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17. Oktober 1969: 90 Millionen verbaut

Fortschritte an der Großschiffahrtsstraße zwischen Erlangen und Nürnberg - 17.10.2019 07:00 Uhr

Nur noch 60 Zentimeter bis zur Sohle: die von einem Portalkran überspannte Baustelle der Schleuse Erlangen, wo später Schiffe um mehr als 18 Meter gehoben werden. Die Schleusen Erlangen und Kriegenbrunn werden 1970 vollendet. © Kammler


Erst zwei Jahre später, 1972, werden auch die Nachbarn Fürth und Nürnberg zu Hafenstädten avancieren, nämlich dann, wenn die erstenSchiffe die Superschleuse Kriegenbrunn, die südliche Autobahn Nürnberg-Würzburg zwischen den Ausfahrten Frauenaurach und Tennenlohe liegt, passieren und über die Trogbrücken von Flexdorf und Dambach nach Süden fahren.

Fertig ist der Kanal schon bis zur Schleuse Erlangen, die bei Möhrendorf, einige Kilometer nördlich von Erlangen, gebaut wird. Ein paar hundert Meter vor der Schleuse „steht“ das Wasser an einem Damm. Schiffe verkehren auf acht Kilometer langen Teilstück zwischen der Schleuse Erlangen und der weiter nördlich liegenden Schleuse Hausen bei Forchheirn allerdings noch nicht, da es auf dieser Strecke keine Anlegestelle und keinen Hafen gibt.

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In Forchheirn dagegen legen schon seit Oktober vorigen Jahres die Schiffe an. Die Strecke zwischen Forchheim und Erlangen, genauer von der Schleuse Hausen bis zur Schleuse Erlangen bei Möhrendorf, wird erst dann für die Schiffahrt freigegeben, wenn die Länden in Erlangen angelaufen werden können: im Herbst 1970.

Sieben Kilometer lang ist das Teilstück des Kanals zwischen der Schleuse Erlangen und der Schleuse Kriegenbrunn im Norden von Fürth. Das Kanalbett ist auf diesem Abschnitt ausgehoben und die Anlegeplätze für Erlangen und das Großkraftwerk Franken II und der Tankhafen sind schon betoniert. Mit einer Bitumenmasse werden gegenwärtig die Wände des Kanalbettes abgedichtet.

Die größten Kanalbaustellen sind neben dem Hafen Nürnberg die beiden Superschleusen Erlangen und Kriegenbrunn, die mit einer Hubhöhe von 18,30 Metern für eine Zeitlang die größten Schleusen der Bundesrepublik sein werden. Übertrumpft werden sie später von den beiden Schleusen in Leerstetten und Hilpoltstein im Süden von Nürnberg mit einer Hubhöhe von 24 Metern.

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Die Superschleusen Erlangen und Kriegenbrunn sind 190 Meter lang. Zwei „Europa-Schiffe“, das sind Kähne von 80 Meter Länge, oder ein Schlepper mit zwei Leichtern können in einem Gang durchgeschleust werden. 17 Minuten dauert es, bis die Schiffe 18 Meter gehoben oder gesenkt worden sind. Mit Ein-und Ausfahren dauert das Passieren der Schleuse etwa 25 Minuten.

Das Kanalbett auf dem sieben Kilometer langen Bauabschnitt bei Erlangen mit den beiden Schleusen Erlangen und Kriegenbrunn, die Länden und der Tankhafen sowie die 25 Brücken und Unterführungen auf dem weiter südlich Hegenden Bauabschnitt zwischen Kriegenbrunn und dem Nürnberger Flafen waren die Schwerpunkte der Bautätigkeit in diesem Jahr. Etwa 90 Millionen Mark wurden dafür ausgegeben.

Im nächsten Jahr wird sich der Schwerpunkt der Arbeiten auf den 20 Kilometer langen Kanalabschnitt zwischen der Schleuse Kriegenbrunn und Nürnberg verlagern. „Wir müssen die 25 Brücken und Unterführungen, soweit sie noch nicht fertig sind, fertigstellen, damit wir so bald wie möglich mit den Erdarbeiten am Kanalbett beginnen können, meinte Löblein zum Bauprogramm.

S. G.

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