Bürgerinitiative "Seenland in Bürgerhand"

Horch amol: "Entwicklung des Tourismus gemeinsam angehen"

Matthias Oberth
Matthias Oberth

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16.6.2021, 16:00 Uhr

Eine hohe Wahlbeteiligung von 84,2 Prozent und ein knapper Erfolg der Bürgerinitiative (BI), deren Ziel es war, die Aufstellung eines Bebauungsplans zu verhindern, der die Ansiedlung von Center Parcs ermöglicht. Johannes Riedl könnte sich als Vorsitzender der BI zufrieden zurücklehnen. Doch auch ihm ist bewusst, dass die Diskussion um das touristische Großprojekt auf dem Muna-Gelände bei Langlau, Gräben hinterlassen hat, die zugeschüttet werden müssen.

"Wir sind nicht gegen den Tourismus", stellt Riedl gegenüber NN-Chefredakteur Michael Husarek und Online-Chef Matthias Oberth fest. Allerdings sehe man die "direkte Bebauung" des Geländes mehr als kritisch. Bei den Plänen von Center Parcs sei zudem zu befürchten gewesen, dass der Großteil des Umsatzes im Feriendorf bleibt und die umliegenden Gemeinden nur im geringen Maß profitieren werden. Außerdem sei die lokale Infrastruktur bei weitem nicht für eine solche Anlage ausgelegt. "Im Sommer ist hier jetzt schon die Hölle los", sagt der aus Pleinfeld stammende Riedl. Zufahrtstraßen sind verstopft, Wald- und Feldwege werden zugeparkt, Anwohner kommen nicht mehr aus ihren Privatgrundstücken, weil der Verkehr zu stark ist oder jemand sein Auto vor die Ausfahrt gestellt hat. Die Center-Parcs-Ansiedlung hätte dieses Probleme vervielfacht, ist sich die Bürgerinitiative sicher.

Doch wie geht es nun weiter? An der Entscheidung gegen die Ferienanlage dürfe nicht mehr gerüttelt werden, so die Prämisse der BI. "Es ist schon kritisch, dass die Politiker, die Vorfeld angekündigt hatten, das Bürgervotum zu respektieren, sich jetzt nicht klar für das Bürgervotum einsetzen", so Riedl. Dabei wäre aus seiner Sicht nun der richtige Zeitpunkt, um einen Bürgerdialog anzustoßen, welche Art von Tourismus für das Seenland gewünscht und sinnvoll umsetzbar ist. "Die Lösung kann nicht sein, weitere Parkplätze zu betonieren", sagt der Bi-Vorsitzende. Gleichzeitig konstatiert er, dass nicht alle Vorschläge der Center-Parcs-Verantwortlichen für die Einbindung der Region schlecht gewesen sind. Ein "14-tägiger Markt der lokalen Erzeuger auf der Badeinsel" ist für Riedl eine solche Idee, für die es aber nicht den Bau einer Ferienanlage bedarf.
Die Menschen wieder zusammenbringen, gemeinsam Ideen entwickeln und "in Konzepte gießen", so könnten die nächsten Schritte aussehen. Denn eines sei ihm in der ganzen Auseinandersetzung und durch viele Zuschriften und Gespräche klar geworden: "Es gibt sehr, sehr viele Leute, die sich einen Kopf um die Zukunft des Seenlands machen."

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