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Mord an Peggy: ZDF-Sechsteiler "Höllental" startet am Freitag

Neue True-Crime-Serie über den ungeklärten Fall Peggy Knobloch aus Oberfranken - 07.01.2021 14:31 Uhr

Lichtenberg in Oberfranken, der Wohnort der kleinen Peggy Knobloch, deren Mörder bis heute nicht gefasst ist. In sechs Folgen rollt die ZDF-Serie "Höllental" ab dem 8. Januar 2021 einen der bekanntesten ungelösten Kriminalfälle Deutschlands noch einmal neu auf.

30.12.2020 © Alexander Gheorghiu, dpa


Schon wenige Stunden nach dem Verschwinden von Peggy Knobloch im Frühjahr 2001 belagerten Journalisten ihren oberfränkischen Heimatort. Sie berichteten über jeden noch so kleinen Hinweis, sie ließen die Einwohner nicht in Ruhe und begaben sich selbst auf Spurensuche. Auch nachdem die Ermittlungen vor ein paar Monaten offiziell eingestellt wurden, scheint das Interesse nicht abzureißen.

In sechs Folgen rollt eine ZDF-Serie ab dem 8. Januar (Freitag) einen der bekanntesten ungelösten Kriminalfälle Deutschlands noch einmal auf. „Höllental“ heißt die Serie – so wie das Flusstal im Frankenwald, an den die Kleinstadt Lichtenberg direkt angrenzt.

Das ZDF nützt den furchteinflößenden Namen und zeigt tatsächlich ein Tal der Hölle: Die Kamera fliegt über die dichten Baumwipfel, verirrt sich auf der Suche nach dem Mädchen zwischen den Bäumen. Selten hat ein Wald so bedrohlich gewirkt.

Filmszene aus der ZDF-Serie "Höllental" über den bis heute ungeklärten Mordfall Peggy Knobloch.

07.01.2021 © Alexander Gheorghiu, NNZ


Auch Lichtenberg wird nur als verlassener Ort zwischen Nebelschwaden gezeigt. Die Straßen menschenleer, die Stimmung erdrückend. Keine Frage, mag der Zuschauer denken: Hier muss ein solches Verbrechen stattfinden.

„Wir zeigen diese Orte in einer von Menschen und Fahrzeugen entleerten Hyperrealität“, erklärte Regisseurin Marie Wilke. „Die Welt in „Höllental“ ist für mich ein Modell der realen Welt, in der verschiedene Versionen der möglichen Wirklichkeit dargestellt werden.“ Originalschauplätze wechseln sich ab mit Aufnahmen von Polizeiakten, Fotos und Medienberichten.


Hier geht es zu allen aktuellen Polizeimeldungen.


Die Doku-Serie lässt Journalisten und Nachbarn detailgetreu von Peggy berichten. Über ihren Alltag, ihre Offenheit gegenüber Fremden und ihre letzten Stunden. Polizisten geraten ins Stocken, wenn sie von dem Gefühl der Ohnmacht erzählen, das sich im Laufe der Jahre nur noch verstärkte. Immer wieder weicht dabei die düstere Hintergrundmusik ein paar Sekunden Stille.

Immer wieder wurden im Mordfall Peggy ganze Waldstücke abgesperrt und durchkämmt. Trotzdem gab es jede Menge Ermittlungspannen. Der Mörder des Mädchens läuft bis heute frei und unerkannt herum.

08.05.2019 © Bodo Schackow/dpa


Schauspieler oder Fiktion braucht das True-Crime-Format nicht, die Realität ist erdrückend genug. Von dem spurlosen Verschwinden, den Fehlern bei den Ermittlungen und im Gerichtssaal über das Finden der Leiche bis zum Einstellen des Verfahrens mangels Beweisen.

Sechs Folgen braucht die Serie, um das Verbrechen neu zu erzählen. Doch wirklich Neues bringt „Höllental“ nicht hervor. „Ich bin nicht mit einem investigativen oder journalistischen Anspruch an „Höllental“ herangegangen“, betonte die Regisseurin. Der Gedanke an Peggy sei für sie zentral gewesen. Sie habe nach einer Haltung gesucht, wie sie die Geschichte des Verschwindens erzählen kann. So lässt die Serie viele Fragen offen – wie das Verbrechen selbst.

Bilderstrecke zum Thema

Der Fall Peggy: Chronologie eines schrecklichen Verbrechens

Vor 17 Jahren verschwindet die neunjährige Schülerin Peggy in Oberfranken spurlos. Als ihr Mörder wird 2004 ein geistig eingeschränkte Nachbar verurteilt. Am 14. Mai 2014 wird der Nachbar wieder freigesprochen. Anfang Juli 2016 nimmt der Fall eine spektakuläre Wende: In einem Waldstück in Thüringen werden Skelettteile von Peggy gefunden. Im September 2018 legt ein 41-Jähriger ein Geständnis ab.


Alle Folgen von "Abgründe", dem True-Crime-Podcast von Nordbayern.de, finden Sie hier: Abgründe - Der Crime-Podcast

dpa

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