinem Pfarrgarten. Man spürt seine Begeisterung, als er über „Die Kupferkönigin“ plaudert. Wie stolz er gewesen sei, seinen ersten Roman in Händen zu halten, erzählt er. Und wie es überhaupt dazu kam, dass er einen Krimi geschrieben hat.

Peter Söder ist in Würzburg geboren und aufgewachsen. Nach dem Zivildienst begann er 1997 ein Theologie-Studium in München, brach nach zwei Jahren aber wieder ab. „Ich hatte das damals eher für mich gemacht, ohne das Ziel, Pfarrer zu werden“, erinnert er sich.

Eine Diakonen-Ausbildung in Rummelsberg aber weckte dann doch den Wunsch nach einer vertieften Theologie, weshalb er das Studium in Erlangen wieder aufnahm. Nach zwei Semestern in Leipzig schloss Peter Söder sein Studium 2006 ab. Und das zeitlich genau so ausgerechnet, dass er sich als großer Fußballfan zwischen seinem Examen und dem Beginn des Vikariats ganz der Fußball-WM widmen konnte. „Das war mir wichtig“, erzählt er lachend.

Nach dem Vikariat in Würzburg trat Söder seine erste Stelle als Pfarrer z.A. (zur Anstellung) in Sulzbach-Rosenberg und Poppenricht an. „Da bin ich schweren Herzens weg“, erzählt Söder. Aber aus privaten Gründen wechselte er für seine erste „richtige“ Pfarrstelle 2012 nach Schwarzenbruck. Und als er Ende 2013 nach einer neuen Herausforderung suchte, bewarb er sich erfolgreich auf die schon länger vakante Stelle in Münchaurach. Seitdem wirkt er hier als Pfarrer und Seelsorger und künftig auch als Dekanatsmissionspfarrer (wir berichteten).

„Ich wohne hier in einer tollen Umgebung“, sagt Söder und lässt seinen Blick über den Pfarrgarten und die imposante Klosterkirche schweifen. „Außerdem mag ich die ländliche Struktur, habe aber trotzdem Großstädte in der Nähe.“

Seine Gemeindemitglieder beschreibt er als „liebenswerte Menschen, die eine offene und zupackende Art haben“. Es sei ein angenehmes Miteinander, er fühle sich sehr wohl. „Außerdem wird hier geschätzt, was ich kann.“

Was bisher noch keiner weiß: Neben seiner täglichen Arbeit kann er auch Bücher schreiben. Ein Buch zumindest, das jetzt im Handel erhältlich ist. Bei „Die Kupferkönigin“ handelt es sich um einen Regionalkrimi, der hauptsächlich in Sulzbach-Rosenberg — Söders erster Wirkungsstätte — spielt; Abstecher nach Schwarzenbruck, Würzburg, Herzogenaurach und Münchaurach inklusive. „Da ist schon viel Autobiographisches drin“, bestätigt Söder. So ist es kaum verwunderlich, dass eine der Hauptpersonen ein Pfarrer namens Paul Sieder ist. Gemeinsam mit Hauptkommissar Gerald „Garfield“ Hammersberger ermittelt Sieder im Mord an einer jungen Frau.

„Ich hatte schon immer eine große Nähe zum Schreiben“, erzählt Peter Söder. Schon als Kind habe er Zeitschriften und kleine Bücher erstellt, später als richtiger FC-Bayern-Fan ein entsprechendes Heft gepflegt. Der Roman sei letztlich über das Predigt-Schreiben entstanden. „Ich habe erkannt, dass mir das Schreiben leicht von der Hand geht, wenn ich weiß, wo ich hin will. Und so entstand der Wunsch, ein Buch zu schreiben.“

Die grobe Handlung hatte Söder bereits in Sulzbach-Rosenberg im Kopf. Auslöser dafür war seine damalige Wohnsituation: Peter Söder wohnte mit seiner Frau im Erdgeschoss eines Hauses, in der Wohnung darüber die Vermieterin. „Da hatte ich die Idee, dass oben doch auch ein Kommissar wohnen könnte, der dann gemeinsam mit dem Pfarrer ermittelt.“ So brachte Söder das erste Kapitel zu Papier. Zwischendurch ruhte das Projekt, aber immer wieder, wenn es seine knappe Zeit zuließ, setzte sich der 39-Jährige hin und schrieb ein Stück weiter.

Als Peter Söder dann dem „edition fischer“-Verlag ein Exposé schickte, kam ein positives Echo. „Jetzt war mein Ehrgeiz geweckt, das Buch zu überarbeiten und fertigzustellen“, erzählt Söder. Nun, mit dem fertigen Produkt in Händen, könnte er sich schon vorstellen, „Kommissar Hammersbergers erstem Fall“ — so der Untertitel — noch einen zweiten folgen zu lassen. „Ideen habe ich genug.“

Peter Söder: Die Kupferkönigin — Kommissar Hammersbergers erster Fall, edition fischer Frankfurt, 97 Seiten, 9,80 Euro, ISBN 9783899508574

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