OB Thumann macht Schwimmkurse im Freibad zur "Chefsache"

Hauke Höpcke
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28.6.2021, 16:09 Uhr
Ein Junge und ein Mädchen sitzen im Freibad am Beckenrand.

© Frank May, dpa Ein Junge und ein Mädchen sitzen im Freibad am Beckenrand.

In einem Facebook-Post erklärt das Neumarkter Stadtoberhaupt die Angelegenheit zur "Chefsache". Als "Familienvater und Oberbürgermeister" wolle er sich um dieses Thema persönlich kümmern. "Die Stadtwerke haben ein tolles Programm unter Einbindung der Ehrenamtlichen bei der Wasserwacht, dem ASV und dem DLRG aufgelegt. (...) Um die Kapazitäten zu erhöhen sind wir jetzt zusätzlich auf die verdienten Personen, die bereits in der Vergangenheit vielen Kindern das Schwimmen beigebracht haben, Herrn Gebauer und Frau Dworschak zugegangen, um das Angebot zu erweitern ", schreibt Thumann.

Mit Gebauer sei man sich bereits einig. Er werde zusammen mit den SWN-Mitarbeitern wieder zusätzliche Kurse anbieten. Die Anmeldung erfolgt über die SWN. "Ich gehe davon aus, dass am Dienstag das Gespräch mit Frau Dworschak bei mir genauso konstruktiv verläuft", so der OB. Er hoffe, dass für diesen Fall ein Angebot an Schwimmkursen zustande kommt, wie es sie noch nie in dieser hohen Zahl am Neumarkter Freibad gegeben habe.

Stadtpolitik per Facebook ist ungewöhnlich

Stadtpolitik per Facebook ist ungewöhnlich. In diesem Fall erklärt es sich aus der Vorgeschichte.

Die Stadtwerken hatten vor zehn Tagen mitgeteilt, dass es wieder Schwimmkurse im Freibad gibt. Dabei würden die SWN mit den Vereinen DLRG, Wasserwacht und ASV zusammenarbeiten. Die Freibad-Urgesteine Max Gebauer und die Schwimmschule Dworschak, geründet vom langjährigen Bademeister Günter Dworschak, waren nicht dabei.

Das stieß vielen Eltern sauer auf. Denn die Kurse waren nach wenigen Stunden ausgebucht. Schließlich haben zwei Jahre kein Schwimmunterricht mehr stattgefunden. Zahlreiche Kinder sind schon acht Jahre alt und haben noch nicht einmal das "Seepferdchen"-Abzeichen.

Die Folge: In Facebook und anderen sozialen Netzwerken ernteten die Stadtwerke einen veritablen Shitstorm, wie das lawinenartige Auftreten negativer Kritik auf netz-deutsch heißt.

Kritik-Post verbreiteten sich wie ein Lauffeuer

Auch Anja Dworschak und ihr Ehemann Olaf Schumann posteten ihren Ärger in dem sozialen Netzwerk. Insbesondere Schumann griff dabei Stadtwerke-Chef Dominique Kinzkofer massiv persönlich an. Der Post bekam über 100 zustimmende Kommentare, erhielt über 450 Likes und wurde mehr als 400 mal geteilt.

Bis OB Thumann schließlich mit seinem eigene Post reagierte.

Mittlerweile ist die Zahl der Kurse deutlich aufgestockt worden. In den Ferien geben sich die Lehrer die Schwimmnudeln quasi in die Hand. Bis zu 400 Kinder können bis zum Ende der Saison unterrichtet werden. Falls die Dworschaks dazu kommen, können es noch einige mehr sein.

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