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Donnerstag, 05.12.2019

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Abriss und Neubau: Aufbruchstimmung am Behaim-Gymnasium

Während der Bauphase zieht die Schulgemeinschaft nach Langwasser - 19.03.2019 06:00 Uhr

Das Martin-Behaim-Gymnasium in der Schultheißallee: Eine Sanierung des Gebäudes lohnt sich nach Ansicht der Fachleute nicht mehr, zudem lasse der Bau kaum Gestaltungsraum zu. In drei Jahren beginnt der Abriss, dann der Neubau. Während dieser Zeit wird die gesamte Schule nach Langwasser ausweichen. © Archivfoto: Günter Distler


Während der Bauphase wird die Schulgemeinschaft komplett auswandern und zwar in das Schulgebäude der Bertolt-Brecht-Schule in Langwasser, das aktuell noch genutzt wird. Der Umzug soll im Schuljahr 2022/2023 vonstatten gehen, die Ausgliederungsphase soll drei Jahre lang andauern.

Ist das Behaim-Gymnasium jetzt schon in Bewegung? "Sehr", sagt Schulleiterin Gabriele Kuen und beobachtet eine positive Aufbruchstimmung. Die gesamte Schulfamilie ziehe an einem Strang. Man macht sich Gedanken, welches Unterrichtsprinzip das neue Behaim-Gymnasium anwenden will und welche baulichen Voraussetzungen nötig und gut sind.

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Angesichts des bevorstehenden Abrisses scheint es jedoch zunächst kurios, dass die Teilnehmer eines Wahlkurses "Wandmalerei und Graffito" mit großen Einsatz die Wände der Schule verschönern. Doch das ist ganz im Sinne der Schulleiterin: "Wir wollen nicht das Gefühl vermitteln, dass wir jetzt alles verfallen lassen", sagt sie. "Jetzige Fünftklässler verbringen hier noch ein Drittel ihrer Gymnasialzeit - sie haben ein Recht auf ein ansprechendes Umfeld."

Bustransfer erleichtert Weg

Dennoch dürfte es für die Schule nicht leicht werden, sich in der kommenden Zeit wie gewohnt zu positionieren. Die Eltern künftiger Gymnasiasten und die Schüler selbst können es als Manko sehen, dass sie erst einmal pendeln müssen und ihnen dann wieder ein Umzug bevorsteht.

Ziel ist es, die Vierzügigkeit (Klassen a bis d pro Stufe) zu erhalten. Man werde alles dafür tun, dass die Einschränkungen so gering wie möglich sind, sagt Gabriele Kuen. So wird es während der Bauzeit eine Busverbindung zwischen dem Haupteinzugsgebiet des Behaim-Gymnasiums - also Glockenhof, Gleißhammer und Zerzabelshof - geben. Jene Schüler, deren Weg dann mehr als drei Kilometer beträgt, sollen ebenso kostenfrei fahren dürfen wie jene, die die Erstattung bisher bekommen.

Derzeit wird der Inhalt des städtebaulichen Wettbewerbes zusammengestellt. Der Neubau des Martin-Behaim-Gymnasiums soll bis zu sieben Klassen pro Stufe aufnehmen können, wie Schulbürgermeister Klemens Gsell (CSU) auf Anfrage sagt. Für den Neubau könne man in der Münchener Straße etwas in die Höhe gehen. Von vier bis fünf Geschossen ist die Rede.

Dass der Abriss und Neubau des "Behaims" erfolgt, ist seit dem Jahr 2017 offiziell. Eine Sanierung sei zu teuer und das Gebäude sei hoffnungslos verplant, sagte Gsell damals.

Und was wird nun mit dem Globus, der an den Namensgeber der Schule erinnert? "Der kommt mit nach Langwasser", sagt Gabriele Kuen - und kann beruhigen: "Und im neuen Schulhaus wird er wieder seinen Platz finden."

Rurik Schnackig

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