48 Stunden Ausstand: Neue Streiks am Klinikum Nürnberg

Ressort: Lokales Online..Datum: 18.10.16..Foto: Edgar Pfrogner..Motiv: Kreatives Frühstück, Porträt Wolfgang Heilig-Achneck, Mitarbeiterportrait
Wolfgang Heilig-Achneck

Lokalredaktion

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13.10.2020, 05:50 Uhr
Der Ausstand des Klinikpersonals soll diesmal gleich 48 Stunden dauern.

Der Ausstand des Klinikpersonals soll diesmal gleich 48 Stunden dauern. © Thomas Scherer

Wie schon in der vergangenen Woche, ruft Verdi im Kampf um Lohnerhöhungen im öffentlichen Dienst wiederum auch Pflegekräfte und andere Beschäftigte des überregional bedeutenden kommunalen Krankenhauses zu Arbeitsniederlegungen auf. Protestversammlungen sind an diesem Dienstag am Z-Bau und am Mittwoch am Klinikum Nord vorgesehen.


Streik: Klinikum Nürnberg wehrt sich gegen Vorwürfe


Der Ausstand soll diesmal gleich 48 Stunden dauern. Deshalb kritisieren Pflegedienstleistungen, Chefärzte und der Vorstand die Gewerkschaftspläne als "unverhältnismäßig" und sogar "fatal", zumal wenn es zur Schließung von Betten auf mehreren internistischen Stationen käme. Die Konzentration auf das Klinikum sei umso ärgerlicher, als Ver.di-Chef Frank Werneke in den Tarifverhandlungen bereits Kompromissbereitschaft signalisiert habe.

Schon der reine Notbetrieb, gesichert über eine gesonderte Vereinbarung, bedeute eine enorme Einschränkung, Darüber hinaus gehende Betten-Reduzierungen hätten auch dazu geführt, dass zum Beispiel Herzinfarkt-Patienten nicht mehr ausreichend zu versorgen wären, gibt Prof. Matthias Pauschinger, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 8 mit Schwerpunkt Kardiologie, zu bedenken.

Sorgen um Patienten

Als Sprecher aller Chefärztinnen und -ärzte betont Prof. Erwin Schultz auch ganz allgemein: "Wir machen uns Sorgen, dass Patientinnen und Patienten durch die Folgen des Streiks Schaden erleiden." So müssten erneut auch Tumoreingriffe verschoben werden. Zudem habe sich die Zahl der Covid-19-Patienten auf Normal- und Intensivstationen innerhalb der zurückliegenden Woche mehr als verdoppelt.

Mit aller Wucht prallten die Positionen der Gewerkschaft und des Klinikums bei Gesprächen in einer sogenannten Clearingstelle aufeinander. "Wir wollen den Streik nicht verhindern, er muss aber so ablaufen, dass Menschen nicht in Gefahr geraten", machte der Klinikumsvorstand dabei deutlich.


Offener Brief an Chefarzt: Klinikums-Mitarbeiter wehren sich


Unterdessen erklären die Bündnisgrünen im Nürnberger Stadtrat in einer Mitteilung ihre uneingeschränkte Unterstützung für die Forderungen der Streikenden nach höheren Gehältern und besseren Arbeitsbedingungen. Und die Linke Liste im Rathaus protestiert in einem Brandbrief an die Leitung der Berufsfachschule für Pflegeberufe am Klinikum gegen Versuche, Schülerinnen und Schüler einzuschüchtern und ihnen mit Sanktionen zu drohen, falls sie sich an den Warnstreiks beteiligen sollten. Schließlich stehe auch Auszubildenden, so Stadträtin Marion Padua, die Wahrnehmung ihres Grundrechts zu.

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