Freitag, 22.11.2019

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Klare Position in Wappersdorf gegen Juraleitung

Nach Sulzbürg wurde auch in Wappersdorf eine Bürgerinitiative gegen die Starkstromtrasse P 53 gegründet. - 03.08.2019 14:14 Uhr

Im Wappersdorfer Schützenhaus ist eine weitere Bürgerinitiative gegen die geplante Starkstromleitung P 53 gegründet worden. Das Foto zeigt die Initiatoren. © Foto: Anton Karg


Es sind dies Hans Wölfl, Reinhard Rackl, Stefan Auhuber, Carmen Beyer, Josef Schmalzl, Martina Härtl-Gottschalk, Thomas Großmann und Hubert Rackl. Sprecher der BI der vier Dörfer im Osten der Gemeinde Mühlhausen ist der Weihersdorfer Hans Wölfl.

Christine Gottschalk leitete die Zusammenkunft und nannte als Anlass des Treffens: "Klare Position der Ortschaften gegen die Stromtrasse." Die Wappersdorferin bat um Unterstützung als Mitglied und auch in Form von Spenden. Wie viele Versammlungsteilnehmer spontan der BI der vier Ortschaften beitraten, wurde nicht bekannt gegeben. Es sollen über 100 Personen gewesen sein.

Der Pollantener Ortssprecher und Berchinger Stadtrat Wolfgang Großmann gab im Anschluss den Anwesenden aus den vier Ortschaften für die Gründung einer BI eine Art rhetorische Schützenhilfe. Er wies nicht nur auf die Strahlengefahren hin, sondern auch auf eine weitere Zerstörung von Natur und Landschaft. In Pollanten werde zudem mit der möglichen Stromtrasse eine künftige Gemeindeentwicklung eingeschränkt.

Wortgewaltig sprach Großmann an, dass er und seine Mitstreiter auf eine nachhaltige, regionale und dezentrale Energieversorgung eintreten und deshalb die Pläne des Netzbetreibers Tennet strikt ablehnen. Er spreche sich gegen das "Sankt-Florians-Prinzip" aus: "Wir brauchen überhaupt keine Stromtrasse." Es gebe für ihn auch keinen Plan B.

In Pollanten wolle er einen Widerstand organisieren, um eine weitere Zerstörung der Natur, wie zuletzt bei der neuen B 299, zu verhindern. "Wenn die Politik nicht mitzieht, dann werden wir den Politikern die Stirn bieten." Dabei denke er an die Wahlen im nächsten Jahr.

Herbert Frey von der BI Winterzhofen sieht als eine Alternative zu den Großkraftwerken, die Hochspannungsleitungen erfordern, kleine Gaskraftwerke, die es gebe, aber die meiste Zeit still stünden. Der Dietfurter Paulus Sturm vermutete das die Juraleitung dazu diene, polnischen Braunkohlestrom oder Atomstrom aus Frankreich zu befördern.

Die Leitung P 53 habe für Bayern keine Bedeutung, sie diene als Stromautobahn für andere Länder, vermutete ein weiterer Gesprächsteilnehmer, was einem weiteren die Behauptung entlockte: "Wir san nur a Weich’n. Es gibt koane Abzweigungen."

Die BI Sulzbürg vertraten Daniela Meyer, Alex Pfindel und Willi Dolmer und die BI Sondersfeld Conny Zeitler. Sigrid Schindler vom Bund Naturschutz und Gemeinderätin in Mühlhausen ergänzte, dass der Bedarfsplan für die Stromtrasse "undurchsichtig" sei. Sie will in ihrem Dorf an der Sulz ebenfalls eine BI initiieren.

Das Raumordnungsverfahren für die P 53 wurde 2018 in die Wege geleitet, die Anhörung läuft noch bis Ende März 2020. Danach seien keine Einwände mehr möglich, hieß es.

ANTON KARG

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