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Altstadtfest fällt aus: Der nächste Sommer ohne große Feiern

Planungsunscherheit für Veranstalter - 12.02.2021 19:49 Uhr

Dicht an dicht gedrängt vor der Bisping-Bühne beim Laufer Altstadtfest tanzen? Eine schöne Erinnerung, derzeit aber undenkbar.

11.02.2021


Auch wenn viele damit gerechnet hatten, war die Nachricht gestern doch ein Schlag ins Kontor: Das Laufer Altstadtfest wird 2021, genauso wie im vergangenen Jahr, nicht stattfinden. Am letzten Juniwochenende wird es auf dem Marktplatz ruhig zugehen. Schuld ist – natürlich – Corona.

Mehrere Großveranstaltungen abgesagt

Das Altstadfest reiht sich damit ein in die Reihe der Großveranstaltungen, die schon jetzt abgesagt wurden, vom Walberlafest bis zum Nürnberger Trempelmarkt. Zu schaffen macht den Veranstaltern vor allem die Planungsunsicherheit: Niemand kann sagen, wie sich die Pandemie in den nächsten Monaten entwickelt.

Mandy Schmidt, die Vorsitzende des Sportklubs Lauf, der in diesem Jahr das Fest rund um den Marktplatz organisiert hätte, spricht von einer "diffusen Ausgangssituation". Es sei "völlig unklar, welche Sicherheitsabstände im Sommer eingehalten werden müssen, wie ein tragfähiges Hygienekonzept aussehen könnte oder wie viele Stände auf dem Marktplatz stehen dürften". Für den Verein bedeutet das aber: Er geht ein Risiko ein, wenn er Sicherheitsfirmen oder Bands bucht. Der SK Lauf könnte auf hohen Kosten sitzenbleiben.

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Die Absage ist für Schmidt "eine ganz bittere Pille, denn viele haben sich schon auf das Fest gefreut". Niemandem sei die Entscheidung leicht gefallen, "aber sie ist zum jetzigen Zeitpunkt leider unumgänglich."

Benjamin Wallner, der geschäftsführende Beamte im Laufer Rathaus, hat dafür Verständnis. "Ich gehe davon aus, dass es auch in diesem Sommer keine Großveranstaltungen geben wird", sagt er. Die Stadt habe keine Einwände gegen die Absage.

Was wird aus dem Kunigundenfest?

Für das zweite große Laufer Fest, das Kunigundenfest am ersten Juliwochenende, das v0n der Kommune selbst veranstaltet wird, sieht es auch nicht gut aus: "Es wäre illusorisch zu sagen, dass wir mit einem Festzug und vollen Tribunen auf dem Reigenplatz feiern werden", so Wallner. Entscheidend sei, welche Regelungen im Juli gelten würden – und das könne niemand vorhersehen.

Volle Zuschauerreihen beim Kunigundenfest-Reigen? Frühestens wieder 2022.

12.02.2021 © Fischer


"Wir sind es den Leuten aber schuldig, dass wir nicht einfach alles absagen", sagt der Hauptamtsleiter. Deshalb prüfe Lauf derzeit gemeinsam mit der Heuchlinger Grundschule, die mit der Gestaltung des Reigens an der Reihe ist, "was machbar wäre". Dabei, so Wallner, komme es auch darauf an, wie sich die Eltern positionieren. "Aber sicher konzen­trieren wir uns auf den Reigenplatz", sagt Wallner. Im Klartext: Einen Festzug durch die Stadt wird es mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit nicht geben.

Röthenbach entscheidet bald

Viel spricht momentan auch in Röthenbach dafür, dass das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Blumenfest Ende August der Pandemie zum Opfer fallen wird. Zigtausende Zuschauer, die einem Festzug zujubeln? Das wirkt mitten im Lockdown wie Science Fiction. Und doch: Endgültig entschieden haben die Röthenbacher noch nicht. Erst Ende nächster Woche wollen sie sich in einer Videokonferenz festlegen.

"Wenn es in irgendeiner Art und Weise machbar wäre, würden wir das Fest stattfinden lassen, aber die Tendenz geht in Richtung ‚Nein‘", so Bürgermeister Klaus Hacker.

Zigtausende Zuschauer, die dem Blumenfestzug zujubeln? Unwahrscheinlich. Zumindest in diesem Sommer.

12.02.2021 © PZ-Archiv/Sichelstiel


Die Blumen für die Festwagen, sagt Dagmar Haala vom Vereinskartell, würden erst im Mai bestellt, "das hätte also noch Zeit", aber die teilnehmenden Vereine müssten ihre Motive bauen. Damit beginnen sie normalerweise im Winter. Sie brauchen deshalb bald eine Ansage. Das Fest auch 2021 nicht zu feiern, "das würde mir aber in der Seele wehtun", so Haala.

Der Bürgermeister schlägt derweil vor, die Pandemiezeit zu nutzen, "um die Veranstaltung neu aufzustellen". Zuletzt war die Beteiligung zurückgegangen, es gab Diskussionen über den Termin. Konkrete Konzepte gibt es Hacker zufolge aber nicht.

Ob darüber hinaus ein Online-Blumenfest denkbar wäre, zum Beispiel in einer abgespeckten Version? "So ein Krampf", sagt Hacker dazu nur. Das Blumenspektakel lässt sich eben nicht so einfach ins Internet hieven.

Andreas Sichelstiel

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