Nach Coronatest-Panne: Huml bot Söder Rücktritt an

13.8.2020, 15:55 Uhr
Melanie Huml (CSU), Staatsministerin für Gesundheit und Pflege in Bayern.

Melanie Huml (CSU), Staatsministerin für Gesundheit und Pflege in Bayern. © Peter Kneffel, dpa

Für Söder war es "kein kleiner, sondern ein schwerer Fehler", der passiert war. Die Getesteten sollen nun in den kommenden Tagen über ihr Ergebnis informiert werden. Etwa 1000 Tests, die an Bayerns Grenzen durchgeführt wurden, waren positiv ausgefallen. Das Ergebnis wurde den Betroffenen aber lange Zeit nicht mitgeteilt. Diese werden nun von Mitarbeitern des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit Sitz in Erlangen abtelefoniert. Wie viele tatsächlich bisher erreicht wurden, ist noch nicht bekannt. Ebenso steht noch nicht fest, woher diese Menschen stammen. Diese Info wird, so Huml bei der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag, dann am Telefon abgefragt.

Gesundheitsministerin Huml hatte Markus Söder am Mittwoch und erneut am Donnerstag angeboten, von ihrem Amt zurückzutreten. Den Rücktritt hatte die BayernSPD gefordert. Es sei menschlich nicht zu vertreten, so Söder, die eine - wenn auch große Panne - als Anlass zu nehmen, das Rücktrittsgesuch anzunehmen. Die Panne sei "keine Panne der Ministerin", so der Ministerpräsident. Huml bedankte sich bei Söder für das in sie ausgesprochene Vertrauen.

"Fehler werden abgestellt"

Laut Söder war die Panne am Mittwoch bekannt geworden. Demnach warten 44000 Reiserückkehrer auf ihr Testergebnis. Bayerns Regierung traf sich daraufhin zu Krisenschaltungen. Es sollten, so Söder, "Fehler abgestellt werden".

Söder bedankte sich bei den ehrenamtlichen Helfern. Das Tempo sei "hoch". Dieses diktiere aber nicht er, sondern Corona. Das BRK, das die Tests durchführt, hatte bereits am Mittwoch jegliche Schuld an der Panne von sich gewiesen. Man sei, so die Hilfsorganisation, vom Freistaat Bayern beauftragt worden, "innerhalb eines Tages fünf Teststationen (drei Rastanlagen, zwei Hauptbahnhöfe) in Betrieb zu nehmen". Man habe sich an den Vorgaben des LGL und der Gesundheitsämter vor Ort orientiert. "Da das LGL sich nicht in der Lage gesehen hat, in dieser kurzen Zeit eine entsprechende Software zur Verfügung zu stellen, mussten die Reisenden händisch mit Formularen erfasst werden. Diese Formulare wurden vom LGL zur Verfügung gestellt", so das BRK.


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100 zusätzliche Mitarbeiter

Das LGL erhält nun 100 zusätzliche Mitarbeiter, um die Mehrarbeit zu bewältigen. Der Leiter der Einrichtung, Andreas Zapf, wechselt ins bayerische Gesundheitsministerium. Von dort wird künftig der Betrieb der kommunalen Testzentren gesteuert. Das Gesundheitsministerium sei näher an den Kommunen, sagte Söder. Der Internist und Familienvater Zapf hat das in Erlangen angesiedelte Landesamt seit zwölf Jahren geleitet.

Die 44-jährige Huml ist seit sieben Jahren Gesundheitsministerin.