9,2 Prozent mehr: Nürnbergs Mieten steigen immer weiter

7.7.2018, 05:01 Uhr
Die Mieten sind in den letzten Jahren quer über alle Wohnungsgrößen und -arten hinweg gestiegen.

Die Mieten sind in den letzten Jahren quer über alle Wohnungsgrößen und -arten hinweg gestiegen. © Eduard Weigert

Der beklemmende Trend nach oben setzt sich nicht nur fort, er beschleunigt sich sogar. Nürnberg wächst weiter und bezahlbare Wohnungen sind immer schwerer zu finden. Entsprechend besorgniserregend sind die Zahlen, die im neuen Mietspiegel nachzulesen sind. Gestern stellte ihn Wirtschaftsreferent Michael Fraas (CSU) im Rathaus vor. An dem Zahlenwerk, das alle zwei Jahre nach wissenschaftlichen Kriterien "ortsübliche Vergleichsmieten" erfasst, können sich Mieter, Vermieter und Gerichte orientieren.

7,98 Euro im Schnitt

Alle Wohnungsgrößen und Baujahre hat die Preisspirale inzwischen erfasst. Wird derzeit neu vermietet, liegt die Durchschnittsmiete bei 7,98 Euro pro Quadratmeter. Zwei Jahre zuvor wurden noch 7,31 Euro gefordert. Satte 11,6 Prozent mehr müssen Mieter für größere Wohnungen ab 80 Quadratmetern auf den Tisch legen, egal wie alt oder komfortabel sie sind. "Nur" 7,2 Prozent mehr stehen in den Mietverträgen für 40 bis 60 Quadratmeter-Apartments.

Je kleiner die Wohnung, desto teurer ist sie: Gut ausgestattete Neubauwohnungen, die weniger als 30 Quadratmeter groß sind, gehören mit 16,76 Euro pro Quadratmeter zu den absoluten Spitzenreitern im Mietspiegel. Betroffen seien hier unter anderem Studenten, so Wirtschaftsreferent Michael Frass. Wenn es in Nürnberg bald eine neue Hochschule gebe, müsse man diesen Bereich künftig im Auge behalten.

Die Spanne ist groß, zwischen 5,17 und 16,76 Euro liegen laut Fraas die Nürnberger Nettokaltmieten. Leerstehende Wohnungen, so der Referent, spielten keine große Rolle mehr. Laut Schätzungen liegt ihr Anteil allenfalls bei zwei Prozent. Nach wie vor im Rahmen bewegen sich seiner Einschätzung nach auch die kurzfristigen Vermietungen über Internetportale wie Airbnb.

Hoffnung setzt Fraas auf die geplanten großen Wohnungsbaugebiete in Wetzendorf, im Tiefen Feld und an der Brunecker Straße, die etwas Druck aus dem angespannten Markt nehmen sollen. Laut offiziellen Prognosen fehlen in Nürnberg bis 2030 etwa 34 000 neue Wohnungen.

Wäre es da nicht naheliegend, ausrangierte Gewerbeareale in Wohngebiete zu verwandeln? "Da müssen wir aufpassen", warnt Fraas. Zwar falle die Rendite beim Wohnungsbau sehr viel höher aus, die Stadt brauche aber auch Gewerbeflächen, auf denen sie sich entwickeln könne.

Riegel vorgeschoben

Hart geblieben sei die Kommune etwa beim aktuellen Versuch, das ehemalige Schöller-Areal am Nordring in ein Wohngebiet umzumodeln. Dem habe der Stadtrat soeben einen Riegel vorgeschoben. Die Eis-Produktion dort sei 2017 eingestellt und 250 Menschen entlassen worden. Das dürfe nicht mit mehr Profit belohnt werden.

Dass der öffentlich geförderte Wohnungsbau heuer von Freistaat mit 50 Millionen Euro unterstützt wird, sei eine gute Nachricht. Ein Jahr zuvor lag die Fördersumme noch bei 42 Millionen Euro.

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