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Mittwoch, 22.05.2019

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Mega-Projekt: A3-Ausbau in Franken verzögert sich um Monate

Privater Investor übernimmt, doch Nachprüfverfahren sorgte für Probleme - 20.04.2019 13:51 Uhr

Schon auf diesem im März aufgenommenen Luftbild kann man erkennen, welche Dimensionen die Baustelle am Autobahnkreuz Fürth/Erlangen annimmt. © Oliver Acker, www.digitale-luftbilder.de


Eigentlich sollte schon im ersten Quartal 2019 ein Investor den Zuschlag für den sechsstreifigen Ausbau der A3 auf 71 Kilometern Strecke zwischen den Kreuzen Fürth/Erlangen und Biebelried bekommen, im Mai sollte der erste Spatenstich erfolgen. Doch nun verzögert sich der Bau wohl mindestens um einige Monate.

Grund dafür ist, dass einer der Bieter für das Großprojekt ein Vergabenachprüfungsverfahren beantragt hat – und das noch, bevor die Vergabestelle (die Autobahndirektion Nordbayern) überhaupt eine Entscheidung getroffen hat, welcher der Bieter denn den Zuschlag erhält. "Die Beantragung eines Nachprüfverfahrens ist grundsätzlich in jedem Stadium eines Vergabeverfahrens möglich", teilt die Autobahndirektion mit. Bevor diese Nachprüfung abgeschlossen ist, darf nun allerdings auch keinem Bieter der Zuschlag erteilt werden.

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"Ein Vergabenachprüfungsverfahren kann mehrere Monate dauern, insbesondere wenn es in die nächste Instanz (in diesem Fall das Oberlandesgericht München) gehen sollte", betont die Autobahndirektion jedenfalls schon einmal. Zwar können sich die Bieter schon jetzt auf die Bauarbeiten vorbereiten – dies allerdings auf eigenes Risiko. Am Ende könnte schließlich auch der Konkurrent den Auftrag erhalten.

Fünf Baustellen gleichzeitig

Der Ausbau der A3 erfolgt in einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP). Ein Investorenkonsortium wird den Bau übernehmen und die 76 Kilometer lange Strecke (inklusive der fünf schon ausgebauten Kilometer bei Geiselwind) bis zum Jahr 2049 betreiben, also auch für Winterdienst, Grünpflege und den Bauunterhalt zuständig sein.

Wo genau der Investor entlang der Strecke zu bauen beginnt, ist seine Entscheidung. Er hat die Vorgabe, auf eine höchstens sieben Kilometer lange Baustelle eine baustellenfreie Passage folgen zu lassen. Die Autobahndirektion erwartet, dass an fünf Abschnitten gleichzeitig gebaut wird. Die direkt an das Kreuz Fürth/ Erlangen anschließende Passage darf nicht angepackt werden, bevor der bis Ende 2021 laufende Umbau des Kreuzes abgeschlossen ist. So wird verhindert, dass sich zwei Großbaustellen aneinanderreihen.

"Die Bauzeit ist realistisch, aber nicht großzügig"

Eigentlich soll der Ausbau der A3 bis Ende 2024 abgeschlossen sein. Falls der neue Betreiber das nicht schafft, werden saftige Zahlungen fällig. Diese wird er kaum in Kauf nehmen, wenn er nun erst deutlich später mit dem Bau beginnen kann.

"Die Bauzeit ist realistisch, aber nicht großzügig. Sollte sich die Vergabe und damit die Bauzeit merklich verzögern, würde sich auch der Fertigstellungstermin nach hinten verschieben“, teilt deshalb die Autobahndirektion mit. Wie teuer der Ausbau und der Betrieb wirklich werden, ist noch unklar. Ursprünglich wurden dafür 2,4 Milliarden Euro in den Bundeshaushalt eingestellt, eine Milliarde davon allein für den Ausbau. Wegen des noch laufenden Verfahrens werden aktuell keine Aussagen zur Kostenentwicklung gemacht. 

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