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Kunst auf wehenden Bahnen

30 Banner im Stadtzentrum hängen bis zum 24. Oktober - Flaggen sind käuflich zu erwerben - 03.10.2010 16:14 Uhr

Noch bis zum 24. Oktober schmücken die vielen bunten Bahnen die Gunzenhausener Innenstadt.


Die Aktion wurde am Freitagabend im Kundenraum der Sparkasse eröffnet. Sie läuft auch diesmal parallel zum „Orgelherbst“. Die kunstbeflaggte Stadt soll also auf den musikalischen Genuss in der Stadtkirche aufmerksam machen dazu eigene optische Akzente setzen.

Die beteiligten Künstler sind: Gerda Spranger (Weihenzell), Annette Steinacker-Holst (Wemding), Fritz Klier (Neuhaus-Vornbach), Renaste Gehrcke (Pappenheim), Heiner Riepl (Schwandorf), Alfred Böschl (Adlhausen), Erika Goldbrich (Büchenbach), Eberhard Michael Karl (Eckental), Klaus Selz (Gunzenhausen), Beate Götz (Mühlhausen), Ruth Eva Karl (Eckental), Jochen Lebert (Dittenheim), Margit Schuler (Windsbach), Sabine Nollek (Dinkelsbühl), Klaus Engelke (Nürnberg), Christian Rösner (Nürnberg), Udo Winkler (Ansbach), Ilse Feiner (Roßtal), Alexander Wachtel (Nördlingen), Susanna Heubusch (Spalt), Wladimir Barantschikov (Gunzenhausen), Stefanie Rhode (Amstelveen), Brigitte Lutz (Sachsen), Salvatore Solinas(Weißenburg), Brigitte Espenhain (Ansbach) und Walter Lohner (Windsbach).

Wesentliche Unterstützung kam von der Sparkasse Gunzenhausen. Auch das Rathaus half mit, die Voraussetzungen für die außergewöhnliche Kunstschau zu schaffen. THW-Helfer installierten die Banner. Die evangelische Kirchengemeinde zog mit, und Organisator Klaus Selz fand noch viele andere Sponsoren und Gönner.

"Kunstverführung" fällt feucht aus

Die Eröffnungsveranstaltung hieß diesmal nicht Vernissage, sondern „Kunstverführung“. Bevor es losging, wurde das Publikum erst einmal nach draußen gebeten, um sich anzusehen, was es mit „Kunst zeigt Flagge“ tatsächlich auf sich hat. Die Banner hingen aber nach dem Regen eher schlapp herab. Inzwischen, bei Sonnenschein, Wind und guten Wetteraussichten, kann man die „wehende“ Kunst noch viel besser betrachten, so etwa am gestrigen Sonntag. Für einen Stegaufsatz, der an den Fahnenstangen angebracht werden müsste, damit die Banner sich bei jedem Wetter optimal darstellen, reichte das Geld nicht, aber das Kunstforum braucht ja noch weitere Herausforderungen.

Sparkassendirektor Burkhard Druschel zog Parallelen zu den Anstrengungen seines Hauses, Kunst und Kultur in der Region zu fördern. Er erinnerte an die Neuanschaffung einer Orgel in der Stadtkirche. Daraus habe sich letztlich der „Orgelherbst“ und schließlich auch „Kunst zeigt Flagge“ entwickelt. Nicht zuletzt gehöre eine lebendige Kunstszene zu den Standortfaktoren, mit denen sich Gunzenhausen profilieren könne, sagte der Vorstandsvorsitzende. Jürgen Pfeffer, der 2. Mann des Kreditinstituts, unterstrich, wie die Sparkasse engagiere sich auch die Kultur in und für Gunzenhausen.

 "Bekenntnis zur Stadt"

Bürgermeister Joachim Federschmidt befand, Kunst im öffentlichen Raum werde nun vier Wochen lang erlebbar, jeder Bürger und Passant werde damit konfrontiert.
Das Projekt sei etwas Besonderes, sei einzigartig und finde bereits ein breites öffentliches Echo über Mittelfranken hinaus, berichtete Holger Pütz-von Fabeck, 2. Vorsitzender des Kunstforums. Das gelte auch für den äußeren Rahmen. Im Grunde sei das Zentrum von Gunzenhausen derzeit die größte Ausstellungsfläche weit und breit, größer als manch renommiertes Museum. „Kunst zeigt Flagge“ bedeute keinen Marketinggag eines Vereins mit durchgeistigten Mitgliedern, sondern stelle „ein Bekenntnis zu unseren Künstlern und unserer Stadt“ dar. Moderne Kunst komme überall vor, sei es in Werbung, Medien oder Literatur, sie sei Teil des Lebens. Insofern sei es konsequent, sie hier im öffentlichen Raum zu präsentieren. Die Künstler würden sich mit ihren Werken zur Heimat und zu Gunzenhausen bekennen.

Eigentlich müsste man von Fahnen reden, betonte Pütz-von Fabeck. Eine Fahne sei stets ein Unikat, die Flagge ein ersetzbares Stück Tuch, das in größerer Stadtzahl hergestellt wird. Die Eingängigkeit des Titels „Kunst zeigt Flagge“ ließ den Verein aber diese Überlegung hintenanstellen.

Wem die Banner gefallen, der erhält beim Kunstforum oder in der Sparkasse eine Liste mit allen beteiligten Künstlern und ihren Werken. Die Flaggen sind käuflich zu erwerben. Zuvor aber wehen sie bis zum 24. Oktober im Wind.


  

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