Widerstand

Grüne und Bürgerblock gründen BI gegen ICE-Werk bei Postbauer-Heng

31.5.2021, 06:00 Uhr
Das neue ICE-Werk soll Züge reinigen, ausbessern und reparieren. Die Deutsche Bahn hat bereits Instandhaltungswerke unter anderem in München, Hamburg, Berlin, Köln-Nippes (Foto) und Leipzig.

Das neue ICE-Werk soll Züge reinigen, ausbessern und reparieren. Die Deutsche Bahn hat bereits Instandhaltungswerke unter anderem in München, Hamburg, Berlin, Köln-Nippes (Foto) und Leipzig. © Daniel Saarbourg/Deutsche Bahn AG

Oberstes Ziel sei die Verhinderung des ICE-Werks am Standort Ezelsdorf/Postbauer-Heng, schreiben Gabriele Bayer (Grüne) und Jürgen Rupprecht (Bürgerblock) in einer Presseinformation.

Der Ausbau des Bahnverkehrs, vor allem des ÖPNV, habe für Bayer und Rupprecht hohe Priorität. Und dass ICE-Züge gewartet werden müssen, stelle auch niemand in Abrede. "Aber muss dafür intakte Natur in einem riesigen Ausmaß zerstört werden?", fragen die beiden. Sie bezweifeln, dass "dafür das Schutzgut Mensch mit Lärm belästigt und Biotope und Landschaftsschutzflächen zerstört und Waldgebiete gerodet" werden müssen. Es gebe anderswo bereits vorbelastete Flächen, von denen Wohnbebauung weit genug entfernt liege.

Nächtliche Betriebsgeräusche

Ein ähnliches Werk in Köln zeige, wie stark die Lärmbelastung etwa durch die Prüfungen der ICE-Hupen ist. In der Spitze 100 dB würden bei diesen Prüfungen gemessen, so der Text weiter. Hinzu kämen die ständigen Betriebsgeräusche, da alle Aggregate auch unter Volllast geprüft werden müssen, ergänzt Rupprecht. Und diese Arbeiten sollen vorrangig nachts von 18 bis 6 Uhr durchgeführt werden.

Eine Grafik der DB zeigt, wo das neue ICE-Werk entstehen könnte: 1. Untersuchungsraum für ICE-Werk, 3. Gewerbegebiet „Am Espen“,  5. Bundestraße B8, 6. Wohnbebauung Postbauer-Heng.

Eine Grafik der DB zeigt, wo das neue ICE-Werk entstehen könnte: 1. Untersuchungsraum für ICE-Werk, 3. Gewerbegebiet „Am Espen“,  5. Bundestraße B8, 6. Wohnbebauung Postbauer-Heng. © DB, NN

Gabriele Bayer, 3. Bürgermeisterin, macht sich neben der starken Lärmbelästigung große Sorgen um die Natur. Im Planungskorridor befänden sich ein ausgedehntes Landschaftsschutzgebiet sowie Biotopflächen. Das Naherholungsgebiet in der „Lach“ sei für die Bürgerinnen und Bürger in Postbauer-Heng ein wichtiges Erholungsgebiet.

Enormer Flächenverbrauch

Würde das ICE-Werk in die „ Lach“ gebaut, bedeute das einen enormen Flächenverbrauch. Die zentrale Wartungshalle allein hätte eine Länge von 450 Metern bei einer Höhe von zwölf Metern und einer Breite von 60 Metern. Schon einmal musste vor vielen Jahren das Landschaftsschutzgebiet der Lach verteidigt werden, als eine Mülldeponie geplant war.

Es gibt bereits Bürgerinitiativen gegen die ICE-Werk-Pläne. Gabriele Bayer und Jürgen Rupprecht wollen eine BI in Postbauer-Heng gründen und sich den anderen in einer gemeinsamen Allianz anschließen.

Es gibt bereits Bürgerinitiativen gegen die ICE-Werk-Pläne. Gabriele Bayer und Jürgen Rupprecht wollen eine BI in Postbauer-Heng gründen und sich den anderen in einer gemeinsamen Allianz anschließen. © Marco Frömter, NN

Bayer und Rupprecht wollen die Bürgerinitiative Ezelsdorf/Postbauer-Heng mit anderen Bürgerinitiativen, die sich anderenorts ebenfalls gegen die Ansiedlung des neuen ICE-Werkes wenden, zu einer Allianz zusammenführen, um gemeinsam für einen geeigneten Standort zu kämpfen.

Zum Pressetermin für die Gründung der Bürgerinitiative Kein ICE-Werk Ezelsdorf/Postbauer-Heng sind alle Interessierten am Freitag, 4. Juni, 18.30 Uhr, eingeladen. Treffpunkt ist der Parkplatz des Friedhofes Postbauer an der Ezelsdorfer Straße. Es gelten die Coronaregeln.

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