Donnerstag, 17.10.2019

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"Aktionstag barrierefreie Stadt" lockt Neustädter

Zentrales Thema: Einfacher Einsteigen an Bahnhöfen für gehandicapte Fahrgäste - 09.05.2016 15:08 Uhr

Die Künstlerin Elke Rogler-Klukas machte mit ihrer Rollstuhl-Installation an "Aischtalbahn" auf beklemmende Weise deutlich, dass der Bahnhof Neustadt dringend barrierefrei umgebaut werden muss. © oh


Bei diesem weckte die Künstlerin Elke Rogler-Klukas mit ihrer Kunstinstallation "BARRIEREFREI?" besonderes Interesse. Die "Aischtal-Bahn" sollte dabei stellvertretend nicht nur für den Neustädter Bahnhof, sondern für viele nicht barrierefreie Bahnhöfe in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. An ihr waren zwei große Planen mit der Aufschrift "BARRIEREFREI" befestigt, die vom Neustädter Lions-Club finanziert wurden, dessen Mitglieder sich im letzten Jahr für die Restaurierung der Rangierlok als Symbol der "legendären Aischtalbahn" engagiert hatten.

Vor der Lokomotive baute Elke Rogler-Klukas 17 Rollstühle als Barriere auf. Einer davon lag quer im Gleisbett als Mahnung, wie leicht ein Unfall geschehen kann, wenn die Bahnsteige nicht behindertengerecht gebaut sind. Die Botschaft der Künstlerin: "Die Bahn wird zur Barriere für die Rollstühle und die Rollstühle werden zur Barriere für die Bahn. Nur ein gemeinsamer Dialog kann hier zu einer Lösung führen".

Nach Bad Windsheim "barrierefrei"

Bei dem kann sich die Bahn nicht länger auf den von Bürgermeister Klaus Meier übermittelten Standpunkt stellen, dass man ja einen behindertengerechten Bahnhaltepunkt Neustadt-Mitte habe, war man sich unter den Gästen einig, die dies sogar als zynisch insbesondere gegenüber den Bahnkunden mit Gehhilfen empfanden, da der "Regio" nicht an dieser Stelle halte. So kämen Bahnreisende mit Behinderungen bestenfalls erst "dreimal ums Dorf gefahren" auf dem Bahnsteig an, auf dem sie "barrierefrei" den Zug nach Bad Windsheim erreichten.

Die Besucher waren nach den Beobachtungen von Rogler-Klukas besonders von dem im Gleisbett liegenden Rollstuhl erschrocken. Alle waren sich einig, dass hier Veränderungen herbeigeführt werden müssen. Und nicht nur hier, wie es an den verschiedenen Stationen bewusst gemacht wurde, wie viele den Menschen ohne Handicaps gar nicht bewusste Barrieren jenen mit körperlichen Behinderungen das Leben erschweren. Deshalb stieß der Aktionstag "barrierefreie Stadt" auf breite Zustimmungen auch vieler Besucher, die einen Abstecher vom Frühlingsfest zur "NeuStadtHalle" mit dem vielfältigen Informationsspektrum und zur auffällig-beklemmenden Kunstinstallation von Elke Rogler-Klukas gemacht hatten. "Das Wir gewinnt" nahm man ihre eindringliche Mahnung mit.

nb

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