"Brückenglühen" gegen den Ausbau der B299 um Neumarkt

26.3.2021, 21:48 Uhr
Zahllose Grabkerzen auf dem Asphalt, Fackeln und Lampen in den Händen: Die Staufer machten beim „Brückenglühen“ massiv mobil gegen den geplanten Ausbau der Neumarkter Umgehung. Sie forderten einen sofortigen Planungsstop der Planungen.

Zahllose Grabkerzen auf dem Asphalt, Fackeln und Lampen in den Händen: Die Staufer machten beim „Brückenglühen“ massiv mobil gegen den geplanten Ausbau der Neumarkter Umgehung. Sie forderten einen sofortigen Planungsstop der Planungen. © Foto: Günter Distler

"OB Thumann, kommen sie heraus aus ihrem Elfenbeinturm und kümmern Sie sich um die Anliegen ihrer Bürger in Woffenbach und Stauf", forderte Christian Strutz, einer der Sprecher der BI Stauf, zum Auftakt der Aktion "Brückenglühen" auf der Staufer Brücke. Wenn der Ausbau nicht gestoppt werde, hinterlasse der OB einen Scherbenhaufen, sagte er, den auch seine Nachfolger nicht mehr kitten können.

In Stichworten fasste er zusammen, was die Staufer und Woffenbacher Bürger aufbringt: So solle nach dem derzeitigen Stand Stauf nicht mehr an die Umgehung angebunden werden, der Verkehr müsse sich durch Woffenbach wälzen. Wegen gigantischer Regenrückhaltebecken gebe es massiven Flächenverbrauch. "Der Verkehr soll direkt von der Autobahn in die Wohngebiete geleitet werden", sagte Strutz.

Die Stadt und ihre Verwaltung vertrete nicht die Interessen ihrer Bürger, sondern der Lobbyisten im Land. Strutz forderte, Tempo 80 auf dem Ring beizubehalten, aktiven Lärmschutz für die Anwohner, den Erhalt der Staufer Brücke, die abgerissen und neu gebaut werden soll: "Stauf ist dann ein Jahr ohne Verbindung zur Stadt." Strutz: "Wir fordern einen sofortigen Planungsstop der Planungen."

Über 150 Bürger hatten sich auf der Staufer Brücke versammelt; rund die Hälfte waren es gut eine Stunde später auf der Tyrolsberger Brücke. Auch hier protestierten die Bürger gegen den Ausbau des Ringes, der vor allem Belastungen für die Anwohner bringe und sonst nichts.

Bei der Sitzung des Bausenats einen Tag zuvor hatte FDP-Stadtrat Peter Fuhrmann "eine breite und offene Debatte im Stadtrat zum dreispurigen Ausbau der B 299" gefordert. Nach einer Videokonferenz mit dem staatlichen Bauamt könne er die "eindeutige Haltung von CSU und UPW" nicht nachvollziehen.

Auch auf der Tyrolsberger Brücke versammelten sich zahlreiche Bürger, um gegen den Ausbau des Rings, der unter ihr hindurchführt, zu protestieren.

Auch auf der Tyrolsberger Brücke versammelten sich zahlreiche Bürger, um gegen den Ausbau des Rings, der unter ihr hindurchführt, zu protestieren. © Foto: Günter Distler

Aus seiner Sicht sei das ausschlaggebende Argument des Amtes, dass die B 299, weil Bundesstraße, dreispurig sein müsse. Verkehrssicherheit sei kein Grund. Im Untersuchungszeitraum seien dort 49 Millionen Fahrzeuge unterwegs gewesen – bei 62 Unfällen. "Wo können wir uns austauschen?", fragte Fuhrmann. Der für den 1. April vorgesehene Verkehrsausschuss sei vertagt. Nicht nur der. Auch der vom OB zugesagte runde Tisch mit den Bürgern hat bis heute, coronabedingt, nicht getagt.

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