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Altstadt wird fahrradfreundlicher

Verkehrsausschuss beschließt neue Nord-Süd-Trasse - 31.01.2018 12:59 Uhr

Nach dem Beschluss des Verkehrsausschusses entsteht eine neue Nord-Süd-Verbindung durch die Altstadt. Die Durchfahrt der Färberstraße ist folglich für Radler auch zwischen Karolinen- und Adlerstraße ganztags erlaubt. © Michael Matejka


Schon im Mai und Juli 2017 hatten die Stadträte im Verkehrsausschuss über die Widmung von Radwegen in der Innenstadt diskutiert. Auf Antrag der SPD-Fraktion untersuchte die Verwaltung, ob nach der Sanierung der Oberen Karlsbrücke eine durchgehende Radwegverbindung vom Frauentorgraben entlang der Färberstraße zum Trödelmarkt und über Weinmarkt und Sebalder Platz hoch zum Tiergärtnertor möglich wäre, die ganztags freigegeben werden kann. Tagsüber gibt es bisher Durchfahrt-Verbote im Bereich der Fußgängerzone kurz nach der Breiten Gasse bis zur Adlerstraße sowie in der Kaiserstraße.

"Der Radfahrer sucht sich, wie der Fußgänger, den kürzesten Weg", sagte Baureferent Daniel Ulrich zur Ausgangslage. Mit Verweis auf die Verkehrszählung von 2016 sieht er zudem einen Bedarf in diesem Teil der Altstadt. Südlich der Adlerstraße waren 912 Radler und 437 Autos in 16 Stunden gezählt worden.

Im Gegensatz zu den motorisierten Fahrzeugen, wo die Polizei für Abhilfe sorgen müsse, befürwortet Ulrich die neue Nord-Süd-Radroute durch die Färberstraße. Wobei aber klar sei: "Im Bereich der Karolinenstraße haben die Fußgänger weiter Vorrang", Radler müssten also — ebenso wie bei der Hauptmarkt-Querung — "aufpassen und bei Bedarf absteigen und schieben".

Von der SPD gab es klare Zustimmung, Stadtrat Nasser Ahmed sagte: "Wir müssen bestehende Verbindungen durch Lückenschlüsse besser machen" und "durch ein attraktives Radwegenetz möglichst gute Angebote machen." Auch Grünen-Fraktionschef Achim Mletzko befürwortete die Maßnahme, weil sie "attraktiv, kurz, zuverlässig und sicher" sei.

Anders sah dies die CSU-Fraktion, die hier eine Veränderung "zulasten der Fußgänger" befürchtet. Stadtrat Andreas Krieglstein verwies auf Sicherheitsprobleme und plädierte für eine Alternativroute über die Hintere Ledergasse, die aber von der Verwaltung für unattraktiv gehalten wird. Vor einer Freigabe der Färberstraße bis zur Adlerstraße hält die CSU jedenfalls einen Umbau des betroffenen Verkehrsraums rund um den Hefnersplatz für notwendig, weshalb die Union — letztlich aber erfolglos — gegen das Vorhaben stimmte.

Für ihre "halbherzige Vorgehensweise" kritisierte SPD-Stadtrat Thorsten Brehm die CSU. Gemeinsam beschlossen SPD, Grüne und CSU danach aber, dass die Verwaltung Pläne für die Umgestaltung der Fläche entwickelt, die sich im Stadterneuerungsgebiet Altstadt-Süd befindet, weshalb Fördergelder vom Bund winken.

Auf einer Linie lagen die Fraktionen zudem beim Thema "neue Radabstellanlagen in der Altstadt", wofür sich die CSU starkgemacht hatte: 2018 sollen, wie in der Süd- und Nordstadt sowie Wöhrd und demnächst in Glockenhof, via Internet per E-Partizipation neue Standorte für rund 1500 Radständer gefunden werden. Die Umsetzung ist für 2019 vorgesehen.

  

JO SEUSS

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