Samstag, 27.02.2021

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Schlepper-Demo vor dem Empfang

Beim Neujahrsempfang in Velburg protestierten rund 500 Bauern - 03.02.2020 06:00 Uhr

In einer Sternfahrt waren die Landwirte mit rund 500 Traktoren zur „Schlepper-Demo“ nach Velburg gekommen. Dort forderten sie mehr Unterstützung durch die Politik.

02.02.2020 © Foto: Fritz Etzold


"Land schafft Verbindung" hatte den Besuch von Bundesinnenminister Horst Seehofer beim Neujahrsempfang der Velburger CSU zum Anlass genommen, um gegen die aktuelle Planungen der Politik zu demonstrieren.

Wegen der Bauern-Proteste und auch wegen des erwarteten großen Andrangs hatte man in Velburg reagiert und den Empfang vom Saal des Pfarrheims in die Halle der Firma Atech Agrartechnik ins Gewerbegebiet verlegt, auf dem Firmengelände hatten auch die LSV-Aktivisten ihre Bühne aufgebaut. Und die Redner stellten dabei eines besonders heraus: "Wir wehren uns nicht gegen eine neue Düngeverordnung, aber wir fordern einen Dialog und die fachliche Aufarbeitung der Datengrundlagen der Nitratmessstellen", so übereinstimmend Stefan Adam aus Tirschenreuth und Andreas Fischer aus Freudenberg.

LSV-Sprecherin Regine Lehmeier, die vor gut zehn Jahren in Trautmannshofen den Bundestagsabgeordneten Alois Karl beim Protest der Milchbauern mit einer Kanne Milch übergossen hatte, sprach aus, was viele im Publikum dachten: "Wir haben es satt, dass wir in diesem Land die Deppen, die Schuldigen für alles sind."

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Schlepper-Demo in Velburg

400 Landwirte hatten ihr Kommen zur „Schlepperkundgebung“ angekündigt, an die 500 sind es dann geworden, die gegen aktuelle Planungen der Politik demonstrierten.


Bayerns Finanzminister Albert Füracker, der sich schon vor der Ankunft Seehofers den Bauern stellte, bedauerte, dass aktuell nur noch über die Düngeverordnung gesprochen werde. Der Degendorfer, selbst Landwirt, erinnerte an den jahrzehntelangen Kampf um bessere Preise für die Landwirte. Und er sicherte nach Rücksprache mit Landwirtschaftsministerin Kaniber zu, dass die Messstellen mehr als verdoppelt, ja fast verdreifacht würden. Damit würde eine Forderung der Landwirte erfüllt.

Seehofer zeigte Verstädnnis

Deshalb hatte er auch wenig Verständnis für Zwischenrufe wie "ihr tut doch überhaupt nichts". Seine Reaktion: "Wir hocken doch nicht die ganze Woche in München rum und überlegen, wie wir die Bauern ärgern können." Und keineswegs würden die Bauern, wie ihm vorgeworfen wurde, "gegen die Bürger ausgespielt". Aber man müsse mehr miteinander reden, müsse auch diejenigen Ernst nehmen, die sich Sorgen um das Trinkwasser machen.

Verständnis für die "berechtigten" Sorgen der Bauern zeigte dann auch Horst Seehofer, ehe er beim Empfang hauptsächlich über seine Schwerpunktthemen als Bundesinnenminister sprach, die innere Sicherheit und die Migration.

Nicht ohne zuvor die Bedeutung der Kommunalpolitik als "Basis für das demokratische Gemeinwesen" herauszustellen und die Bürger zu ermuntern, am 15. März zur Kommunalwahl zu gehen – und natürlich ihr Kreuzchen bei den CSU-Kandidaten zu machen, bei Landrat Willibald Gailler und dem Velburger Bürgermeisterkandidaten Christian Schmid, die nach der Eröffnung des Empfangs durch Stadtverbandsvorsitzenden Christian Schmid noch kurze Grußworte sprachen.

Seehofer ging auch noch kurz auf ein weiteres Thema ein, mit dem er immer wieder konfrontiert werde, zuletzt auch bei seinem Besuch in Dietfurt: der Stromtrasse. "Wenn wir sie überhaupt brauchen", meinte er, dann müsse man die "hässlichen Kabel" unbedingt unter die Erde verlegen, "damit sie nicht länger unsere schöne Landschaft verschandeln".

JÜRGEN DENNERLOHR

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