Lennon schätzte die Bubenreuther Saiten

22.7.2010, 00:00 Uhr

© Framus Museum/Fritz

„Aus sämtlichen Genres haben die Spitzenleute auf Bubenreuther Instrumenten gespielt“, sagt Susanne Zahn vom Verein Bubenreutheum, der die Ausstellung organisiert. Gezeigt wird hier, wie sich das agrarisch geprägte Dorf zu einem wichtigen Ort wandelte, das Saiteninstrumente herstellte.

Weil bis zur Eröffnung noch viel zu tun ist, wirbelt die selbständige Möbeldesignerin durch die zwei Kellerräume des Bubenreuther Rathauses. Die Holzwände sind aufgebaut, doch noch stehen die Informationen auf A4-Blättern statt auf großen Folien. Den Vitrinen fehlen die Glasscheiben. „Wir machen das für Bubenreuth“, sagt Juliane Fronia, erste Vorsitzende des Vereins. Seit September haben sie im Durchschnitt 20 Stunden pro Woche in die Vorbereitungen der Ausstellung investiert. „Man muss schon sehr begeistert sein“, sagt Zahn. Doch die Geschichte sei „einfach spannend.“

Etwa 100 Ausstellungsstücke werden auf der 80 Quadratmeter großen Fläche gezeigt, darunter die kleinste bespielbare Geige der Welt sowie eine zehnsaitige Gitarre. Neben verschiedenen Saiteninstrumenten Bubenreuther und internationaler Firmen ist auch Zubehör ausgestellt: In einem Regal liegen mehrere Harze, die auf die Bögen aufgetragen werden. Anhand der Exponate werden die unterschiedlichen Musikstile vorgestellt.

In der Ecke steht eine Saitenspinnmaschine von 1852, daneben eine Werk- und eine Schnitzbank und weiter vorn eine Flüchtlingskiste. Sie ist ein Ausstellungsstück des zweiten Themas von „Vision Bubenreu-

theum“: Vertreibung und Integration. Denn dass sich Bubenreuth in der Musikszene einen Namen machen konnte, ist Schönbachern zu verdanken.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Streich- und Zupfinstrumentenmacher aus ihrer Heimat vertrieben. Nach einer Odyssee nahm Bubenreuth Ende der 40er Jahre 1600 Menschen auf. „Das ist das Vierfache der Einwohnerzahl“, betont Fronia. Bekannt wurden die Bubenreuther Firmen wie Framus und Höfner vor allem mit dem Bau von Brett- und Jazzgitarren. „Das fing in Jahren des Wirtschaftswunders an zu boomen“, sagt Fronia.

Metropole des europäischen Instrumentenbaus

Die Ausstellungsstücke stammen zum großen Teil aus der Sammlung des Schönbachers Gerold Hannabach. Über 30 Jahre trug er Stücke der Bubenreuther Musikgeschichte zusammen. Bis zum Juli 2009 war die Ausstellung über Streich- und Zupfinstrumentenmacher aus Bubenreuth und Zubehörlieferanten im Keller des Rathauses zu sehen.

Bei der neuen Ausstellung holte sich der Verein die Unterstützung von Christian Hoyer, der als Historiker am Framus Museum Markneukirchen arbeitet. Er kümmerte sich um die Texte der Ausstellung und die Anordnung der Exponate. „Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Bubenreuth zur Metropole des europäischen Instrumentenbaus“, sagt Hoyer. In Spitzenzeiten wurden über eine halbe Million Instrumente in Bubenreuth gebaut, vor allem Gitarren. Aus kleinen Werkstätten entwickelten sich große Firmen.

Schon jetzt plant der Verein den Sprung vom regionalen zu einem überregionalen Museum. Derzeit arbeiten sie mit der Landesstelle für nicht-staatliche Museen zusammen.

Die Ausstellung hat am Samstag und Sonntag geöffnet. Der Eintritt ist frei. Danach kann die Ausstellung donnerstags von 15.30 Uhr bis 18.30 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden. Erwachsene zahlen 2 Euro Eintritt, ermäßigt 1,50 Euro. Kinder bis 14 Jahren zahlen keinen Eintritt. Termine für Besichtigungen können ausgemacht werden unter:

0170/9316051