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In Velburg und Deusmauer wird Sterben teuerer

Nach 13 Jahren hat der Velburger Stadtrat eine deutliche Anhebung der Friedhofsgebühren beschlossen - 05.04.2020 10:45 Uhr

Die Kommunen müssen mit Friedhöfen kostendeckend wirtschaften, daher werden sich ab Mai auch in Velburg die Bestattungskosten deutlich erhöhen.

03.04.2020 © Foto: Werner Sturm


Wegen der Corona-Pandemie fand die Sitzung im katholischen Pfarrheim statt. Weit auseinanderliegende Einzeltische dienten der Sicherheit der Mitglieder und Zuhörer. 18 der 20 Stadträte und Bürgermeister Bernhard Kraus waren anwesend.

 

Externe Kalkulation

 

Bei Friedhöfen handelt es sich um kostendeckende Einrichtungen der Kommunen. Wie Kraus mitteilte, wurden die Gebühren in den städtischen Bestattungseinrichtungen zuletzt vor 13 Jahren erhöht. Aufgrund eines Stadtratsbeschlusses vom September 2018 habe die Verwaltung für die Friedhöfe in Velburg und Deusmauer eine externe Gebührenbedarfsberechnung machen lassen.

Das Ergebnis war bereits Thema einer gemeinsamen Sitzung der Stadtratsfraktionen. Trotzdem gab es bei der Stadtratssitzung erhöhten Diskussionsbedarf. Mehr als eine Stunde lang wurde debattiert, wobei schon deutlich wurde, dass vielen die vorgeschlagenen Gebührenansätze als zu hoch erschienen. Es wurden konkrete Vorschläge eingebracht, mit dem Ziel, zumindest eine geringfügige Gebührenreduzierung zu erreichen.

 

Höherer Anteil für die Stadt

 

Dabei ging es vor allem um den Eigenanteil der Stadt Velburg an den kalkulierten Kosten. Der wurde im Ergebnis der Debatte schließlich von zehn auf 15 Prozent erhöht. Zudem wurde der Ansatz für den kalkulatorischen Zinssatz von zunächst beabsichtigten 2,5 Prozent auf nun 0,5 Prozent reduziert.

Ebenso wurde der zunächst vorgesehene Gebührenansatz für die Nutzung des Leichenhauses neu bewertet und letztendlich mit einer Obergrenze von 200 Euro festgesetzt. Bisher mussten hier unabhängig von der Nutzungsdauer 100 Euro als Gebühr entrichtet werden.

Die neuen Friedhofsgebühren sorgten auch deswegen für Diskussions-stoff, weil sie doch recht deutlich über denen liegen, die in kirchlich verwalteten Friedhöfen zu bezahlen sind. Und auch in benachbarten Kommunen wie Deining, Seubersdorf und Parsberg liegen die Friedhofsgebühren in den kommunal verwalteten Einrichtungen teilweise deutlich unter den neuen Velburger Gebührensätzen.

Schließlich wurden mit großer Mehrheit folgende, Jahres-Gebühren für die Nutzung der Friedhöfe in Velburg und Deusmauer ab 1. Mai 2020 festgelegt (in Klammern die bisherigen Ansätze): Kindergrab 22 Euro (11 Euro), Urnen-Erdgrab 56 Euro (11 Euro), Reihengrab 43 Euro (19 Euro), Familien-Doppelgrab 80 Euro (36 Euro), Familienetagen-Doppelgrab 103 Euro (47 Euro), Gruft-Grab 110 Euro (50 Euro), Priestergrab 43 Euro (22 Euro), Urnenwand 99 Euro (20 Euro).

 

Konkrete Zahlen folgen

 

Durch die nachträglich vorgenommene Erhöhung des gemeindlichen Eigenanteils an den Kosten und der Senkung des kalkulatorischen Zinsansatzes, sowie der Gebührenobergrenze bei der Leichenhausnutzung, werden sich die neuen Gebührensätze eventuell noch etwas nach unten korrigieren. In welcher Höhe sich dies in Zahlen und Beträgen auswirken wird, ergibt sich laut Kraus erst nach der erfolgten Neuberechnung der Gebührenkalkulation.

 

Antrag: früher nachrechnen

 

In den Beschlussvortrag mit aufgenommen wurde der Antrag von Stadtrat Roland Schlusche, zukünftig kalkulatorische Gebührenberechnungen nach den gesetzlichen Vorgaben (spätestens alle vier bis fünf Jahre) durchzuführen und nicht erst nach 13 Jahren. Damit könne man vorbeugen, dass sich Gebührenansätze so drastisch erhöhten, wie es nun der Fall sei.

W. STURM

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