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20. September 1969: Mülltonnen blieben voll

Städtische Arbeiter legten Arbeit nieder - 20.09.2019 07:00 Uhr

36 Müllfahrzeuge standen „tatenlos“ – ihre Besatzung streikte – 40 Arbeiter des Fuhrparkes hatten solidarisch ihre Arbeit niedergelegt. Der Streik dauerte nur einen Vormittag. Ab 13 Uhr lief der Betrieb wieder. © Ulrich


Grund der spontanen Arbeitsniederlegung war – nach Auskunft der Gewerkschaft ÖTV – die Äußerung von Innenminister Benda, vor den Wahlen keine Verhandlung mehr mit den Gewerkschaften führen zu wollen. Die ÖTV erfuhr von der Aktion erst, als sie bereits im Gange war.

Geschäftsführer Rainer Spitznagel und sein Stellvertreter Werner Feile erreichten in Gesprächen mit den Arbeitnehmern und mit Wirtschaftsreferent Dr. Wilhelm Doni, daß die Arbeit bei der Müllabfuhr gegen 11.45 Uhr wieder aufgenommen wurde. Die Verhandlungen in der großen Kraftfahrzeughalle des Fuhrparkes hatten ebenfalls Erfolg. Ab 13 Uhr lief auch dort der Betrieb wieder normal.

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Sieben Forderungen gaben die Arbeiter bei ihrem Streik bekannt, einige konnte ihnen die Stadt sofort erfüllen. Die allgemeine Lohnerhöhung um 15 Prozent, ein zusätzliches Urlaubsgeld und die Nichtanrechnung der Samstage auf den Jahresurlaub waren Punkte, die von der Stadt nicht entschieden werden können. Sie wurden an die Große Tarifkommission der Gewerkschaft ÖTV telegrafiert, die zur Zeit in Berlin tagt.

Über Forderungen, die zwischen der Stadt Nürnberg und dem örtlichen Tarifpartner direkt entschieden werden können, soll binnen einer Woche verhandelt werden. Dazu zählen eine Prämie bei Ausfall des fünften Beifahrers am Müllwagen, eine zusätzliche Schutzkleidung und Zusatzurlaub für Kehrmaschinenfahrer. Arbeitserleichterung durch neue Müllwagen und die Beschleunigung der Umstellung auf 110 Liter Tonnen bilden weitere Gesprächsgrundlagen für Verhandlungen zwischen dem Betriebsrat und der Stadt Nürnberg.

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Zwei Verlangen wurden sofort erfüllt: Dr. Wilhelm Doni sagte den Müllfahrern zu, daß sie ab sofort wieder das tariflich festgelegte Zehrgeld erhalten – über eine Erhöhung wird gegenwärtig auf Landesebene verhandelt – und daß Sie einmal im Monat während der Arbeitszeit zur Bank gehen dürfen, um ihren Lohn abzuholen, der überwiesen wird.

S. F.

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