ÖDP nominiert Klaus John - Bundestagskandidat mit Neun-Punkte-Programm

1.2.2021, 18:01 Uhr
Seit früher Jugend politisch engagiert, strebt Klaus John im Wahlkreis Fürth-Neustadt/Aisch-Bad Windsheim ein Bundestagsmandant an. Foto:ÖDP

Seit früher Jugend politisch engagiert, strebt Klaus John im Wahlkreis Fürth-Neustadt/Aisch-Bad Windsheim ein Bundestagsmandant an. Foto:ÖDP © ÖDP

John sprach sich in einem Neun-Punkte für die Investitionen in Krankenhäuser sowie in die Aus- und Weiterbildung von Ärzten und Pflegepersonal aus und forderte zusätzlich 30.000 Arbeitsplätze, wollte den "Mensch vor Profit gestellt und Überlastungen reduziert" wissen. Dafür sollten auch zusätzlich 25.000 Arbeitsplätze beim Altenpflegepersonal sorgen und Privat-Pflegende durch Hilfe von qualifiziertem Personal entlastet werden. Der ÖDP-Kreis- und Fraktionsvorsitzende Jürgen Osterlänger aus Emskirchen zitiert zudem aus dem Programm, dass "statt gieriger Geldvermehrung und Shoppen ‚vernetztes Denken‘ das neue Leitmotiv für alle sein und ein planetares humanökologisches Bewusstsein überall vermittelt und anerzogen werden" müsse.

Als "Teil eines wunderbaren Natursystems, dessen Entstehung und Vielfalt wir noch nicht mal richtig verstanden, aber bereits größtenteils zerstört haben" müsse "allen Menschen klar sein: wir sind mit allem, was uns am Leben erhält, abhängig von den Jahrmilliarden alten Natursystemen. Wenn wir Arten und natürliche Lebensräume zerstören, zerstören wir uns selbst". Deshalb sei eine "grundlegend andere Art und Weise der Produktion und unseres Alltagslebens nötig, was nicht mehr auf reinem quantitativem Wachstum und Geldvermehrung basiert, sondern eine Art Kreislaufwirtschaft, wie sie in der Natur bespielhaft vorgegeben ist. Hier gibt es keinen Müll oder Abfälle, die nicht vollständig wiederverwertet werden".

Um diese grundlegende Transformation der deutschen Gesellschaft zu erreichen, müssten die Menschen im vernetzten Denken geschult werden und ihr "geldgieriges Denken und Verhalten durch Sanktionen und Belohnungen aberzogen bekommen" heißt es im Programm der Ökopartei weiter, die befürchtet: "Durch die Droge "Konsum, Geld und Shoppen” zerstöre man "die Lebensgrundlagen von uns selbst, unserer Kinder und Enkel und damit einen ganzen Planeten, der einst voller lebendiger Vielfalt war".

Recht der Jugend auf lebenswerten Planeten

Die Friday-For-Future"-Bewegung zeige, dass es noch Menschen mit Vernunft und vernetztem Denken gebe. Diese jungen Menschen hätten "auch ein Recht auf einen Planeten, auf dem sie leben können und nicht in Höhlen hausen müssen, voller technischer Behelfsapparaturen, weil wir den Planeten an der Oberfläche und die Natursysteme vernichtet haben". "Sind uns Shoppen, Statussymbole, Mode und ständiger Konsum so viel wichtiger als unsere eigenen Kinder?", wurde bei der Nominierungsversammlung die bange Frage gestellt. Aus dieser Sorge resultiert das Neun-Punkte-Programm des ÖDP-Bundestagskandidaten aus dem Wahlkreis 243.

In dem werden unter anderem der Umbau des Steuersystems nach dem Vorbild Schwedens mit steuerlicher Entlastung aller Produktion von natürlichen Materialien und ökologisch hergestellten Produkten sowie der Erhöhung der Steuer auf alle zerstörerischen Produktionsweisen und Produkte gefordert. Ferner die "Sicherung und Erhaltung unserer Lebensgrundlagen, wie Natursysteme, Gewässer, Böden, Atemluft durch Ausweitung und Vernetzung der Naturschutzflächen und Naturparks auf mindestens 25 Prozent der Landesfläche sowie eine "Verzehnfachung der Investitionen in Allgemeinbildung" mit massiven Investitionen in Aufklärung, Schulung des vernetzten Denkens ebenso wie in Jugend- und Erwachsenenbildung". Dies stärke Demokratie und Bürger und vermeide Anschläge von religiösen, nationalistischen, narzisstischen und anderen Extremisten.

"Weg von Erdöl, Kohle, Atom und Erdgas"

Weitere Themen sind die verpflichtende ökologische Bauleitplaung für alle Bautätigkeiten, der massive ÖPNV- und Bahnausbau oder der Ausbau des Fahrradwegenetzes und Umbau der Autobahnen zu Fahrradschnellbahnen nach dem Vorbild europäischer Nachbarn. Schließlich geht es Klaus John auch um die Transformation der Energie-, Wärme- und Kühlungserzeugung weg von Erdöl, Kohle, Atom und Erdgas bis 2030, was etwa 1, 5 Millionen Arbeitsplätze schaffe sowie die konsequente Nutzung von Subventionen der EU und Kreditaufnahme - auch in der Pandemie – "für den Umbau der Gesellschaft zu einer solaren kreislauf- und gemeinwohlorientierten Suffizienzwirtschaft und zur Stärkung des Gemeinwohls der Bürgerschaft durch Bildung".

Der Umweltberater, Weiterbildungstrainer, Unternehmens- und Organisationsberater engagiert sich seit Schülerzeiten aktiv für Frieden, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung sowie Erhaltung und Schutz der Lebensgrundlagen. Dafür wirkt er unter anderem beim Bund Naturschutz, Greenpeace, Mehr Demokratie, Lobbycontrol, Abgeordnetenwatch, oder im Väter-Netzwerk e.V. und Finanzwende e.V. mit. John ist zudem Initiator und Mitglied von "Parents for Future" im Landkreis Fürth sowie Mitglied von "sff, science for future". nb

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