Paukenschlag in Berching: Eisenreich lässt sich nicht als Bürgermeister-Kandidat nominieren

26.10.2019, 10:41 Uhr
Die 20 nominierten Kandidaten für den Stadtrat Berching des CSU Großgemeinde-Verbandes Berching mit Bürgermeister Eisenreich und den Ehrengästen.

Die 20 nominierten Kandidaten für den Stadtrat Berching des CSU Großgemeinde-Verbandes Berching mit Bürgermeister Eisenreich und den Ehrengästen. © Helmut Sturm

Zur Nominierung des Bürgermeisterkandidaten/in und der Aufstellung der Stadtratsliste für die Kommunalwahlen 2020 lud die CSU zur Großgemeindeverbandsversammlung in den Hotel-Gasthof „Zum Dallmayr“.

Die Schlagzeilen der jüngsten Vergangenheit wirken nach. In kleinen Gruppen standen die Berchinger CSU-Mitglieder zusammen und diskutierten leise. Davon unbeeindruckt begrüßte Vorsitzender Thomas Frölich die knapp 70 Parteifreunde und Ehrengäste im Saal.

Noch vor der Bestimmung des Wahlausschusses bat Bürgermeister Ludwig Eisenreich ums Wort. In einer kurzen Erklärung schilderte er seinen Parteifreunden, „was da in den letzten Wochen per mail und im Internet gegenüber meiner Person als Bürgermeister abging: von Beleidigungen über anonyme mails bis hin zu Unwahrheiten über mich.“

"Sehr wohl kritikfähig"

Er stellte klar, dass er sehr wohl kritikfähig sei, wenn diese aber nicht der Wahrheit entspreche, dann müsse er sich wehren. „Auch Bürgermeister sind keine Fußabstreifer für bestimmte Leute.“ Gegen die "wahrheitswidrigen Angriffe auf Mitarbeiter aus der Verwaltung" und gegen seine Person setzte er sich vehement zur Wehr.

„Auch als Bürgermeister und Mensch habe ich eine Würde und Ehre, die ich verteidige.“ Im Eifer des Gefechts sei allerdings ein Satz gefallen, der so nicht hätte fallen dürfen, räumte Bürgermeister Ludwig Eisenreich ein. „Er war grenzwertig, aber keinesfalls beleidigend – ich habe ihn am 24. Oktober schriftlich gegenüber dem Betroffenen Gerhard Binder zurückgenommen und, falls er diesen Satz als Bedrohung aufgefasst hat, mich bei ihm entschuldigt und zum Ausdruck gebracht, dass ich diese Art von Wahlkampf nicht will.“

Bürgermeister Ludwig Eisenreich gab eine Erklärung ab und verzichtete vorerst auf die Kandidatur als Bürgermeister.

Bürgermeister Ludwig Eisenreich gab eine Erklärung ab und verzichtete vorerst auf die Kandidatur als Bürgermeister. © Helmut Sturm

Bürgermeister Eisenreich räumte ein, dass er sich habe provozieren  lassen und in der Folge einen Fehler gemacht habe. In einem bereits terminierten Vier-Augen-Gespräch möchte er diesen ausräumen und nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Deshalb stellte er den Antrag, die Wahl zum Bürgermeisterkandidaten zurückzustellen, bis die Angelegenheit geklärt ist. Dem wurde mehrheitlich zugestimmt.

"Professionelle Routine"

Der Rest des Abends war professionelle Routine. Die Bewerber um einen Sitz im Stadtrat stellten sich vor. Mit einer Gegenstimme wurde beschlossen, über die gesamte Liste der 20 Kandidaten und der zwei Ersatzkandidaten abzustimmen. Bei erfolgreicher Wahl wird die Num-mer auf der Vorschlagsliste die Nummer der Wahlliste. Der erste Wahlgang ging schief, zu spät wurden Informationen zum Prozedere verlesen. Beim zweiten Mal klappte es. Die Liste wurde mit großer Mehrheit – die meisten Kandidaten mit über 95 Prozent – gewählt.
Aus dem aktiven Stadtrat stellten sich zwei Kandidaten nicht mehr zur Wahl. Wolfgang Großmann und die 2. Bürgermeisterin Gerlinde Delacroix. „Ich höre auf, um jungen Menschen Platz in der Politik zu machen“, begründete Delacroix ihre Entscheidung. Vier junge Kandida-ten/innen konnte sie für eine erfolg-reiche Kandidatur gewinnen. Per-sönlich will sie sich zukünftig mehr im sozialen Bereich engagieren oder in der VHS. Beides liege ihr beson-ders am Herzen.

"Gelungene Liste"

Die Liste sei eine überaus gelungene, stellte Vorsitzender Thomas Frölich zufrieden fest. Neun frische Kandidaten konnten gewonnen werden, elf stammen aus dem amtierenden Stadtrat. Jung und Alt, Erfahrung und frischer Elan seien in der Liste ebenso vertreten, wie eine bunte Mischung aus Berufen, Stadt und Land und die Frauenquote stieg um 100 Prozent von zwei auf vier Damen an.
Listen-Plätze 1 bis 20: Ludwig Eisenreich, Bürgermeister. Andreas Höffler, Finanzbeamter. Roland Meyer, Realschullehrer. Thomas Frölich, IT-Projektleiter. Manfred Rackl, stv. Sachgebietslei-ter, Regina Burger, Lehrerin. Maximilian Stadler, Geschäftsführer. Erich Steindl, Frisörmeister. Wilfried Bauer, Polier, Armin Edbauer, Bereichsleiter. Christian Meissner Schreinermeister. Melanie Altrichter, Lehrerin. Michael Zaigler, Industriefachwirt, Wolfgang Brandmüller, Betriebsrat, Josef Leidl, Zimmerer-meister, Michaela Stoll, Köchin, Ingeborg Zenk, Hauswirtschafterin, Jan Joachim Christl, Kieferorthopäde, Daniel Mosner, Lehrer, Josef Schneider, Rentner. Die zwei Ersatzkandidaten sind Klaus Steger und Roland Plank

 

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