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125 neue Wohnungen in St. Johannis: Eiche muss nun doch weichen

Auf dem freien Gelände sollen im Frühjahr die Arbeiten starten - 20.12.2020 05:55 Uhr

Allein auf weiter Flur: Die letzten Abbrucharbeiten wurden im November abgeschlossen. Nun befindet sich nur noch die alte Eiche auf dem Areal – hier mit Blick vom Nordwestring Richtung Westfriedhof/Schnieglinger Straße.

18.12.2020 © Foto: Stefan Hippel


Der Geschäftsführer des damaligen Gartencenters hatte sie im Vorjahr noch vorsorglich zurückschneiden lassen, obwohl er wusste, dass das Schicksal der rund 50 Jahre alten Eiche auf dem Gelände in St. Johannis mehr als ungewiss war.

"Von ihrem Erhalt – auch ein mögliches Versetzen war technisch nicht realisierbar – mussten wir nach intensiver Prüfung und Diskussion absehen", so Rüdiger Sickenberg, Vorstandsmitglied der Schultheiss Wohnbau AG. "Um den Anforderungen des Standorts, insbesondere an den Schallschutz, gerecht zu werden, war es nötig, die Bebauung an dieser Stelle zu schließen."

So soll die Fassade aussehen. Entlang des Nordwestrings ist eine Baumreihe geplant.

18.12.2020 © Visualisierung: Gräßel Architekten


Wie berichtet, entsteht auf dem Gelände ein Neubaukomplex. Das Projekt trägt den Namen "Flora54", bezugnehmend auf das damalige Gartencenter an dieser Stelle mit der Hausnummer 54. Bei den Planungen gab es noch einige Änderungen: Die Zahl der ursprünglich 110 Eigentumswohnungen ist auf 125 gestiegen.

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Darunter befinden sich 45 Einzimmer-Apartments – optional mit Mobiliar. Ehemals waren diese als Studenten-Apartments ausgewiesen, diese Bindung wurde jedoch aufgehoben. Warum? "Wir sehen folgende Vorteile für die Erwerber", erklärt Sickenberg. "Neben dem größeren Kreis potenzieller Mietinteressenten wird auch ein deutlich seltenerer Mieterwechsel stattfinden, was den Aufwand für den Erwerber minimiert."

Die Apartments sind 19 bis 30 Quadratmeter groß. Die 80 Zwei- bis Vierzimmerwohnungen und Penthäuser variieren zwischen 58 und 130 Quadratmetern inklusive Terrassen mit kleinem Gartenanteil, Balkonen oder Dachterrassen.

Keine Studenten-Apartments

Der Bauantrag für den ersten Abschnitt wird derzeit vom Bauamt geprüft. Im August startete der Vertrieb. Aktuell seien über 30 Prozent der Wohnungen reserviert. "Besonders die Apartments erfreuen sich reger Nachfrage", sagt Sickenberg. "Den speziellen Umständen dieses Jahres entsprechend, sind wir mit der Vermarktung zufrieden."


So könnte das ehemalige Radloff-Areal bald aussehen


Im Erdgeschoss des Gebäudes zur Straße hin ziehen auf einer Fläche von insgesamt 700 Quadratmetern ein oder zwei Geschäfte ein – direkt an der vielbefahrenen Kreuzung. Um Details zu nennen, sei es noch zu früh. "Es haben sich eine Reihe von Interessenten bei uns gemeldet. Momentan stehen wir nun in Verhandlungen", informiert er.

Der Gebäudekomplex in Hufeisenform, der sich um einen grünen Innenhof gruppiert, erhält zur Straße hin eine Klinkerfassade. Die Projektplanung liegt in den Händen des Erlanger Architekturbüros Gräßel. Es hatte sich Ende 2019 beim Wettbewerb gegen zehn Mitstreiter durchgesetzt. Mit Blick auf die Fällung der alten Eiche ergänzt Sickenberg: "Schon im Wettbewerb war von den Architekten ein umfangreiches Begrünungskonzept mit Dachgärten und Dachbegrünungen vorgeschlagen worden."

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Im Innenhof werde zudem "eine große, parkartige Fläche mit Spielplatz und Großbäumen angelegt". Die Pflanzung von 13 Straßenbäumen entlang des Nordwestrings werde ebenfalls realisiert, kündigt er an. Baubeginn ist für Frühjahr 2021 geplant, die Fertigstellung voraussichtlich Ende 2023.

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