Dienstag, 24.11.2020

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250-Kilo-Bombe in Nürnberg gefunden - Evakuierung am Mittwoch

2300 Anwohner müssen Häuser verlassen - Bamf und Möbelhaus bleiben dicht - 27.10.2020 22:06 Uhr

Die Fundstelle wurde in der Nacht von der Polizei abgesperrt und ausgeleuchtet.

27.10.2020 © ToMa


Eine wirkliche Überraschung für die Verantwortlichen ist der Fund an der Brunecker Straße nicht. Dort laufen seit Monaten größere Arbeiten, mit Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg war fast zu rechnen. Am Dienstag stieß ein Baggerfahrer bei Arbeiten in einer Grube auf die rund 250 Kilogramm schwere Bombe. Es handelt sich, so die Stadt, um einen Sprengkörper mit zwei mechanischen Aufschlagzündern. "Aktuell besteht keine Gefahr für die Bevölkerung."

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Bei Bauarbeiten: Bombenfund an der Brunecker Straße

Am Dienstagnachmittag wurde bei Bauarbeiten an der Brunecker Straße im Süden Nürnbergs eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Der 250 Kilogramm schwere Blindgänger muss nun von einem Experten-Team entschärft werden. Ob Anwohner evakuiert werden müssen, ist noch unklar.


Entschärft werden muss die Bombe dennoch - und zwar am morgigen Mittwoch. Um 8 Uhr soll die Evakuierung der rund 2300 Anwohner beginnen. Gegen 10 Uhr soll dann entschärft werden. Innerhalb der Sperrzone, die zwischen 500 und 700 Meter um den Fundort reicht, liegen auch das Bundesamt für Migration (Bamf), drei Kitas, eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge, das Möbelhaus XXXLutz und der Z-Bau. "Die Zeit für die Evakuierung ist dennoch günstig", sagt Hans-Peter Reißmann von der Nürnberger Feuerwehr. "Viele sind in der Arbeit oder in der Schule."

Diese Grafik zeigt den Radius, in dem am Mittwoch evakuiert wird.

27.10.2020


Für Probleme dürfte die Entschärfung vor allem im Pendlerverkehr sorgen. Die U-Bahn-Haltestelle Hasenbuck liegt innerhalb des Evakuierungsradius, die Station wird also zumindest vorübergehend gesperrt werden müssen. Ab etwa 10.30 Uhr steht die Linie 1 komplett still. Die Brunecker Straße selbst wird gesperrt, die Stadt betont aber: "Die Münchner Straße und die Frankenstraße sind morgen frei befahrbar."

Schutzwall soll aufgeschüttet werden

In der Nacht, teilen die Verantwortlichen mit, soll ein Schutzwall rund um die Bombe aufgeschüttet werden. Der Sand würde die Detonationswelle im Falle einer Explosion abschwächen - eine reine Vorsichtsmaßnahme. Die Polizei bewacht die Bombe, dafür wurde unter anderem ein Videoüberwachungswagen an die Brunecker Straße beordert. Ein Lautsprecherwagen der Feuerwehr durchfuhr den Süden Nürnbergs bereits am Dienstag - er warnte Anwohner vor der Evakuierung am Morgen. In der Meistersingerhalle wird eine Sammelstelle eingerichtet, für den Transport stehen Shuttlebusse zur Verfügung.

Im Süden Nürnbergs entsteht rund um das Areal ein neues Quartier - der Stadtteil Lichtenreuth. Später soll dort neben Tausenden Nürnbergern auch die neue Technische Universität Nürnberg (TUN) ihre Heimat finden. Das Mega-Projekt soll rund 1,2 Milliarden Euro verschlingen. Noch laufen dort Vorarbeiten.

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Blindgänger in der Region Nürnberg: Eine Chronik der Bombenfunde

Alarmsirene und Bombenhagel: Spätestens seit 1941 bekamen die Nürnberger die Schrecken des Zweiten Weltkrieges hautnah zu spüren. Immer wieder drangen alliierte Flugzeugverbände in den Luftraum über der Noris ein, um die Stadt zu bombardieren. Der Krieg ist seit 1945 beendet, doch seine Zeugnisse liegen noch im Erdreich unter der Frankenmetropole begraben. Immer wieder tauchen bei Bauarbeiten und Erdrutschen verrostete Fliegerbomben auf.


Erst im Mai wurde dort eine Fliegerbombe gefunden. Der 125-Kilogramm-Blindgänger wurde entschärft, Hunderte Anwohner mussten ihre Häuser verlassen - auch der Luftraum über der Stadt musste zwischenzeitlich gesperrt werden.

Die Stadt Nürnberg hat ein Bürgertelefon geschaltet. Es ist am Dienstag von 16.30 Uhr bis 22 Uhr und am Mittwoch ab 7 Uhr besetzt - und unter der Telefonnummer 0911/64375888 erreichbar.

tl, bro

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