Regelmäßige Einsätze in Altschauerberg

Polizei hat genug: Verfügung soll Drachenlord-Randale stoppen

21.6.2021, 15:44 Uhr
Regelmäßig besuchen Schaulustige den Drachenlord.

Regelmäßig besuchen Schaulustige den Drachenlord. © Screenshot Youtube

Es fliegen Farbbomben und Böller, es wird gespuckt und geschlagen, geschrien und gehetzt. An manchen Tagen ist das beschauliche Altschauerberg bei Emskirchen der Nabel der Internet-Welt. Dann, wenn der Drachenlord livestreamt und versprengte Gruppen Jugendlicher in das fränkische Dorf pilgern, um sich mit dem YouTube-Phänomen anzulegen. Sie reisen teils quer durch Deutschland, um sich sprichwörtlich am Gartenzaun mit dem Drachenlord zu beschimpfen. Nicht nur für die Anwohner ist das mehr als grenzwertig, auch die Polizei stöhnt unter der Einsatzlast. Wöchentlich, manchmal sogar täglich, müsse man zum Haus in Altschauerberg ausrücken.

Die zuständige Markt Emskirchen hat jetzt genug. Bereits am 14. Juni habe sie eine Allgemeinverfügung für die Gemarkungen Emskirchen und Schauerberg erlassen, teilt das Präsidium Mittelfranken am Montag mit. "Aufgrund der anhaltenden Einsatzbelastung", wie es in einem Facebook-Post heißt.

"Verbot von unzumutbarer Lärmbelastung"

Damit verbietet der Markt so einiges, was helfen soll, die andauernde Randale in Altschauerberg zu beenden. Dazu gehört das "Verbot von unzumutbarer Lärmbelastung" - was damit gemeint ist, lässt die Verfügung zwar offen, es dürfte jedoch als Grundlage dienen, nächtliche Störaktionen beim Drachenlord frühzeitig unterbinden zu können.

Zudem werden Feuerwerkskörper, Leuchtkugeln, bengalische Feuer, Rauchpulver oder "andere pyrotechnische Gegenstände" in den Gemarkungen verboten. Weil die sogenannten Hater - also Gegner - des Drachenlord erfinderisch sind, listet die Verfügung eine Unzahl an Dingen auf, die künftig dort nicht bei sich getragen werden dürfen. Dazu gehören auch Waffen oder "Gegenstände jeglicher Art, die geeignet sind, als gefährliches Werkzeug oder Wurfgeschoss eingesetzt zu werden".

Markt verbietet viele gefährliche Gegenstände

In der Vergangenheit wurde das Haus des YouTubers immer wieder mit Farbbomben und anderen Dingen beworfen, teils seien Fenster eingeschmissen worden. Nach Angaben des Drachenlord selbst explodierte erst kürzlich ein Böller direkt neben seinem Ohr. Derzeit läuft ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung.

Zum womöglich mächtigsten Werkzeug gegen Randale könnte aber ein anderer Punkt aus der Allgemeinverfügung werden. Zum einen gibt es jetzt ein Betretungsverbot für Personen, die innerhalb der letzten drei Jahre einen Platzverweis erhalten haben. Es soll aber auch ein "Verbot von Menschenansammlungen" gelten. Maximal acht Personen dürfen sich künftig auf "Straßen, Wegen und Plätzen innerhalb des Geltungsbereiches" treffen.

Die Polizei mahnt auf Facebook: "Zuwiderhandlungen gegen die Anordnungen können als Ordnungswidrigkeit geahndet und mit einer Geldbuße bis zu 1000 Euro belegt werden!"