Am Norikus plätschert bald ein Bach in den Wöhrder See

22.5.2014, 06:00 Uhr
Ein Bauzaun verwehrt den Zugang zum Ufer des Wöhrder Sees: Die Radfahrer und Fußgänger müssen im Bereich des „Norikus“ ausweichen.

Ein Bauzaun verwehrt den Zugang zum Ufer des Wöhrder Sees: Die Radfahrer und Fußgänger müssen im Bereich des „Norikus“ ausweichen. © Günter Distler

Spaziergänger und Radfahrer müssen ausweichen: Beim Norikus ist der beliebte Wöhrder Wiesenweg in Richtung Innenstadt gesperrt, bis kurz vor dem Wöhrder Talübergang führt die Ausweichroute entlang der Kressengartenstraße. Ein langer Bauzaun versperrt den Zugang zum Wasser, immer wieder bleiben Passanten stehen und lesen die Info-Tafeln vom Wasserwirtschaftsamt Nürnberg durch.

„Das Interesse der Menschen an der Baumaßnahme ist groß“, bestätigt Klaus Winkelmair vom Wasserwirtschaftsamt. Groß ist auch das Millionenprojekt „Wasserwelt Wöhrder See“ - bislang wurde der künstliche See entschlammt, am „Wastl“ entstand ein langer Boulevardsteg, ein neuer Sandstrand lockt die Menschen ans Wasser.

„2013 waren wir am Nordufer aktiv, jetzt konzentrieren wir uns auf den Süden“, so der stellvertretende Behördenleiter. Ein kleiner Bach wird derzeit angelegt. Klaus Winkelmair: „Nächste Woche beginnen wir mit den Aushubarbeiten.“ Damit soll der Standort weiter aufgewertet werden: „In der Stadt gibt es kaum fließende Bächlein und Gewässer, jetzt entsteht hier ein plätschernder Bach.“

Fische haben freie Bahn

Auf der Höhe des Norikus-Parkplatzes wird der Bach ausgeleitet, dann geht es über die Goldbachverrohrung in den südlichen Pegnitzarm. Erwünschter Nebeneffekt: Fische und Kleintiere haben so vom südlichen Pegnitzarm Zugang zum See.

Nicht nur das Thema Durchgängigkeit der Gewässer ist den Planern wichtig, es sollen auch mitten in der Stadt neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen werden. „Wir sind bereits in Kontakt mit Experten vom Bund Naturschutz und vom Landesbund für Vogelschutz.

Derzeit überlegen wir, ob wir etwa bei den Brutmöglichkeiten mehr für die Vogelwelt tun können.“ Doch auch die Menschen sollen hier Erholung finden — so sollen Trittsteine über das Wasser gelegt werden, über flache Uferböschungen wird der Zugang zum Bach ermöglicht.

Für die „Wasserwelt Wöhrder See“ gibt der Freistaat Bayern nach Angaben von Winkelmair insgesamt knapp 14 Millionen Euro aus. „Mit den Baumaßnahmen liegen wir gut in der Zeit“, so der stellvertretende Chef des Wasserwirtschaftsamtes. Die Rückmeldungen der Nürnberger, die den Info-Stand am Norikus besuchen, seien gut: „Wir kriegen viel positives Feedback.“

Der rund 100 Meter lange Sandstrand kommt so gut an, dass man beim Wasserwirtschaftsamt über eine Verlängerung nachdenkt. Doch will die Behörde abwarten, ob die Stadt dort auch eine Gaststätte oder einen Kiosk einrichten wird.

Dazu Claus Fleischmann, Leiter des städtischen Liegenschaftsamts: „Wir sind dabei, ein Konzept für einen Gastronomiebetrieb zu entwickeln. Das wird allerdings noch etwas dauern.“ Bis Ende Oktober soll der Bachlauf angelegt sein. Dann folgt der nächste Streich. Winkelmair: „Im Herbst ist Startschuss für die Umgestaltung der Norikus-Bucht.“

Die Info-Station am Norikus ist offen dienstags von 13.30 bis 15.30 Uhr, donnerstags von 14 bis 16 Uhr. Mehr Infos gibt es hier.

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