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6. Juni 1970: Drei Kaffernbüffel für den Anfang

Als fünfte Stadt in Europa will Nürnberg die Zucht des mächtigen afrikanischen Wildrindes versuchen - 06.06.2020 07:00 Uhr

Erstmals im Nürnberger Tiergarten zu sehen: afrikanische Kaffernbüffel. © Holzknecht


Diesen Plan setzte Tiergartenchef Dr. Kraus jetzt zum Teil schon in die Tat um: seit gestern können die Besucher drei junge Kaffernbüffel sehen, die erst drei Tage vorher in Kisten verpackt Nürnberg per Bahn erreichten und die die ersten ihrer Art in der Noris sind. Der Kaffernbüffel ist der größte der afrikanischen Büffelformen und eine der mächtigsten Tiergestalten dieses Kontinents. Erwachsene Bullen können eine Schulterhöhe von 1,80 Meter erreichen. Das mit den Spitzen nach innen gebogene, an der Basis stark verbreiterte, abgeflachte Gehörn überlagert bei allen Bullen fast die ganze Stirn. Die Kühe sind wesentlich kleiner, auch ihr Gehörn ist nur halb so breit und massig.

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Der in Nürnberg gezeigte Kaffernbüffel hat ein Verbreitungsgebiet, das vom südlichen Abessinien und Nordkenia südwärts bis zum Kap und wieder nodwärts bis Angola reicht. In Südafrika ist er weitgehend ausgerottet.

Neben Elefanten, Nashörnern und Löwen zählen die mächtigen schwarzen Büffel zu den wehrhaftesten Großtieren Afrikas. Schon mancher Jäger hat einen leichtsinnigen Schuß mit seinem Leben bezahlen müssen. Tiergartenchef Dr. Kraus erklärte bei der Vorstellung der einjährigen Tiere – sie sind in Hannover und Berlin gezüchtet –, die Gefährlichkeit dieses Wildrindes gegenüber dem Menschen werde dennoch meist übertrieben. Meist würde es vor ihm die Flucht ergreifen, in die Enge getrieben, gereizt oder angeschossen aber wütend auf ihn losgehen. Bekannt sei, daß verletzte Büffel nicht weit fliehen, sondern sich in der Nähe verbergen und den folgenden Jäger sofort angreifen.

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Auch bei seinen weiteren Plänen, Haustiere durch Wildtiere zu ersetzen, will Dr. Kraus nach Möglichkeit auf die Gesellschaftshaltung Wert legen, wie sie schon im Zebragehege und an anderen Stellen praktiziert wird. Im Büffelgehege soll später noch eine Großantilope Platz finden.

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