Innenminister dankt Ersthelfern

"Hut ab vor dieser Bundeswehr!": Soldaten werden nach Zugunglück in Bayern zu Helden

Markus Maisel
Markus Maisel

Online-Redaktion

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4.6.2022, 14:34 Uhr
Der Zug war gegen Mittag auf dem Weg von Garmisch-Partenkirchen nach München, als mehrere Waggons entgleisten.

© Uwe Lein/dpa Der Zug war gegen Mittag auf dem Weg von Garmisch-Partenkirchen nach München, als mehrere Waggons entgleisten.

Das tragische Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen am Freitag sorgte deutschlandweit für Bestürzung. Fünf Menschen verstarben beim Unglück, dass aus der Entgleisung dreier Waggons resultierte. Zudem wurden dreißig Menschen verletzt; 15 von ihnen mussten in Krankenhäuser eingeliefert werden.

Noch am Freitagmittag machte sich der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) auf den Weg nach Südbayern. Auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) haben den Unglücksort mittlerweile besucht.

Zuvor verteilte sich ein Großaufgebot von Rettungskräften auf dem Abschnitt der Bundesstraße, die sich direkt neben dem Gleis befand. Innerhalb kurzer Zeit konnten etwa 500 Helferinnen und Helfer Verletzte und Unverletzte bergen. Dabei waren sie nicht die ersten, die am Unglücksort Hilfe leisteten.

Soldaten halfen bei der Rettungsaktion

So berichtete Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am späten Freitagnachmittag von 15 Bundeswehrsoldaten, die sich zufällig als Fahrgäste im Zug befanden: "Sie haben vom ersten Moment an Notrufe abgesetzt und kräftig mitgeholfen, Personen aus dem Zug zu bergen."

Leben retteten die Soldaten aus Mittenwald nicht - doch ihre Hilfe beschleunigte die Bergung: "Die haben so gut da drin koordiniert, die haben uns von innen die Fenster aufgemacht", erzählte ein Feuerwehr-Einsatzleiter gegenüber BR24.

Elisabeth Koch (CSU), Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen bedankte sich noch am Unglücksort bei den Soldaten: "Ich muss wirklich einen großen Dank an die aussprechen. Die haben die Verletzten versorgt, die haben sie mit rausgereicht über die Fenster. Also: Hut ab vor dieser Bundeswehr!", sagte sie im BR.

Facebook-User suchte nach Retter seines Sohnes

Ein Facebook-User suchte am Freitag sogar nach dem Helfer, der seinem Sohn und seinen vier Freunden aus dem Zug half: "Wir möchten uns herzlichst bei Hr. Schmidt (hoffentlich richtige Schreibweise) bedanken, der heute unseren Kindern beim Zugunglück in Garmisch geholfen hat, aus dem umgestürzten Waggon zu kommen. Vielleicht kennt jemand die Person auch, er ist bei der Bundeswehr. Wir würden uns sehr sehr gerne persönlich bedanken. Allen Verletzten wünschen wir hoffentlich eine schnelle Genesung. Unser Mitgefühl und unsere Gedanken sind bei den Familien der Verstorbenen", hieß es im Facebook-Beitrag. Laut dem Münchner Merkur hat der Mann den Helfer mittlerweile gefunden.