23. Februar 1971: Schnellweg geht langsam voran

23.2.2021, 07:00 Uhr

© Bauer

Der Bau dieser Autobahn leidet darunter, daß sich das Verkehrsministerium immer noch als konjunkturdämpfendes Regulativ versteht. Dazu kommt aber auch, daß das Bundesland Bayern in der Mittelzuteilung des Bundes für den Straßenbau offensichtlich benachteiligt wird.

Bayern bekommt vom Bund etwa 16 Prozent aller für den Autobahnbau zur Verfügung stehenden Gelder. Nach Ansicht der Staatsregierung ist dies zu wenig. Nach seiner Fläche, seinem überdurchschnittlichen Zuwachs an Bevölkerung und dem größten Anteil an förderungswürdigen Gebieten unter den Bundesländern, errechnet die Regierung einen Anteil von 20,6 Prozent.

Darunter leidet jetzt vor allem der südliche Abschnitt der Schnellstraße, der Abschnitt zwischen Pegnitzbrücke und Feucht. Das Verkehrsministerium hat für diese Strecke 82 Millionen eingeplant. Ausgewiesen aber ist kein einziger Pfennig und niemand weiß, wann mit dem Bau dieser wichtigen Straße begonnen werden kann.

Dafür wird mitten im Gelände, über die B 8, eine Brücke gebaut, deren Bau haushaltsrechtlich nicht gedeckt ist. Die Brücke soll eines Tages die Staatsstraße 2225 von Wendelstein über die Schnellstraße hinwegführen. Die Brücke wird als „vorweggenommene Maßnahme“ im Bauamt bezeichnet, doch niemand kann sagen, wann sie ihre Funktion erfüllen wird.

Planmäßig weiter gehen hingegen die Arbeiten im Nordabschnitt der Schnellstraße, zwischen der Paul-Gossen-Straße in Erlangen und dem Anschluß Königsmühle an die Autobahn Nürnberg-Frankfurt. Diese Strecke ist hinreichend dotiert und man rechnet mit der Fertigstellung gegen Ende dieses Jahres.

Gegen Ende 1972 soll dann auch der Verkehr zwischen Königsmühle und der Pegnitzbrücke an der Stadtgrenze Nürnberg-Fürth rollen. Im letzten Augenblick wurde hier das notwendige Geld genehmigt, nachdem zuerst nur 16 Millionen DM ausgewiesen waren. Der gesamte Abschnitt kostet 54 Millionen DM.

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