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7. Oktober 1969: Ein Gigant auf Rädern

Der größte Autokran Europas setzte die Brücke in der Nopitschstraße - 07.10.2019 07:00 Uhr

Rund fünf Stunden benötigte man, um das Ungetüm zusammenzubauen.

© Fischer


Der 28rädrige Riese von der Firma Schmidbauer KG, aus München herangebracht, machte mit der 120 Tonnen schweren Brücke kurzes Federlesen: nach wenigen Stunden überspannte sie die Fahrbahn. Viel länger hatten die Vorarbeiten für diese Hebeaktion gedauert: die Anreise des fast 19 Meter langen und vier Meter breiten selbstfahrenden Kranwagens sowie der drei Tieflader mit Zubehörteilen dauerte länger als vorgesehen.

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Weitere fünf Stunden erforderte der Aufbau des Krans, dessen Ausleger bis zu 130 Meter lang sein kann; für die Nürnberger Baustelle genügte ein 36-Meter-Arm. Die neue Brücke an der Bahnlinie München-Nürnberg einzuheben, erforderte sehr viel Präzision: am frühen Abend rollte der Kran zwischen die beiden Brückensockel. Der Brückenträger war in Einzelteilen auf dem Schienenweg herantransportiert und auf einer nahegelegenen Baustelle zusammengeschweißt worden. Jetzt lag er auf dem einen Brückenkopf.

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Mehrere Stahltrossen spannten sich zum anderen Widerlager, hinter dem eine Seilwinde verankert war. Im Scheinwerferlicht begann dann die Montage anzulaufen: der Arm des Autokrans packte das 120 Tonnen schwere Brückenteil und hob es an, die Stahltrosse zog dabei die Brücke zur Fahrbahnmitte und zum gegenüberliegenden Widerlager hin. Zugleich half ein 90-Tonnen-Eisenbahnkran der Deutschen Bundesbahn mit und hievte von der Gleisseite her mit an, wo die Brücke auflag. Ein Stahlgerüst mit einer Höchsttraglast von 320 Tonnen sicherte von unten her die Arbeit von der Fahrbahnmitte der Nopitschstraße aus.

In acht Meter lichter Höhe wird sich die Brücke künftig über die Nopitschstraße spannen. Eines Tages soll der Hauptzubringerverkehr zum Hafen unter dieser freischwebenden Brücke rollen.

NN

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